Drama um einen Fernfahrer, der zum Verbrecher wird. Parabel auf die Zustände in Russland. Spielfilmdebüt des preisgekrönten Dokufilmers Sergei Loznitsa. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto50/10500010/b150x150.jpg Mein Glück

Filmdetails

Mein Glück

Drama um einen Fernfahrer, der zum Verbrecher wird. Parabel auf die Zustände in Russland. Spielfilmdebüt des preisgekrönten Dokufilmers Sergei Loznitsa.


Mein Glück
Start: 03.02.2011

Originaltitel: Schastye moe

Drama / Thriller

Deutschland/Ukraine/Niederlande 2010
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Viktor Nemets
Wladimir Golowin
Alexei Wertkow

Regie: Sergei Loznitsa
Verleih: Farbfilm (Barnsteiner)

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Inhalt

Der Fernfahrer Georgy verlässt sein Heimatdorf mit einem Laster voller Güter. Unterwegs muss er die Autobahn verlassen und findet sich verloren im Niemandsland wieder. Er sucht einen Ausweg, wird gegen seinen Willen in den Alltag eines kleinen russischen Dorfes involviert. Schnell stellt Georgy fest, dass hier noch das Recht des Stärkeren gilt und er sich in einer lebensgefährlichen Situation befindet.


Kritik

Mein Glück

Die apokalyptische Reise eines Fernfahrers durch das postsowjetische Russland zeigt das verstörende Bild einer Gesellschaft in sozialer Agonie.

Schwärzer und hoffnungsloser geht es nicht. Der in Berlin lebende und in der Ukraine aufgewachsene Sergei Loznitsa sammelte in seiner Zeit am Dokumentarfilmstudio in St. Petersburg Geschichten und Fotos von Menschen, die er bei seinen Reisen durch zumeist ländliche Gegenden im europäischen Teil des Landes traf, Geschichten von Enttäuschung, Kriminalität und Demütigung und dem Wunsch, dennoch ein Stück Würde zu bewahren. An der Person eines Fernfahrers, der im Nirgendwo der Provinz strandet, macht er die Kritik an einer auf Eigennutz und Unterdrückung fixierten Gesellschaft fest, die dem Ehrlichen keine Chance lässt.

Georgy ist ein gutmütiger Mann, der auf seinem Höllentrip all denjenigen begegnet, denen man auf keinen Fall in die Quere kommen möchten - korrupten Polizisten, einer kindlichen Prostituierten, die seine altruistische Hilfe ablehnt, drei Fremden, die ihn niederschlagen und ausrauben, eine misstrauische Dorfbevölkerung, die weder Moral noch Menschlichkeit kennt. Wo immer er auftaucht, herrschen Willkür und Brutalität. Gewalt fordert Gegengewalt heraus und so macht ihn das verbrecherische System zum Verbrecher, die einzige - wenn auch wahrscheinlich nur kurzfristige - Überlebenschance.

Nicht ein Fünkchen Hoffnung lässt dieses Drama, das in den entvölkerten Landschaften auch die Seelenlandschaft und das Drama eines ganzen Volkes widerspiegelt. Im Reich des nach Ex-Kanzler Schröder "lupenreinen Demokraten Putin" hat der gesellschaftliche Konsens ausgedient, auch wenn nie ein Name fällt. Die verfaulten Machtstrukturen pflanzen sich von oben nach unten fort. Besonders eindrucksvoll sind die Szenen, in denen Staatsbeamte ihre Autorität missbrauchen und sich am hilflosen Bürger schamlos bedienen. Das manchmal anstrengende Filmessay mit bis zu fünf Minuten langen Einstellungen (es soll nur 140 Schnitte geben) wechselt in der mit Parabeln gespickten Erzählung die Zeitebenen und fokussiert sich neben dem Haupthandlungsstrang auch auf lose Nebenstränge und abwegige Episoden, um seine nihilistische Botschaft zu unterstreichen. mk.

Mein Glück

Darsteller:  Viktor Nemets   als Georgy
  Wladimir Golowin   als Alter Mann
  Alexei Wertkow   als Junger Leutnant
  Dimitriy Gotsdiner   als Revier Kommandant
  Olga Shuwalowa   als Prostituierte
  Maria Varsami   als Maria
  Boris Kamorzin   als LKW Fahrer
  Wlad Iwanow   als Major aus Moskau
  Olga Kogut   als Ehefrau des Major
 
Regie:  Sergei Loznitsa  
Drehbuch:  Sergei Loznitsa  
Produzent:  Heino Deckert  
  Oleg Kokhan  
Koproduzent:  Marleen Slot  
  Leontine Petit  
  Joost de Vries  
  Alexander Bohr  
Kamera:  Oleg Mutu  
Schnitt:  Danielius Kokanauskis  
Produktionsdesign:  Kirill Shuwalow  
Kostüme:  Mare Raidma  
Ton:  Wladimir Golownitski  
Casting:  Maria Baker  

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