Märchenhafter, herzerfrischender Familienfilm um einen kleinen Jungen, der mit einem sprechendem Zweig so manches Abenteuer erlebt.
Liebevolle Ode an die kindliche Fantasie, in der ein Junge in der sprechenden Holzfigur Knerten einen guten Freund findet.
Das launige Familienabenteuer von Åsleik Engmark, der Knerten im Original auch seine quirlige Stimme verleiht, war in seiner Heimat so erfolgreich, dass er bereits zwei Fortsetzungen nach sich zog. Basierend auf der 1962 begonnenen Kinderbuchserie "Lillebror og Knerten" der jüngst verstorbenen Autorin Anne-Catharina Vestly (die Bücher heißen bei uns "Kleiner Freund Knorzel"), entstand ein unbeschwerter Kinderfilm aus Sicht von Lillebror, genannt Junior, der aber problemlos Menschen alle Altersstufen mit Herz für skandinavische Kost à la Astrid Lindgren anspricht.
Es ist ein Märchen, das mit herzensguter Natürlichkeit erzählt und im Retro-Look der Sechzigerjahre bebildert ist und sich wie ein gemütlichen Wollpulli anfühlt.
Es stellt uns Junior (Adrian Grønnevik Smith) vor, der mit seinen Eltern und dem großen Bruder Phillip aufs Land zieht, das in sommerlicher Bullerbü-Farbpalette erstrahlt. Er erkundet die neue Welt, in der der nächste potenzielle Freund jedoch meilenweit entfernt wohnt. Da taucht ein aus dem Nadelbaum gefallener, sprechender Zweig auf. Der ellbogengroße, minimal computeranimierte Natur-Pinocchio stellt sich als Knerten vor und erweist sich als jovialer Begleiter, der den angrenzenden Tann in einen Abenteuerspielplatz verwandelt, gern und viel redet, aber nicht unbedingt ein zuverlässiger Ratgeber ist. Die Erwachsenen sehen den imaginären Freund selbstverständlich nicht, weshalb Knerten schon mal Gefahr läuft, als Holzscheit im Kamin zu landen, während zwei gruselige Schwestern den kleinen Kerl entführen möchten. Da kann der naive Junior seinen Mut beweisen, bekommt aber auch Unterstützung vom gutmütigen Schreiner.
Die Geschichte ist eine zwanglose Abfolge von Kindheitserlebnissen, die weder das große Drama sucht, noch Action oder Kitsch braucht, um zu funktionieren.
Die Bruchbude, in der Juniors Familie wohnt, die notorische Geldnot des erfolglos als Unterwäschevertreter arbeitenden Papis und weitere schwierige Lebenslagen - das meistert die Familie mit Humor und Leichtigkeit. Was nicht bedeutet, die Probleme würden geleugnet. Sie fallen nur nie sonderlich ins Gewicht, wie für Junior, der die Prinzessin aus der Nachbarschaft sucht, findet, wieder verliert und am Ende quasi als Weihnachtsgeschenk erhält, lösen sich Schwierigkeiten notfalls mit märchenhaften Mitteln.
So ist dieses nostalgische Low-Tech-Plädoyer für Naturspielzeug mit freundlichen Menschen bevölkert, feiert harmonische Familienwerte, beinhaltet die Botschaft, niemals aufzugeben - und schafft diese Kunststück herzerfrischend und ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder Rührseligkeit.
tk.
Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Kurztext:
Der kleine Lillebror zieht mit seiner Familie von der Stadt aufs Land, wo es sich zunächst als schwierig erweist, neue Freundschaften zu schließen. Doch in dem sprechenden Zweig "Knerten" findet Lillebror einen neuen Spielkameraden und treuen Begleiter, mit dem er etliche Abenteuer erlebt. Diese norwegische Kinderbuchverfilmung steht ganz in der Tradition der Astrid-Lindgren-Erzählungen. Sie präsentiert einen jungen Helden, der mit einer gehörigen Portion Mut, Humor und der Unterstützung seines imaginären Freundes kleine Schwierigkeiten eines im Ganzen eher sorgenfreien idyllischen Kinderalltags meistert. Die positive Botschaft des Films lautet: Niemals aufgeben! Durch die detaillierte Ausstattung wird das Publikum in eine sich geschlossene Welt versetzt, die viele magische Momente bereithält. In klaren ruhigen Bildern erzählt Regisseur Asleik Engmark von der Kraft der kindlichen Fantasie, fernab jeder Moral oder erhobenem Zeigefinger. Die liebevolle Synchronisation und die stimmungsvollen Lieder, die die Emotionen der Figuren verständlich machen, unterstützen die beschwingt unbeschwerte Grundstimmung des Films, sodass auch die kleinsten Kinozuschauer an diesem Film ihren Spaß haben werden. Wer skandinavisches Kinderkino mag, wird KNERTEN lieben!
Jurybegründung:
Ein Zweig wird zum Freund des kleinen Lillebror, genannt Junior, der mit seinen Eltern und dem großen Bruder aufs Land zieht und dort zuerst niemanden hat, mit dem er spielen kann. So wird halt Knerten zu einer sprechenden, im Film liebevoll computeranimierten Holzfigur in Form eines Astes, mit der der kleine Held seine Ängste und Hoffnungen teilen sowie Abenteuer bestehen kann. Dieser angenehm langsam und liebevoll inszenierte Kinderfilm ist gefüllt mit kleinen magischen Momenten. So beginnen etwa die Frauen des Dorfes plötzlich auf der sommerlichen Straße zu tanzen, oder Junior überlässt einer durchreisenden schicken Dame eine von den bunten Strumpfhosen, die sein Vater vergeblich zu verkaufen versucht und löst so eine Modewelle aus, die der Familie das dringend benötigte Einkommen bringt. Der Film zeigt das im Grunde eher unspektakuläre Leben von Junior, seiner Familie und einigen skurrilen Figuren in der Nachbarschaft. Dabei erzählt er immer konsequent aus der Perspektive des Kindes und bekommt so dessen frischen, immer neugierigen Blick. Wenn Junior im Wald spielt, wird aus einer Wurzel ein wildes Biest und ein auf einem Pferd vorbei reitendes Mädchen ist in seinen Augen eine geheimnisvolle Prinzessin. Vor einem bärbeißigen Schreiner schreckt Junior zuerst zurück, aber dann schließt er doch Freundschaft mit ihm. Es sind kleine Konflikte und Ängste, die Junior zu überwinden lernt, doch nichts in seiner Welt ist banal, denn alles geschieht für ihn zum ersten Mal. Der zärtliche Blick von Asleik Engmark auf diese kleine Idylle ist auch deswegen so bezaubernd, weil der Regisseur hier liebevoll die frühen sechziger Jahre (in denen das Kinderbuch, auf dem der Film basiert, entstanden ist) wieder auferstehen lässt. Details wie die bunten Strumpfhosen im Sortiment des Vaters oder der Esel aus Holz, aus dessen Hinterteil eine Zigarette herauskommt, lassen diese bunte und optimistische Welt wieder lebendig werden. Kindgerecht wird auch von den Eheproblemen und Geldsorgen der Eltern erzählt, von dem Verhältnis zum größeren Bruder und dem fremden Mädchen, vor dem Junior und sein Freund Knerten zuerst zurückschrecken. All das ist klug beobachtet und liebevoll in Szene gesetzt. Zum Schluss tanzt dann auch noch eine sehr exotische und doch freundliche Dame aus Spanien. Kann es eine noch schönere Kindheit geben?
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Junior zieht mit seinen Eltern und dem großen Bruder Phillip aufs Land, wo der nächste potenzielle Freund meilenweit entfernt wohnt. Da fällt ein sprechender Zweig aus einem Nadelbaum und stellt sich Junior als Knerten vor und erweist sich als guter Spielkamerad und Begleiter. Die Erwachsenen sehen den imaginären Freund selbstverständlich nicht, weshalb Knerten schon mal Gefahr läuft, als Holzscheit im Kamin zu landen.
| Originaltitel | Knerten |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Kinderfilm / Fantasy |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | 30.06.2011 |
| Besucher (D) | 24.934 |
| Einspielergebnis (D) | € 112.909 Bes. (EDI) 24.934 Bes. (FFA) 73.703 |
| FSK | o.A. (ohne Altersbeschränkung) |
| WWW | - |
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Produzent
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Ausf. Produzent
Erik Poppe
Ausf. Produzent
Anne-Cath. Vestly
Buchvorlage
Harald Egede-Nissen
Produktionsdesi gn
Ari Willey
Kamera
Vidar Flataukan
Schnitt
Jon Rørmark
Musik
Karen Fabritius Gram
Kostüme
Kari Nytrø
Ton
Beathe Hofseth
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