Bitterböse Tragikomödie um die Freundschaft eines Juden und eines SS-Mannes. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto30/11300020/b150x150.jpg Mein bester Feind

Filmdetails

Mein bester Feind

Bitterböse Tragikomödie um die Freundschaft eines Juden und eines SS-Mannes.


Mein bester Feind
Start: 01.09.2011

Komödie / Drama

Österreich/Luxemburg 2011
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Moritz Bleibtreu
Georg Friedrich
Ursula Strauss

Regie: Wolfgang Murnberger
Verleih: Neue Visionen

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Inhalt

Polen 1943. Aus dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs befreien sich der Häftling Victor Kaufmann, Sohn jüdischer Kunsthändler, und SS-Hauptsturmführer Rudi Smekal. Rudi hat seinen Kindheitsfreund Victor in besonderer Mission aus dem KZ geholt. Grund ist eine Michelangelo-Zeichnung aus dem Besitz der Kaufmanns, die dem Duce zum Geschenk gemacht werden soll. Rudi und Victor tauschen die Klamotten. Die bisherigen Machtverhältnisse kehren sich um.


Kritik

Mein bester Feind

Abenteuerliche Überlebens-Geschichte, die wild zwischen Nazi-Satire, Verwechslungskomödie, Kunstraub-Stück und Kriegs-Drama changiert und dabei die Freundschaft zweier Männer in den Vordergrund stellt.

Eine entfernte Verwandtschaft hat der von einem der Produzenten von "Die Fälscher" gemachte Genre-Bastard mit Tarantinos "Inglourious Basterds" und Lubitschs "Sein oder Nichtsein". Moritz Bleibtreu spielt Victor, den Spross einer jüdischen Kunstgaleristen-Familie in Wien, der Wiener Georg Friedrich Rudi, den Sohn der Putzfrau der Familie. Er liebt dieselbe Frau (Ursula Strauss) wie Victor, schließt sich der SS an und ist mitverantwortlich, dass sein Jugendfreund samt Eltern verhaftet und ins KZ gebracht werden.

Der Film beginnt mit einem Paukenschlag bzw. Geschützdonner: Aus dem Wrack eines abgeschossenen Flugzeugs rettet sich Viktor und beschwert sich bei Gott, dass er ausgerechnet Rudi hat überleben lassen. Der Ton für die Komödie ist gesetzt. Der u.a. mit drei Wolf-Haas-Krimiverfilmungen erfolgreiche Regisseur Wolfgang Murnberger erzählt daraufhin nach einem gewitzten Roman und Drehbuch von Paul Hengge ("Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben") die spannende und turbulente Vor- und weitere Geschichte der beiden Männer, die wilde Haken schlägt. Denn u.a. durch einen Uniform-Tausch gelingt es Victor, nicht nur Adolf Hitler zu überleben, sondern durch ein von seinem Vater eingefädeltes Kunstfälscher-Gaunerstück am Ende des Krieges auch noch wohlhabend zu bleiben.

Die Fälschung einer Zeichnung von Michelangelo aus dem Besitz der Kaufmanns bringt nicht nur noch ein weiteres reizvolles Genre in den Film, sondern auch die Satire auf die höchste politische Ebene. Soll doch die Zeichnung ein Geschenk von Hitler an Mussolini sein - und da muss es nun mal das Original sein. Hier dürfen die Nebenfiguren Nazi-Karikaturen sein und selbst die beiden Protagonisten sich stolz in glänzender SS-Uniform im Spiegel betrachten. Trotzdem wird bei den Kalauern und anderen komischen Spielarten auch der Ernst gewahrt, stirbt etwa Viktors Vater (Udo Samel). Was bei "Mein bester Feind" bestens funktioniert ist die Spannung, wie lange Viktor die Maskerade als SSler aufrechterhalten kann. So überzeugt der Film als Abenteuer des Überlebens, und will auch in Look und Musik immer mehr unterhalten als Realität abbilden oder scharfe Satire sein.

hai.

Mein bester Feind

Darsteller:  Moritz Bleibtreu   als Victor Kaufmann
  Georg Friedrich   als Rudi Smekal
  Ursula Strauss   als Lena
  Udo Samel   als Jakob Kaufmann
  Marthe Keller   als Hannah Kaufmann
  Uwe Bohm   als Standartenführer Widriczek
  Rainer Bock   als SS-Hauptsturmführer Rauter
  Christoph Luser   als SS-Scharführer Weber
  Serge Falck   als Standartenführer Noldner
  Karl Fischer   als SS-Untersturmführer Maier
  Hans-Michael Rehberg   als Karel Brinek
  Merab Ninidze   als Moritz Haiden
  Mirko Roggenbock   als SS-Untersturmführer Gruber
  Klaus Manchen   als Staatssekretär Leipold
  Hubert Mulzer   als Brigadeführer Wildholz
  Claudio Caramaschi   als Adriano Bellotini
  Margherita di Rauso   als italienische Journalistin
 
Regie:  Wolfgang Murnberger  
Drehbuch:  Paul Hengge  
  Wolfgang Murnberger  
Produzent:  Josef Aichholzer  
Koproduzent:  Jani Thiltges  
Buchvorlage:  Paul Hengge  
Kamera:  Peter von Haller  
Schnitt:  Evi Romen  
Musik:  Matthias Weber  
Produktionsdesign:  Isidor Wimmer  
Kostüme:  Martina List  
Maske:  Michaela Oppl  
  Barbara Fröhlich  
Ton:  Heinz Ebner  
  Bettina Mazakarini  
  Bernhard Maisch  
Casting:  Markus Schleinzer  
  Carmen Loley  

Berlinale setzt auf deutsche Produktionen

Auch wenn's mitunter schwer zu verstehen ist: Berlin spricht Deutsch!

Großansicht Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Die Berlinale (10. bis 20. Februar) hat nun die verbliebenen Titel des 22 Filme umfassenden Wettbewerbsprogramms bekannt gegeben, von denen 16 als Weltpremieren gezeigt werden. Erstmals werden auch 3D-Filme gezeigt, neben Wim Wenders' "Pina" kommen zwei weitere künstlerische 3D-Filme zur Aufführung: der Animationsfilm "Les contes de la nuit" von Michel Ocelot als Weltpremiere sowie als Sondervorführung außer Konkurrenz Werner Herzogs 3D-Dokumentarfilm "Cave of Forgotten Dreams".

"Almanya - Willkommen in Deutschland" (außer Konkurrenz) ist das Spielfilmdebüt von Yasemin Samdereli, eine Einwandererkomödie, die die Roxy Film GmbH produziert hat. Ein Held der sogenannten "Berliner Schule" ist Ulrich Köhler, er stellt seinen neuen Film "Die Schlafkrankheit" (Produzent: Komplizen Film auf der Berlinale vor. Wolfgang Murnberger ist mit seinem neuen Film "Mein bester Feind" (Aichholzer Filmproduktion) als Weltpremiere außer Konkurrenz dabei, eine im durch die Nazis besetzten Wien angesiedelte Tragikomödie mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich.

Um den Goldenen Bären konkurriert der ungarische Filmemacher Béla Tarr mit "A Torinói ló", der in Koproduktion mit Vega Film AG in Zürich und der Berliner zero fiction film entstanden ist. Frisch aus Sundance kommt J.C. Chandors Debütfilm "Margin Call", in der Kevin Spacey, Jeremy Irons und Stanley Tucci mit der Finanzkrise ringen. Joshua Marston("Maria voll der Gnade") zeigt seinen zweiten Spielfilm "The Forgiveness Of Blood".

Bilder zu "Almanya - Willkommen in Deutschland"

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Aus Argentinien kommt "Un Mundo Misterioso" von Rodrigo Moreno, an dem Rohfilm als deutscher Koproduzent beteiligt ist. Auch das mexikanische Spielfilmdebüt "El premio" von Paula Markovitch, die das Drehbuch zu "Lake Tahoe" schrieb, entstand mit deutscher Beteiligung. In Studio Babelsberg gedreht und mit dem Berliner Studio als Koproduzent realisiert wurde der Thriller "Unknown Identity" von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson und Diane Kruger, der außer Konkurrenz läuft. Bavaria Pictures ist bei Alexander Mindadzes "Innocent Saturday" an Bord, einer russisch-deutsch-ukrainischen Koproduktion.

"Jodaeiye Nader az Simin" von Asghar Farhadi ("Darbareye Elly") aus dem Iran, "Saranghanda, Saranghaji Anneunda" (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Lee Yoon-ki aus Südkorea, sowie "Les femmes du 6ème étage" von Philippe Le Guay (mit Sandrine Kiberlain und Carmen Maura) aus Frankreich (außer Konkurrenz) runden den Wettbewerb ab.

Als Sondervorvorführung zeigt die Berlinale "Offside" von Jafar Panahi- eine Solidaritätsbekundung für den verurteilten iranischen Regisseur. Als Abschlussfilm der 61. Berlinale wird am 19. Februar im Anschluss an die Preisverleihungsgala der Gewinnerfilm des Goldenen Bären gezeigt.

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