Originaltitel: Mo' Money
USA 1992
Damon Wayans
Marlon Wayans
Stacey Dash
Regie: Peter MacDonald
Verleih: Columbia Tristar
Johnny, der mit seinem Bruder Seymor von kleinen Straßenbetrügereien lebt, verschafft sich einen richtigen Job, um seine Flamme Amber zu erobern. In der Kreditkartenabteilung des Geldinstituts, wo auch Amber arbeitet, kann er nicht lange den Versuchungen beiseite geschaffter Karten widerstehen. Doch der kostenlose Kaufrausch hat Folgen....

In Amerika ist er seit der Comedy-Serie "In Living Colour" ein Star, in Deutschland kennt man Damon Wayans bislang nur als abgetakelten Footballstar an der Seite von Bruce Willis in "Last Boy Scout". In der kurios betitelten Actionkomödie "Meh' Geld" gibt Wayans nun gleich zwei Debüts: als Hauptdarsteller und Drehbuchautor. Ersteres erledigt er Dank seines Charismas und seines perfekten Timings für anarchistischen Humor anstandslos, nur als Schreiber hapert es augenscheinlich: Nach einer gelungenen ersten Dreiviertelstunde geht dem Film auf halber Distanz zusehends die Luft aus.
Die mangelnde Substanz im Skript versucht Regisseur Peter Macdonald ("Rambo 3") mit einer banalen, mit Weichzeichner gedrehten Romanze im Videoclipstil und schließlich überflüssig harter Action (die offensichtlich das weiße Publikum anziehen sollte, das Wayans aus "Last Boy Scout" kannte) zu überdecken. Weniger wäre da mehr gewesen: Der Beginn des Films, in dem der kleine Straßenbetrüger Johnny (Damon Wayans) um die Gunst der schicken Stacey Dash buhlt und ihretwegen sogar einen Job in einem Geldinstitut annimmt, überzeugt mit Witz und Charme. Erst als der notorische Gauner der Versuchung nicht widerstehen kann, sich alte, zu entwertende Kreditkarten unter den Nagel zu reißen und dadurch in einen Betrug großen Stils gezogen wird, entgleist der Film zusehends. In guter Erinnerung bleiben die Szenen, in denen Damon Wayans gemeinsam mit seinem Bruder Marlon (die beiden ergänzen sich vorzüglich!) seinen tabulosen Humor ausspielen kann: Wenn Wayans einen epileptischen Crackjunkie mimend in einem Lebensmittlelladen um ein Sandwich bettelt und diesen dabei verwüstet, oder wenn das Gebrüderpaar Damon und Marlon als Homosexuellenpaar getarnt bei einem Juwelier einkauft, dann erinnert das in seiner Respektlosigkeit an den frühen Eddie Murphy. Lustig gemacht wird sich in "Meh' Geld" nicht über die Leidtragenden der marodierenden USA, sondern das Establishment, das mit dem Elend auf den Straßen konfrontiert wird und ihm - wie die Macher des Films - ohnmächtig gegenüber steht. Während sich Murphy mittlerweile wie ein Michael Jackson des Films weltfremd als Dandy (zuletzt in "Boomerang") selbst feiert, haben die Wayans-Brüder ihre Finger am Puls einer verzweifelten Zeit. Lachend in die Kreissäge heißt ihr Motto - das nächste Mal hoffentlich in einem etwas stärkeren Film. ts.
| Darsteller: | Damon Wayans | ||
|---|---|---|---|
| Marlon Wayans | |||
| Stacey Dash | |||
| Joe Santos | |||
| John Diehl | |||
| Harry Lennix | |||
| Mark Beltzman | |||
| Almayvonne | |||
| Regie: | Peter MacDonald | ||
| Drehbuch: | Damon Wayans | ||
| Produzent: | Michael Rachmil | ||
| Kamera: | Don Burgess | ||
| Musik: | Jay Gruska | ||
So prüde es in den USA auch zugehen mag, die englische Sprache kennt einige drastische Ausdrücke.
Provozieren mit dem bösen F-Wort: Ashton Kutcher mag "Fuck Buddies" (Foto: Kurt Krieger)
"Fuck Buddies" ist so eine Formulierung: Wenn es Männlein und Weiblein nur um Sex geht, sich beide zwar mögen und gut verstehen, aber keinerlei Romantik und Herzklopfen im Spiel ist, dann sind die beiden eben "Fickfreunde".
Genau um diese Art von Zweierbeziehung geht es im neuen Film von Ashton Kutcher. Seine "Fickfreundin" spielt dabei Natalie Portman. Allerdings ist "Fuck Buddies" nur der Arbeitstitel der Komödie. Ashton Kutcher befürchtet, dass am Ende ein anderer Filmtitel vom Plakat prangen wird:
"Ich habe gerade die letzte Szene eines Films namens 'Fuck Buddies' abgedreht, der aber wahrscheinlich gar nicht so heißen wird, keine Ahnung warum! Ich glaube, dass die Leute heiß auf einen Film wären, der 'Fuck Buddies' heißt. Wenn ich selbser ein Plakat sehen würde, auf dem 'Fuck Buddies' steht, würde ich sagen 'Hey, da bin ich dabei, den will ich sehen!' Ich hoffe daher, sie nehmen den Titel, er wäre perfekt!"
Ashton Kutcher, der auch selbst als Produzent arbeitet, kennt dabei natürlich die Mechanismen in Hollywood: Keiner will den möglichen Erfolg eines Films mit einem Titel riskieren, der die konservative Zielgruppe irritieren könnte. Zudem die Komödie von "Ghostbusters"-Regisseur Ivan Reitman ohnehin familienfreundlicher ist, als der Arbeitstitel glauben macht. Denn natürlich bleibt es zwischen Natalie Portman und Ashton Kutcher nicht bei der reinen Zweckbeziehung zum gemeinsamen Lustgewinn, sondern es entwickeln sich echte Gefühle. So vergisst Profi Ashton Kutcher auch nicht, das Wichtigste zu betonen:
"Der Film ist wirklich sehr, sehr lustig! Jedesmal, wenn ich an ihn denke, muss ich laut lachen." Ob das Werk auch in Deutschland ins Kino kommt, ist zwar noch nicht klar, aber bei zwei derart hochkarätigen Stars so gut wie sicher.
Wie auch immer dann der englische Titel lauten wird - die deutsche Übersetzung macht es vermutlich noch schlimmer. Schlechte Beispiele gibt es genug: Aus "Lethal Weapon" wurde "Zwei stahlharte Profis", aus "Mo' Money" "Meh' Geld", "Finding Neverland" wurde zu "Wenn Träume fliegen lernen" verkompliziert, das geniale "Meet the Fockers" zu "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" verflacht und bei "Cellular" wurde im deutschen "Final Call - Wenn er auflegt, muss sie sterben" gleich die komplette Handlung verraten ...
Das komische Talent wurde dem schwarzen Schauspieler Damon Wayans in die Wiege gelegt, der Charme des Hünen entwickelte sich mit seinen Rollen...
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