Originaltitel: Man of the Year
USA 2006
Robin Williams
Christopher Walken
Laura Linney
Regie: Barry Levinson
Tom Dobbs moderiert eine TV-Show, in der er allabendlich die miserable Situation des Landes und die Inkompetenz der Politiker sarkastisch ins Visier nimmt. Ein Fan schlägt vor, Dobbs solle als US-Präsident kandidieren. Prompt geht Dobbs auf Wahlkampftour quer durch Amerika - und gewinnt wegen eines Computerfehlers.

Regisseur Barry Levinson und Komiker Robin Williams bilden nach "Good Morning, Vietnam" (1987) erstmals wieder ein Team für diese Mischung aus Politsatire, Thriller und Liebesgeschichte.
Levinson, der zuletzt mit der schwarzen Komödie "Neid" daneben gegriffen hatte, besinnt sich auf seinen letzten Erfolg mit der Politsatire "Wag The Dog". Auch diesmal spielt der Einfluss der Medien auf die Politik eine entscheidende Rolle. Als zeitgemäßes Sprungbrett der Story dient der Umstand, dass eine wachsende Anzahl von Amerikanern für ihre Nachrichteninformationen, statt traditioneller Sendungen, Comedyshows wie "The Daily Show" mit Jon Stewart bevorzugen. Vorrangig nach Stewarts Vorbild ist Williams Figur Tom Dobbs angelegt, der allabendlich die miserable Situation des Landes und die Inkompetenz und Gleichgültigkeit der Politiker sarkastisch ins Visier nimmt. Die Spontanidee eines Fans der TV-Star solle für die US-Präsidentschaft kandidieren wird schnell zur Tat umgesetzt, und unterstützt von seinem kettenrauchenden Manager (Christopher Walken) und skeptischen Showautoren (Lewis Black) befindet sich Dobbs ruckzuck auf Wahlkampftour quer durch Amerika. Bei der Debatte mit seinen beiden Rivalen läuft er zu Höchstform auf und prangert alles an, was es am aktuellen System zu bemängeln gibt, seien dies Bildung, Renten- und Krankenversicherung, Umweltverschmutzung, korrupte Politiker, die von den Lobbyisten der Großkonzerne gelenkt werden, etc.
A la "Bulworth" trifft der Underdog mit seiner ungeschminkten Kritik beim Volk einen Nerv und am Wahltag geht er als Sieger hervor. Daraufhin schaltet Levinson, der zudem das Drehbuch verfasste, auf lauwarmen Politthriller um. Der Sand ins Getriebe bringende Subplot handelt von Softwarespezialistin Eleanor Green (Laura Linney in einer ungewollt unsympathischen Rolle), die einem Fehler im Wahlcomputersystem auf die Spur kommt, der Dobbs zu Unrecht den Vorteil gegeben hat. Bevor sie dies jedoch publik machen kann, wird sie von ihrer Firma gefeuert (Jeff Goldblum in einem Auftritt als skrupelloser Anwalt) und als drogensüchtig angeschwärzt. Sie wendet sich direkt an Dobbs und eine fade Romanze blüht eher fruchtlos auf, kompliziert von ihren Gewissenskonflikten, ob sie ihm seine Präsidentschaft vermiesen soll, obwohl er der beste Mann für den Job zu sein scheint.
Das Fazit ist eine Dramedy, die weder sonderlich witzig, noch ausreichend dramatisch ist. Robins schwankt zwischen aufgedreht-lebhaften und sedierten Momenten und wird daher kaum eine Nominierung zum Schauspieler des Jahres erhalten. ara.
| Darsteller: | Robin Williams | ||
|---|---|---|---|
| Christopher Walken | |||
| Laura Linney | |||
| Jeff Goldblum | |||
| Regie: | Barry Levinson | ||
| Produzent: | James G. Robinson | ||
| Barry Levinson | |||
| Kamera: | Dick Pope | ||
| Produktionsdesign: | Stefania Cella | ||
Ob als Mathematiker in "Jurassic Park", als eigenwilliges Genie in "Independance Day" oder als egoistischer Programmdirektor in "Der Guru": Jeff Goldblum ist sehr vielseitig.
Jetzt wird Jeff Goldblum die Hauptrolle in der Romanadaption "Adam Resurrected" übernehmen, die Buchvorlage stammt von dem israelischen Autor Yoram Kaniuk. In dem Drama spielt Goldblum einen jüdischen Clown, der von den Nazis während des zweiten Weltkriegs nur am Leben gelassen wurde, um die Juden auf dem Weg in die Gaskammern zu unterhalten.
Nach dem Ende des Krieges landet der Entertainer in einem Heim für Überlebende des Holocausts. Dort vegetiert er vor sich hin und kämpft damit, den Wahnsinn des Konzentrationslagers zu vergessen. Regisseur Paul Schrader ("City Hall") wird den Film inszenieren. Der Drehbeginn ist für das nächste Frühjahr anvisiert, gefilmt wird in Deutschland, Rumänien und Israel.
Nachdem er letztes Jahr mit dem Stück "The Pillowman" einen Ausflug an den Broadway wagte, drehte Jeff Goldblum dieses Jahr wieder Filme. In der Postproduktion befindet sich die Komödie "Man of the Year" mit Robin Williams. Ebenfalls abgedreht ist der Action-Thriller "Fay Grim", in dem Goldblum einen CIA-Agenten spielt.
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