Originaltitel: Wallander - Kuriren
Schweden/Deutschland 2009
Krister Henriksson
Lena Endre
Stina Ekblad
Regie: Leif Magnusson

Geschickt platziert: Kaum ist Henning Mankells letzter Wallander-Roman ("Der Feind im Schatten") in den Buchhandlungen und prompt auch auf den Bestsellerlisten aufgetaucht, präsentiert die ARD ein weiteres Werk aus der jüngsten, 13 Filme umfassenden Staffel.
Dass die schwedisch-deutschen Koproduktionen nicht auf Buchvorlagen des weltberühmten Autors beruhen, tut dem Erfolg der Reihe keinen Abbruch; immerhin hat sich der Meister die Geschichten ausgedacht. Vom Kugelhagel des Finales mal abgesehen ist die eigentliche Krimihandlung allerdings relativ unspektakulär: Der gewaltsame Tod eines Motorradfahrers bringt Kurt Wallander (Krister Henriksson) und sein Team auf die Spur eines schwunghaften Drogenhandels. Als Kuriere werden professionelle Rennfahrer eingesetzt; entsprechend eindrucksvoll sind die mit subjektiver Kamera gefilmten Bilder, wenn die Motorradprofis durch die Nacht rasen. Nach dem Ausfall des ersten Kuriers muss ein Kollege ran; die Gangster erpressen ihn dazu, indem sie ihn in einer Grube bei lebendigem Leibe mit flüssigem Zement übergießen und anschließend drohen, seiner hochschwangeren Freundin Gewalt anzutun. Trotzdem gelingt es der Polizei, den Mann zur Zusammenarbeit zu überreden und der Drogenmafia das miese Handwerk zu legen.
Da von vornherein klar ist, wer sich in dieser Geschichte die Hände schmutzig macht - auch der vermeintlich unbescholtene Chef eines Motorradclubs hat jede Menge Dreck am Stecken -, liegt der Reiz der Handlung auf einer anderen Ebene: Allein dank der gebrochenen Figur Wallanders unterscheidet sich der Krimi von der üblichen Dutzendware. Mankell glaubt, das Erfolgsgeheimnis seines äußerlich unscheinbaren Helden liege in seiner Normalität: Wallander muss sich nicht bloß Verbrechern, sondern auch den Aufgaben des Alltags stellen. Größere Herausforderung als die Zerschlagung des Drogenkartells ist daher diesmal die Menschenführung: Als seine junge Mitarbeiterin Isabell (Nina Zanjani) von den Gangstern eingeschüchtert wird und prompt den Dienst quittiert, versagt Wallander als Vorgesetzter völlig; hier wird die Hauptfigur regelrecht demontiert. Zerknirscht fragt sich der Ermittler schließlich, warum er als Abteilungsleiter von den Kollegen zwar respektiert wird, aber nicht beliebt ist. Bei allem Respekt auch für die handwerkliche Umsetzung (Regie: Leif Magnusson): Ein echter Wermutstropfen ist die Synchronisation, die die Qualität des Films mit ihrem typischen Kunstdeutsch hörbar schmälert. tpg.
| Darsteller: | Krister Henriksson | als Kurt Wallander | |
|---|---|---|---|
| Lena Endre | als Katarina Ahlsell | ||
| Stina Ekblad | als Karin Linder | ||
| Mats Bergman | als Nyberg | ||
| Douglas Johansson | als Martinsson | ||
| Nina Zanjani | als Isabell | ||
| Sverrir Gudnason | als Pontus | ||
| Fredrik Gunnarsson | als Svartman | ||
| Noah Waldfogel | als Elias Ahlsell | ||
| Tomas Köhler | als Mats Runberg | ||
| Rafael Pettersson | als Hans Kolt | ||
| Dragomir Mrsic | als Jovan | ||
| Inga Landgré | als Nybergs Mutter | ||
| David Hagman | als Lillis | ||
| Jan-Erik Emretsson | als Nico | ||
| Mats Eklund | als Bosse | ||
| Beate Bille | als Petra | ||
| Regie: | Leif Magnusson | ||
| Drehbuch: | Stefan Thunberg | ||
| Stephan Apelgren | |||
| Produzent: | Malte Forssell | ||
| Koproduzent: | Hans-Wolfgang Jurgan | ||
| Asa Sjöberg | |||
| Ralf Ivarsson | |||
| Ausf. Produzent: | Ole Søndberg | ||
| Mikael Wallén | |||
| Anni Faurbye Fernandez | |||
| Vibeke Windeløv | |||
| Kamera: | Geoff Boyle | ||
| Schnitt: | Kristofer Nordin | ||
| Musik: | Fläskkvartetten | ||
| Produktionsdesign: | Anna Asp | ||
| Kostüme: | Kicki Ilander | ||
| Ton: | Per Sundström | ||
| Casting: | Maria Bolme | ||
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