Jean-Claude van Damme
Natasha Henstridge
Zach Grenier
Regie: Ringo Lam
Verleih: Columbia Tristar
Inspektor Moreau von der Mordkommission in Nizza stellt eines Tages zu seiner nicht geringen Überraschung fest, daß er einen unlängst verstorbenen Zwillingsbruder in der russischen Mafia hatte. Ohne zu Zögern schlüpft Moreau in die Identität des Toten und begibt sich unverzüglich an dessen letzte Wirkungsstätte, das Russenghetto in New York.

Entwickelt sich Van Damme zur Hollywood-Feuerprobe für aufstrebende Hongkong-Veteranen? Nach seiner Zusammenarbeit mit John Woo bei "Harte Ziele" 1993 kickt und ballert der belgische Actionexport Jean-Claude Van Damme ("Timecop") nun erneut unter der Anleitung eines Hongkong-Regisseurs. Ringo Lam, dessen "City on Fire" als Quentin Tarantinos Inspiration für "Reservoir Dogs" gilt, kann zwar nicht mit der ausgefeilten Actionästhetik Woos konkurrieren, doch Lam hat das Macho-Metier ausreichend im Griff, um in seinem US-Debüt Genrefans auf ihre Kosten kommen zu lassen.
Die geradlinig-konventionelle Action - Kampf mit Fäusten, Fußkanten, Feuerwaffen und rasante Fahrzeugjagden - wird in atemberaubenden Tempo, ansprechend gefilmt und hackmesserschnell geschnitten, dargeboten. Präsize Plotentwicklung und ausgewogene Charakterzeichnung bleiben dabei als unbedeutende Nebensächlichkeiten auf der Strecke. Schon die Eröffnungsszene zeigt, wo es bei "Maximum Risk" langgeht: Eine gnadenlose, gediegen choreographierte Verfolgungsszene durch die engen Gassen Nizzas endet mit dem Tod des Gehetzten. In vertrauter Minimalmanier mimt Van Damme nun den französischen Flic Alain Moreau, der sich mit einem mausetoten und ihm bis dato unbekannten Zwillingsbruder (bei "Geballte Ladung - Double Impact" hatte er bereits das Vergnügen, sich in zweifacher Ausführung zu spielen) konfrontiert sieht. Sein Bruder trug den Namen Mikhail und lebte im New Yorker Russenviertel Little Odessa. Dorthin begibt sich Alain, um das Mordrätsel aufzuklären und Rache zu nehmen. Prompt wird er für seinen verstorbenen Bruder gehalten, der eine große Nummer in der russischen Mafia war. Zudem kann er sich der zärtlichen Zuneigungsbeweise von Mikhails rank-schlanker Freundin Alex (die "Species"-Schöne Natasha Henstridge bietet erneut die wohlgeformten Äußerlichkeiten zur Schau) erfreuen. Gemeinsam werden sie nun von den Mafiosi und korrupten FBI-Agenten gejagt und landen schließlich wieder in Nizza, wo es zur finalen furiosen Auseinandersetzung kommt. Für die verschiedenen Akte des brachialen Blutballetts wurden unter anderem ein Dampfbad, eine in Flammen stehende Anwaltskanzlei und die Staatsbank in Nizza ausgewählt. Die Lokalität des Paarungstangos von Van Damme und Henstridge ist ein Badezimmer, was die unfreiwillige Situationskomik der Sexszene noch zusätzlich anzuheizen weiß. In Nebenrollen treten namhafte Mimen wie Jean-Hugues Anglade als Alains Sidekick, Stephane Audran als Mutter Moreau, David Hemblen als russischer Don und Zach Grenier als aufstrebender Mobster auf. In den USA landete der adrenalinankurbelnde Actionknaller mit relativ unspektakulären 5,6 Mio. Dollar immerhin auf Platz eins der Charts. ara.
| Darsteller: | Jean-Claude van Damme | als Alain Moreau | |
|---|---|---|---|
| Natasha Henstridge | als Alex Minetti | ||
| Zach Grenier | als Ivan Dzasokhov | ||
| Jean-Hugues Anglade | als Sebastien Thirry | ||
| Paul Ben-Victor | als Agent Pellman | ||
| Frank Senger | als Agent Loomis | ||
| David Hemblen | |||
| Frank Van Keeken | |||
| Stefanos Miltsakakis | |||
| Stéphane Audran | |||
| Regie: | Ringo Lam | ||
| Drehbuch: | Larry Ferguson | ||
| Produzent: | Moshe Diamant | ||
| Jason Clark | |||
| Ausf. Produzent: | Roger Birnbaum | ||
| Kamera: | Alexander Gruszynski | ||
| Schnitt: | Bill Pankow | ||
| Musik: | Robert Folk | ||
Was macht eigentlich Jean-Claude Van Damme? Interessiert das noch irgendwen? Wie auch immer - der etwas in die Jahre gekommene Actionstar lässt jedenfalls munter weiter die "Muscles from Bruxelles" spielen, demnächst sogar in zwei Filmen gleichzeitig.
"The Tower" erzählt die Geschichte eines Rennfahres im Ruhestand, der ins Koma fällt und sich während einer Nahtod-Erfahrung in einem rätselhäften, mehrstöckigen Turm wiederfindet. Klingt komisch, ist aber so. Der Film ist immerhin mit 16 Mio. Dollar budgetiert, Regie führen wird Van Damme höchstpersönlich.
In "After Death" reist Kickbox-Claude nach China, um einem Freund zu helfen, der allerdings schon vor seiner Ankunft das Zeitliche segnet. Wen er daraufhin wie vertrimmt, ist noch nicht bekannt. Inszeniert wird diese Action-Perle von Ringo Lam ("Maximum Risk").
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