Originaltitel: Man on Fire
USA 2004
Denzel Washington
Dakota Fanning
Christopher Walken
Regie: Tony Scott
Verleih: Paramount
Aus der Bahn geraten und vom Alkohol gezeichnet, wittert der ehemalige CIA-Agent John Creasy (Denzel Washington) seine letzte Chance zur Rehabilitation, als ihm sein väterlicher Freund Rayburn (Christopher Walken) anbietet, den Leibwächterdienst für die zehnjährige Tochter eines mexikanischen Industriellen (Marc Anthony) zu übernehmen. Als die Kleine praktisch vor seiner Nase gekidnappt wird und die korrupte Polizei offenbar teilweise mit den Tätern unter einer Decke steckt, sieht Creasy rot.
Brian Helgeland ("Payback") schrieb das Drehbuch, und Tony "Top Gun" Scott inszenierte den hektisch montierten Actionthriller nach Schema R wie Rache.
"Training Day" war gestern, Action Day ist heute: Bodyguard Denzel Washington sieht rot, als Banditen ein kleines Mädchen entführen, das seinen Panzer knackt.
Vor Leon und Mathilda, vor Jean Reno und Natalie Portman, gab es Creasy und Sam. 1987, im gleichnamigen Drama des Franzosen Elie Chouraqui, spielte Scott Glenn den unnahbaren, wortkargen Aufpasser, und Jade Malle (Tochter von Regisseur Louis Malle) das Mädchen, das schließlich seinen Panzer bricht.
Die Neuauflage dieser sehenswerten Geschichte von der Wiederauferstehung eines desillusionierten Mannes durch das reine Herz eines Engels folgt in groben Zügen dem Original, verlegt aber den Schauplatz von Italien nach Mexiko und lässt, unter der Regie von Actionprofi Tony Scott ("Spy Game"), das europäische Entführungsdrama in einer fiebrigen mittelamerikanischen Emotionalität explodieren.
Im Soundtrack eine Atmosphäre von perkussiver Erregung, aber auch von lyrischer Melancholie, in der Linda Ronstadts "Blue Bayou" und Claude Debussys "Claire de Lune" verschmelzen.
Im Bild eine kinetische Kamera, die mit Blitzschwenks und Positionswechseln die Aufgewühltheit des Manns unter Feuer verrät. Eine ideale Rolle für Denzel Washington, den Spezialisten für brodelnde Vulkane.
Washingtons Creasy ist Ex-Marine, ein Mann, der oft getötet hat und nun selbst kein Leben mehr in sich fühlt. Durch Vermittlung eines Freundes findet der Alkoholiker einen Job als Bodyguard.
Im Entführungsparadies Mexiko soll er Pita (schon ein Profi: Dakota Fanning), die Tochter eines mexikanischen Geschäftsmanns, beschützen.
Behutsam entwickelt der Film, wie der kleine zwitschernde Vogel den großen störrischen Brummbär aus der Reserve lockt, in ihm den Ersatz für den nie präsenten Vater wittert, der er schließlich auch wird.
Ein Hauch von Bedrohung liegt von Beginn an über dieser fragilen Freundschaft, angedeutet durch eine glänzende Spannungssequenz an einer roten Ampel.
Ihre Farbe gibt das Motto für die zweite Hälfte des Films vor, als Pita trotz Eingreifen ihres Bodyguards entführt wird, und Creasy schwer verwundet Vergeltungspläne signalisiert.
"Ich tue, was ich am besten kann", gibt er Pitas Mutter ein blutiges Versprechen und löst es in einer Serie von packenden Actionsequenzen ein - denn längst hat das kleine Mädchen sein Herz gewonnen.
Wenn dann nach 142 Filmminuten die dominante Ratte aus dem verzweigten Nest der Entführer aufgescheucht ist, wenn Geldgier, Korruption und Skrupellosigkeit in hässlichen Hinterhöfen, aber auch noblen Salons ihren Auftritt hatten, kommt der "Man on Fire" zur Ruhe. Doch wer ihn explodieren sah, wird sicher aufgewühlt bleiben.
| Darsteller: | Denzel Washington | als John Creasy | |
|---|---|---|---|
| Dakota Fanning | als Pita Ramos | ||
| Christopher Walken | als Rayburn | ||
| Giancarlo Giannini | als Manzano | ||
| Radha Mitchell | als Lisa Ramos | ||
| Marc Anthony | als Samuel Ramos | ||
| Rachel Ticotin | als Mariana | ||
| Mickey Rourke | als Jordan Kalfus | ||
| Angelina Pelaez | als Schwester Anna | ||
| Gustavo Sanchez Parra | als Daniel Sanchez | ||
| Gero Camilo | als Aurelio Sanchez | ||
| Rosa Maria Hernandez | als Maria | ||
| Heriberto Del Castillo | als Bruno | ||
| Mario Zaragoza | als Jorge Ramirez | ||
| Jesús Ochoa | als Fuentes | ||
| Regie: | Tony Scott | ||
| Drehbuch: | Brian Helgeland | ||
| Produzent: | Arnon Milchan | ||
| Lucas Foster | |||
| Tony Scott | |||
| Koproduzent: | Conrad Hool | ||
| Ausf. Produzent: | Lance Hool | ||
| James Scotchdopole | |||
| Buchvorlage: | A. J. Quinnell | ||
| Kamera: | Paul Cameron | ||
| Schnitt: | Christian Wagner | ||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| Produktionsdesign: | Benjamín Fernández | ||
| Chris Seagers | |||
| Hector Romero | |||
| Kostüme: | Louise Frogley | ||
| Ton: | Willie D. Burton | ||
| Casting: | Bonnie Timmermann | ||
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