Originaltitel: Marcello Marcello
Deutschland/Schweiz 2008
Francesco Mistichelli
Elena Cucci
Luigi Petrazzuolo
Regie: Denis Rabaglia
Verleih: Senator
Eine kleine italienische Insel im Jahr 1956. Einem alten Brauch zufolge müssen junge Männer den Papas ihres anvisierten Herzblatts ein Geschenk präsentieren - gefällt das, darf die Angebetete erstmals ausgeführt werden. Fischersohn Marcello hat ein Auge auf die Bürgermeistertochter Elena geworfen und auch die passende Geschenkidee - nur die finanziellen Mittel, das Präsent zu erwerben, fehlen ihm. Also stürzt er sich in einen schwungvollen Tauschhandel, der ihn ans Ziel seiner Wünsche bringen soll. Eine Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl und gute Menschenkenntnis voraussetzt.

Heitere Sommerromanze mit origineller Ausgangsidee, die mit einem sympathischen Hauptdarsteller, skurrilen Nebenfiguren und pittoresk-nostalgischen Postkartenmotiven trumpft.
Italiens Inselwelt bezaubert mit schönen Frauen. Ingrid Bergman brachte den "Stromboli" zum Glühen, "Der Postmann" verfiel auf einem Eiland vor Neapels Küste Maria Grazia Cucinottas neckischen Ballspielen und Claudia Cardinale, genannt "Nationale", machte Capitano Franco Nero auf Sizilien in "Der Tag der Eule" schöne Augen. Nun, im neuen Millennium, lockt die liebliche Kino-Newcomerin Elena Cucci als Elena Del Ponte auf einer fiktiven kleinen Insel den Fischersohn Marcello.
Zurück in die "prüden" 50er Jahre führt "Marcello Marcello" von Denis Rabaglia ("Azzurro"), der Mark David Hatwoods Roman "Marcello und der Lauf der Liebe" sehr frei für die Leinwand bearbeitet hat. Ein weich gezeichnetes Feelgood Movie ist das Ergebnis, romantische Sonnenuntergänge, pittoreske Postkartenmotive (Kamera: Filip Zumbrunn) und einschmeichelnde Musikuntermalung inklusive. Der Held, ein aufrechter Kerl mit großen Augen und Wuschelkopf, mit viel positiver Energie gespielt von Neuling Francesco Mistichelli, verguckt sich in die Asthma-kranke Tochter des Bürgermeisters und will ein Date. Aber das ist leichter gesagt als getan, denn ein alter Inselbrauch schreibt vor, dass potentielle Freier beim Vater der avisierten Schönen vorsprechen und ein Geschenk abgeben müssen - für den Papa, der dann darüber entscheidet, welcher der jungen Männer die Tochter zuerst ausführen darf. Marcello mangelt es nicht an der zündenden Präsentidee, ihm fehlen schlicht die finanziellen Mittel - also beginnt er einen schwungvollen Tauschhandel, der ihn ans Ziel seiner Träume führen soll.
Marcello rennt los wie einst Tykwers "Lola", vorbei an bunten Häusern und durch kopfsteingepflasterte Winkelgassen, gibt Brautkleider für Zitronenlikör, lässt einen ewig krähenden Hahn den Besitzer wechseln, bringt den sitzengelassenen Papa mit der Frau seines Herzens zusammen und den Priester, einen militanten Rock'n'Roll-Gegner, fast um den Verstand. Die ersten 45 Minuten vergehen wie im Fluge, Jean-Pierre Jeunets "fabelhafte Welt der Amèlie" lässt grüßen, gerne schaut man dem schlauen Schlichten zwischenmenschlicher Problemchen zu und genießt dabei das mediterrane Flair. Dann erschöpft sich die reizvolle Ausgangsidee und übrig bleibt eine klassische Liebesgeschichte, die gewohnte Genremuster bedient. Dennoch folgt man Marcellos Schnitzeljagd gerne. Hinter jeder Ecke lauert eine neue Überraschung, sorgfältig sind die (fast durchwegs) skurrilen Figuren gezeichnet und mit Fiesling Armando Cesari (Alfio Alessi) gibt es auch einen Nebenbuhler, den man richtig schön hassen darf. Luftig-heiterer Herzschmerz - und die richtige Einstimmung für den nächsten Sommerurlaub in Bella Italia. geh.
| Darsteller: | Francesco Mistichelli | als Marcello Romei | |
|---|---|---|---|
| Elena Cucci | als Elena Del Ponte | ||
| Luigi Petrazzuolo | als Pasquale | ||
| Alfio Alessi | als Armando Cesari | ||
| Luca Sepe | als Diego | ||
| Renato Scarpa | als Don Tommaso | ||
| Antonio Pennarella | als Mariano Romei | ||
| Mariano Rigillo | als Del Ponte | ||
| Peppe Lanzetta | als Rozzani | ||
| Roberto Bestazzoni | als Professor Pizzuti | ||
| Rosa Masciopinto | als Bernardina Palmieri | ||
| Teresa Del Vecchio | als Rosetta Palmieri | ||
| Susy del Giudice | als Evangelina Di Meo | ||
| Maria Pia Calzone | als Signora Lombardi | ||
| Regie: | Denis Rabaglia | ||
| Drehbuch: | Mark David Hatwood | ||
| Denis Rabaglia | |||
| Produzent: | Anne Walser | ||
| Koproduzent: | Denis Rabaglia | ||
| Martin Hagemann | |||
| Buchvorlage: | Mark David Hatwood | ||
| Kamera: | Filip Zumbrunn | ||
| Schnitt: | Claudio Di Mauro | ||
| Musik: | Henning Lohner | ||
| Produktionsdesign: | Marion Schramm | ||
| Kostüme: | Pascale Suter | ||
| Ton: | Tom Weber | ||
| Malte Zurbonsen | |||
| Casting: | Claudio Grimaldi | ||
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