Zweiter Teil von Lars Von Triers Amerika-Trilogie, in der Grace aus "Dogville" Demokratie in eine Plantage bringen will. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz39/z0539512/b150x150.jpg Manderlay

Filmdetails

Manderlay

Zweiter Teil von Lars Von Triers Amerika-Trilogie, in der Grace aus "Dogville" Demokratie in eine Plantage bringen will.


Manderlay
Start: 10.11.2005

Drama

Deutschland/Dänemark/Schweden/Frankreich/Großbritannien/Niederlande 2005
Laufzeit: 139 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Bryce Dallas Howard
Isaach De Bankolé
Willem Dafoe

Regie: Lars von Trier
Verleih: Legend Films (Neue Visionen)

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Inhalt

Amerika in den 30er Jahren. Grace Margaret Mulligan (Bryce Dallas Howard in der Nachfolge von Nicole Kidman) lässt Dogville hinter sich und entdeckt auf der Reise durchs Land in Begleitung der Gangsterbande ihres Vaters (Willem Dafoe für James Caan) die sonderbare Farm Manderley, wo es zugeht wie vor dem Bürgerkrieg und Sklaven für weiße Herren schuften. Grace aber dürstet nach Gerechtigkeit, und so veranlasst sie ihren Vater, den Unterdrückten die Freiheit mit Gewalt zu verschaffen. Letztere scheinen jedoch auf Demokratie wenig erpicht.

Im Nachfolger von "Dogville" besetzt Lars von Trier zentrale Rollen neu bzw. lässt gewohnte Darsteller neue Rollen spielen und zelebriert ansonsten mit den üblichen minimalistischen Mitteln ein recht unsubtiles Gleichnis auf Amerikas Irak-Feldzug.


Kritik

Zweiter Teil der Amerika-Trilogie Lars von Triers, in der Grace aus "Dogville" Demokratie in eine Plantage bringen will.

Großansicht Grace will etwas verändern (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

Grace will etwas verändern (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

Gerade eben dem Martyrium in Dogville entkommen, stößt Grace (Bryce Dallas Howard) im amerikanischen Süden der 30er Jahre auf die Plantage Manderlay, in der die Schwarzen immer noch wie Sklaven gehalten werden. Gerade ist ihre Herrin gestorben.

Also beschließt Grace, die Demokratie nach Manderlay zu bringen - notfalls mit Waffengewalt und der von ihrem Vater zu ihrer Hilfe abgestellten Gangster. Der Prozess erweist sich als schwierig, zumal Grace einem der Schwarzen verfällt. Und schließlich wartet eine faustdicke Überraschung auf die Retterin.

Großansicht Die Sklaverei muss ein Ende haben (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

Die Sklaverei muss ein Ende haben (Foto: Legend Films (Neue Visionen))

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Reines Bühnenstück

Im zweiten Teil von Lars von Triers radikaler Trilogie über Amerika, der wie der Vorgänger "Dogville" nur auf einer gewaltigen Bühne mit wenigen Kulissenfragmenten gedreht und in acht Kapitel strukturiert wurde, befasst sich der Filmemacher anhand des Themas Sklaverei mit den Problemen einer aufgezwungenen Demokratie. Verweise auf den Irak und Afghanistan sind unverkennbar.

Der im Vorgänger von Nicole Kidman gespielte Part wurde von Bryce Dallas Howard ("The Village") übernommen, die die Grace weicher, aber auch mit mehr Enthusiasmus spielt.

Manderlay

Darsteller:  Bryce Dallas Howard   als Grace Margaret Mulligan
  Isaach De Bankolé   als Timothy
  Willem Dafoe   als Graces Vater
  Lauren Bacall   als Mam
  Danny Glover   als Wilhelm
  John C. Reilly  
  Jeremy Davies   als Niels
  Chloë Sevigny   als Philomena
  Jean-Marc Barr   als Mr. Robinsson
  Udo Kier   als Mr. Kirspe
  Michaël Abiteboul   als Thomas
  Virgile Bramly   als Edward
  Ruben Brinkmann   als Bingo
  Doña Croll   als Venus
  Llewella Gideon   als Victoria
  Fredric Gildea  
  Mona Hammond   als Old Wilma
  Andrew Hardiman  
  Aki Hirvonen  
  Ginny Holder   als Elisabeth
  Emmanuel Idowu   als Jim
  Zeljko Ivanek   als Dr. Hector
  Michael Johansson  
  Wendy Juel   als Claire
  Hasse Karlsson  
  Rik Launspach   als Stanley Mays
  Suzette Llewellyn   als Flora
  Charles Maquignon   als Bruno
  Ian Matthews  
  Seth Mpundu   als Ed
  Sherrell Murphy-Ramos  
  Joseph Mydell   als Mark
  Derrick Odhiambo-Widell   als Willie
  Javone Prince   als Jack
  Clive Rowe   als Sammy
  Maudo Sey  
  Erich Silva   als Viggo
  Nina Sosanya   als Rose
  Ross Tamlor  
  Eric Voge  
  Alemayehu Wajikira  
  Nick Wolf  
  Geoffrey Batemann   als Bertie
  Teddy Kempner   als Joseph
 
Regie:  Lars von Trier  
Drehbuch:  Lars von Trier  
Produzent:  Vibeke Windeløv  
Koproduzent:  Gillian Berrie  
  Humbert Balsan  
  Bettina Brokemper  
  Lars Jönsson  
  Els Vandevorst  
Ausf. Produzent:  Peter Aalbæk Jensen  
  Lene Børglum  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Schnitt:  Bodil Kjærhauge  
  Molly Stensgård  
Produktionsdesign:  Simone Grau  
Kostüme:  Manon Rasmussen  
Ton:  Kristian Eidnes Andersen  
  Ad Stoop  
  Marten Negenman  
Casting:  Avy Kaufman  

Fatih Akin in der Jury von Cannes

Ein deutscher Film im offiziellen Wettbewerb, zwei deutsche Beiträge in den Nebenreihen und ein gebürtiger Hamburger in der Jury: Das 58. Festival de Cannes erweist dem oft geschmähten heimischen Kino seinen Respekt.

Großansicht Wird den Wettbewerb kritisch beäugen: Fatih Akin (Foto: timebandits films)

Wird den Wettbewerb kritisch beäugen: Fatih Akin (Foto: timebandits films)

Fatih Akin, der mit "Gegen die Wand" auf der Berlinale 2004 zum umjubelten Jungstar aufstieg, darf seinen Filmverstand ab 11. Mai in der Jury von Cannes unter Beweis stellen. Dabei ist der Regisseur in illustrer Gesellschaft, denn der Kreis der Juroren ist so hochkarätig wie selten:

Neben Akin und dem Vorsitzenden Emir Kusturica werden beispielsweise Action-Zauberer John Woo aus China und die amerikanische Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison ("Liebe", "Jazz") über die Vergabe der begehrten Goldenen Palme entscheiden. Dazu gesellen sich die mexikanische Schauspiel-Göttin Salma Hayek ("Frida") und der Spanier Javier Bardem, der sich als Titelheld des grandiosen Dramas "Das Meer in mir" im Februar über den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film freuen durfte.

Die Macht ist stark, an der Croisette

Komplettiert wird die Jury durch die französische Regisseurin Agnès Varda, die auch als Ko-Autorin von "Der letzte Tango in Paris" bekannt ist, ihren Landsmann und Kollegen Benoît Jacquot ("Sade") sowie die indische Darstellerin Nandita Das, die mit dem homoerotischen Emanzipationsdrama "Fire - Wenn Liebe Feuer fängt" in den deutschen Kinos war.

Kein Wunder also, dass Akin sich sehr freut, dass ihn der künstlerische Leiter des Festivals, Thierry Frèmaux, nominiert hat: "Für mich ist das eine große Ehre", sagte Akin. "Ich freue mich auf diesen intensiven Workshop!"

Wer bei den gestrengen Juroren das Rennen machen wird, ist indes völlig offen. Das Comic-Spektakel "Sin City" von Robert Rodriguez mit seiner Parade von US-Superstars hat wohl nur Außenseiterchancen. Cannes-Lieblinge wie Gus Van Sant ("Last Days"), Jim Jarmusch ("Broken Flowers") und Lars von Trier ("Manderlay") gehören auch dieses Jahr zum Favoritenkreis. Nicht zu vergessen Wim Wenders, der für seine erneute Zusammenarbeit mit Sam Shepard in "Don't Come Knocking" nach der Goldenen Palme für "Paris; Texas" wieder auf Palmzweige in Edelmetall hofft.

Klar ist nur, dass es den größten Rummel um einen Film geben wird, der an der Côte d'Azur außer Konkurrenz läuft: "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith".

Star

Bryce Dallas Howard

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