Moritz Bleibtreu
Georg Friedrich
Ursula Strauss
Regie: Wolfgang Murnberger
Verleih: Neue Visionen
Polen 1943. Aus dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs befreien sich der Häftling Victor Kaufmann, Sohn jüdischer Kunsthändler, und SS-Hauptsturmführer Rudi Smekal. Rudi hat seinen Kindheitsfreund Victor in besonderer Mission aus dem KZ geholt. Grund ist eine Michelangelo-Zeichnung aus dem Besitz der Kaufmanns, die dem Duce zum Geschenk gemacht werden soll. Rudi und Victor tauschen die Klamotten. Die bisherigen Machtverhältnisse kehren sich um.

Abenteuerliche Überlebens-Geschichte, die wild zwischen Nazi-Satire, Verwechslungskomödie, Kunstraub-Stück und Kriegs-Drama changiert und dabei die Freundschaft zweier Männer in den Vordergrund stellt.
Eine entfernte Verwandtschaft hat der von einem der Produzenten von "Die Fälscher" gemachte Genre-Bastard mit Tarantinos "Inglourious Basterds" und Lubitschs "Sein oder Nichtsein". Moritz Bleibtreu spielt Victor, den Spross einer jüdischen Kunstgaleristen-Familie in Wien, der Wiener Georg Friedrich Rudi, den Sohn der Putzfrau der Familie. Er liebt dieselbe Frau (Ursula Strauss) wie Victor, schließt sich der SS an und ist mitverantwortlich, dass sein Jugendfreund samt Eltern verhaftet und ins KZ gebracht werden.
Der Film beginnt mit einem Paukenschlag bzw. Geschützdonner: Aus dem Wrack eines abgeschossenen Flugzeugs rettet sich Viktor und beschwert sich bei Gott, dass er ausgerechnet Rudi hat überleben lassen. Der Ton für die Komödie ist gesetzt. Der u.a. mit drei Wolf-Haas-Krimiverfilmungen erfolgreiche Regisseur Wolfgang Murnberger erzählt daraufhin nach einem gewitzten Roman und Drehbuch von Paul Hengge ("Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben") die spannende und turbulente Vor- und weitere Geschichte der beiden Männer, die wilde Haken schlägt. Denn u.a. durch einen Uniform-Tausch gelingt es Victor, nicht nur Adolf Hitler zu überleben, sondern durch ein von seinem Vater eingefädeltes Kunstfälscher-Gaunerstück am Ende des Krieges auch noch wohlhabend zu bleiben.
Die Fälschung einer Zeichnung von Michelangelo aus dem Besitz der Kaufmanns bringt nicht nur noch ein weiteres reizvolles Genre in den Film, sondern auch die Satire auf die höchste politische Ebene. Soll doch die Zeichnung ein Geschenk von Hitler an Mussolini sein - und da muss es nun mal das Original sein. Hier dürfen die Nebenfiguren Nazi-Karikaturen sein und selbst die beiden Protagonisten sich stolz in glänzender SS-Uniform im Spiegel betrachten. Trotzdem wird bei den Kalauern und anderen komischen Spielarten auch der Ernst gewahrt, stirbt etwa Viktors Vater (Udo Samel). Was bei "Mein bester Feind" bestens funktioniert ist die Spannung, wie lange Viktor die Maskerade als SSler aufrechterhalten kann. So überzeugt der Film als Abenteuer des Überlebens, und will auch in Look und Musik immer mehr unterhalten als Realität abbilden oder scharfe Satire sein.
hai.
| Darsteller: | Moritz Bleibtreu | als Victor Kaufmann | |
|---|---|---|---|
| Georg Friedrich | als Rudi Smekal | ||
| Ursula Strauss | als Lena | ||
| Udo Samel | als Jakob Kaufmann | ||
| Marthe Keller | als Hannah Kaufmann | ||
| Uwe Bohm | als Standartenführer Widriczek | ||
| Rainer Bock | als SS-Hauptsturmführer Rauter | ||
| Christoph Luser | als SS-Scharführer Weber | ||
| Serge Falck | als Standartenführer Noldner | ||
| Karl Fischer | als SS-Untersturmführer Maier | ||
| Hans-Michael Rehberg | als Karel Brinek | ||
| Merab Ninidze | als Moritz Haiden | ||
| Mirko Roggenbock | als SS-Untersturmführer Gruber | ||
| Klaus Manchen | als Staatssekretär Leipold | ||
| Hubert Mulzer | als Brigadeführer Wildholz | ||
| Claudio Caramaschi | als Adriano Bellotini | ||
| Margherita di Rauso | als italienische Journalistin | ||
| Regie: | Wolfgang Murnberger | ||
| Drehbuch: | Paul Hengge | ||
| Wolfgang Murnberger | |||
| Produzent: | Josef Aichholzer | ||
| Koproduzent: | Jani Thiltges | ||
| Buchvorlage: | Paul Hengge | ||
| Kamera: | Peter von Haller | ||
| Schnitt: | Evi Romen | ||
| Musik: | Matthias Weber | ||
| Produktionsdesign: | Isidor Wimmer | ||
| Kostüme: | Martina List | ||
| Maske: | Michaela Oppl | ||
| Barbara Fröhlich | |||
| Ton: | Heinz Ebner | ||
| Bettina Mazakarini | |||
| Bernhard Maisch | |||
| Casting: | Markus Schleinzer | ||
| Carmen Loley | |||
Auch wenn's mitunter schwer zu verstehen ist: Berlin spricht Deutsch!
Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)
Die Berlinale (10. bis 20. Februar) hat nun die verbliebenen Titel des 22 Filme umfassenden Wettbewerbsprogramms bekannt gegeben, von denen 16 als Weltpremieren gezeigt werden. Erstmals werden auch 3D-Filme gezeigt, neben Wim Wenders' "Pina" kommen zwei weitere künstlerische 3D-Filme zur Aufführung: der Animationsfilm "Les contes de la nuit" von Michel Ocelot als Weltpremiere sowie als Sondervorführung außer Konkurrenz Werner Herzogs 3D-Dokumentarfilm "Cave of Forgotten Dreams".
"Almanya - Willkommen in Deutschland" (außer Konkurrenz) ist das Spielfilmdebüt von Yasemin Samdereli, eine Einwandererkomödie, die die Roxy Film GmbH produziert hat. Ein Held der sogenannten "Berliner Schule" ist Ulrich Köhler, er stellt seinen neuen Film "Die Schlafkrankheit" (Produzent: Komplizen Film auf der Berlinale vor. Wolfgang Murnberger ist mit seinem neuen Film "Mein bester Feind" (Aichholzer Filmproduktion) als Weltpremiere außer Konkurrenz dabei, eine im durch die Nazis besetzten Wien angesiedelte Tragikomödie mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich.
Um den Goldenen Bären konkurriert der ungarische Filmemacher Béla Tarr mit "A Torinói ló", der in Koproduktion mit Vega Film AG in Zürich und der Berliner zero fiction film entstanden ist. Frisch aus Sundance kommt J.C. Chandors Debütfilm "Margin Call", in der Kevin Spacey, Jeremy Irons und Stanley Tucci mit der Finanzkrise ringen. Joshua Marston("Maria voll der Gnade") zeigt seinen zweiten Spielfilm "The Forgiveness Of Blood".
Aus Argentinien kommt "Un Mundo Misterioso" von Rodrigo Moreno, an dem Rohfilm als deutscher Koproduzent beteiligt ist. Auch das mexikanische Spielfilmdebüt "El premio" von Paula Markovitch, die das Drehbuch zu "Lake Tahoe" schrieb, entstand mit deutscher Beteiligung. In Studio Babelsberg gedreht und mit dem Berliner Studio als Koproduzent realisiert wurde der Thriller "Unknown Identity" von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson und Diane Kruger, der außer Konkurrenz läuft. Bavaria Pictures ist bei Alexander Mindadzes "Innocent Saturday" an Bord, einer russisch-deutsch-ukrainischen Koproduktion.
"Jodaeiye Nader az Simin" von Asghar Farhadi ("Darbareye Elly") aus dem Iran, "Saranghanda, Saranghaji Anneunda" (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Lee Yoon-ki aus Südkorea, sowie "Les femmes du 6ème étage" von Philippe Le Guay (mit Sandrine Kiberlain und Carmen Maura) aus Frankreich (außer Konkurrenz) runden den Wettbewerb ab.
Als Sondervorvorführung zeigt die Berlinale "Offside" von Jafar Panahi- eine Solidaritätsbekundung für den verurteilten iranischen Regisseur. Als Abschlussfilm der 61. Berlinale wird am 19. Februar im Anschluss an die Preisverleihungsgala der Gewinnerfilm des Goldenen Bären gezeigt.
Sein komischer cooler Killer Abdul aus "Knockin' on Heaven's Door" ging mit dem Satz "Soll isch dir dein Hirn pusten?" ebenso in die...
Österreichischer Schauspieler. Georg Friedrich gilt als Kult-Mime, der für alle wichtigen österreichischen Regisseure gearbeitet hat. Als...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.