
Ein Gesellschaftsspiel, dass sich als Kampf auf Leben und Tod entpuppt: Das Muster von "Manatu" erinnert an "Jumanji" und "Zathura". Der Familienfilm gleicht fehlendes Geld durch Fantasie aus.
Natürlich kommt die Sat.1-Variante zwangsläufig eine Nummer kleiner daher: Nicht imposante Monster aus dem Rechner oder mordlustige Außerirdische, sondern holografische Eingeborene werden hier beschworen. Auch die Aufgaben sind eher schlicht: Durch entsprechende Gestik, mit der man das Hologramm steuert, rudern die Spieler über einen reißenden Fluss oder spießen mit dem Speer Fische auf.
Während die Teilnehmer bei diesen Aufgaben also vergleichsweise leichtes Spiel haben und auch keine Konsequenzen fürchten müssen, wenn die Eingeborenen ins Wasser plumpsen, bergen die roten Felder eine tödliche Gefahr: Hier erscheint ein wabernder Schädel und stellt drei Fragen. Eine Lüge ist erlaubt; bei der zweiten finden sich sämtliche Spieler auf kleinen Plattformen über einem gähnenden Abgrund wieder. Einziger Ausweg ist eine unerreichbar scheinende Tür.
Natürlich lebt "Manatu", das Spiel wie auch der Film, von dieser tödlichen Ebene; die Stationen dazwischen sind mal mehr, mal weniger unterhaltsamer Zeitvertreib (Regie: Edzard Onneken). Autor Sven Böttcher verzichtet außerdem darauf, aus den Lügen nennenswertes dramaturgisches Kapital zu schlagen. Ohnehin ist die Rahmenhandlung ein bisschen schwach und allzu deutlich Richtung Sat.1-Zuschauerin gestrickt: Muttern (Susanna Simon) ist zwar die Beste, aber alle vergessen ihren Geburtstag. Gatte Mathias (Markus Knüfken) hat ohnehin bloß Ohren für sein mobiles Telefon. Deshalb hat Schwager Marc (Pasquale Aleardi) das Spiel Manatu geschickt: Es zwingt die Familie dazu, einen Abend daheim zu verbringen und sich endlich mal wieder miteinander zu beschäftigen.
Die ersten Herausforderungen sind noch harmlos-heiter: Mathias kriegt einen Riesenschreck, als er nach einem Stromausfall den Sicherungskasten öffnet; bei Licht betrachtet sitzt da allerdings nur ein Spielzeugmonster. Die kleine Tochter Betty macht hingegen eine traumatische Erfahrung, als sie ihre heiß geliebte Puppe Lena opfern muss, um die Sippschaft aus der Grube zu retten. Auch wenn dieser Schacht recht eindrucksvoll aussieht: Schade ist es doch, dass die Familie immer wieder hier landet. Da sie die Herausforderung beim ersten Mal souverän gemeistert hat, will später keine richtige Spannung mehr aufkommen; da können die Damen noch so überzeugend kreischen, wenn sie am Seil über der schwindelnden Tiefe baumeln. tpg.
| Darsteller: | Susanna Simon | als Laura | |
|---|---|---|---|
| Markus Knüfken | als Mathias | ||
| Pasquale Aleardi | als Mark | ||
| Stefan Miess | als Ron | ||
| Emilia Schüle | als Nikki | ||
| Kara McSorley | als Betty | ||
| Paul Faßnacht | als Nebelkopf | ||
| Saskia Valencia | als Mona | ||
| Peter Gavajda | als Paluna | ||
| Rainer Luxem | als Postler | ||
| Katreen Hardt | als Autovermieterin | ||
| Regie: | Edzard Onneken | ||
| Drehbuch: | Sven Böttcher | ||
| Produzent: | Philip Voges | ||
| Mischa Hofmann | |||
| Claudia Rittig | |||
| Kamera: | Tomas Erhart | ||
| Schnitt: | Dietrich Toellner | ||
| Musik: | Maurus Ronner | ||
| Produktionsdesign: | Christian Eisele | ||
| Kostüme: | Heike Fademrecht | ||
| Ton: | Uwe Griem | ||
| Casting: | Thorsten Schmied | ||
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