Roman Knizka
Hinnerk Schönemann
Marie-Luise Schramm
Regie: Sven Taddicken
Verleih: Pegasos
Die Pubertät stellt die Freundschaft der Geschwister Josch, Mike und Nic auf allerhand Proben. Mike (Hinnerk Schönemann) ist seit neustem mit der hübschen Nadine (Julia Jentsch) zusammen, was seinen älteren Bruder, den geistig behinderten Vampir-Freak Josch (Roman Knizka), nicht davon abhält, Nadine ebenfalls heftig zu bebalzen. Als Mike darauf beschließt, den Bruder mit einem erotischen Abenteuer auf dem Strich auf andere Gedanken zu bringen, kommt es zu kuriosen Verwicklungen. Derweil macht Nesthäkchen Nic (Marie-Luise Schramm) dem örtlichen Sandkasten-Capone schöne Augen. Er und niemand anderes soll sie entjungfern...
Eine nicht ganz alltägliche Familie steht im Mittelpunkt dieser charmant-poetischen Groteskkomödie. Wie zuletzt "Fickende Fische" der Beweis, dass deutsche Filmemacher pubertäre Sexabenteuer auch mit Stil abhandeln können (wenn sie nur wollen).

So peppig wie grotesk, poetisch wie flockig geht es in Sven Taddickens flotter Pubertätskomödie um erste Liebe und erotische Verwirrungen einer Chaos-Familie, deren Geschwister endlich das erste Mal hinter sich bringen wollen. Auf dem Max-Ophüls-Preis-Festival 2002 mit dem Publikumspreis und dem für die Beste Nachwuchsschauspielerin, die 17jährige Berliner Marie Luise Schramm, ausgezeichnet, gehört die fern gängiger Gross-Out-Klamotten fantasievoll inszenierte Story zu den jungen deutschen Filmen, die auf neue Talente aufmerksam machen und frischen Erzählwind transportieren.
Die 14jährige Nic (Schramm) will "es" hinter sich bringen, damit sie mit ihrem Leben weiter machen kann. Während sie mit der Digitalkamera bewaffnet, sich Manu (Alexander Scheer), den schlaksigen Leader ihrer Schulgang, ausgesucht hat, ist ihr 30jähriger geistig behinderter Bruder Josh (Roman Knizka) ausgerechnet auf Nadine, die Freundin seines Bruders Mike, aus. An Joshs 30. Geburtstag eskalieren die turbulenten Ereignisse, als Mike Josh in der letzten Minute von Nadine reißt und ihn ins Rotlichtmilieu führt, wo die aparte Hure Chantal (hübscher, erstmalig barbusiger Gastauftritt von Marie-Lou Sellem, "Nichts bereuen"), nachdem man Zuhältern entkommen ist, ans erotische Werk geht und die drei Geschwister innerhalb weniger Stunden alle ihre Träume erfüllt bekommen, aber anders als vorhergesehen.
Die Einfälle purzeln in Taddickens Erstling und sorgen für permanent gutes Feeling, sei es in Mikes ständigen Verteidigungsstrategien, Josh von Nadines duftender Haut fernzuhalten, oder in dem Kabinettstück, das Alexander Scheer ("Sonnenallee", "Victor Vogel") mit einer urkomischen Gesangseinlage auf dem Kinderspielplatz liefert, während Nic kopfüber von der Rutsche hängt. Den lockeren Ton und Wortwitz vervollständigen die neun Regeln über das Erste Mal und die Liebe, die den Film gliedern, dessen Schwung und Originalität man viele Besucher wünscht. ger.
| Darsteller: | Roman Knizka | als Josch Klauser | |
|---|---|---|---|
| Hinnerk Schönemann | als Mike Klauser | ||
| Marie-Luise Schramm | als Nic Klauser | ||
| Julia Jentsch | als Nadine | ||
| Alexander Scheer | als Manu | ||
| Barbara Stoll | als Marlies Klauser | ||
| Gottfried Breitfuß | als Rudi | ||
| Marie-Lou Sellem | als Chantal | ||
| Regie: | Sven Taddicken | ||
| Drehbuch: | Matthias Pacht | ||
| Produzent: | Christian Hünemörder | ||
| Michael Jungfleisch | |||
| Prof. Nico Hofmann | |||
| Koproduzent: | Susan Schulte | ||
| Dr. Gabriela Sperl | |||
| Kamera: | Daniela Knapp | ||
| Schnitt: | Jens Klüber | ||
| Musik: | Putte | ||
| Produktionsdesign: | Károly Pákozdy | ||
| Kostüme: | Nicole Stoll | ||
| Nele Knatz | |||
| Ton: | Angelo D'Angelico | ||
| Casting: | Antje Krutz | ||
Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.
Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.
Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.
Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.
Die Nominierungen
Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".
Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"
Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"
Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"
Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".
Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".
Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"
Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".
2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.
Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.
Seit Roman Knizka 1996 in der Kurzfilm-Komödie "Sausages" erstmals im Kino zu sehen war, gehört er zu den festen Größen in der deutschen Film-...
Hinnerk Schönemann gilt seit seinem vielbeachteten Kinodebüt in dem Film "Mein Bruder der Vampir" 2001 als eines der viel...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.