Familienkomödie zur gleichstellungsdebatte von Mann und Frau mit Anna Schudt und Tim Bergmann. http://images.kino.de/flbilder/max09/bf09/bf04/b0904127/b150x150.jpg Mama arbeitet wieder

Filmdetails

Mama arbeitet wieder

Familienkomödie zur gleichstellungsdebatte von Mann und Frau mit Anna Schudt und Tim Bergmann.


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Inhalt

Früher als geplant muss Controllerin Corinna den Mutterschutz beenden: Ihr alter Chef hat seine Firma verkauft. Die neuen Eigner wollen sie abwickeln; Corinna soll ein Alternativkonzept erarbeiten. Gatte Mark ist alles andere als begeistert: Ausgerechnet jetzt bietet sich dem Architekten mit dem Bau eines Stadions in Dubai die Chance seines Lebens, da soll er Halbtagshausmann werden. Prompt kriselt es gewaltig in der Ehe.


Kritik

Mama arbeitet wieder

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Kinder haben zwar zwei Eltern, aber es ist völlig klar, dass sich vor allem die Mütter um sie kümmern. Väter, die Erziehungsurlaub nehmen, gelten gern als Männer zweiter Klasse; Mütter, die zurück in den Beruf wollen, als karrieregeil. Entsprechend klar ist auch, wer die Frage zu hören bekommt, warum man sich überhaupt Kinder angeschafft habe, wenn man so viel arbeite.

Autorin Kristin Derfler, selbst Mutter zweier Kinder, dürfte im Drehbuch zu dem Drama "Mama arbeitet wieder" viele eigene Erfahrungen verarbeitet haben. In ihrer Geschichte ist es allerdings der Mann, der unter der Doppelbelastung leidet. Auch wenn Mark (Tim Bergmann) durch sein derangiertes Selbstmitleid einige Sympathiepunkte einbüßt: Unterm Strich kommt er besser weg als Gattin Corinna (Anna Schudt). Dabei sind ihre Motive durchaus ehrenwert, als sie früher als vereinbart in den Beruf zurückkehrt: Ihr alter Arbeitgeber wendet sich mit einem Hilferuf an sie. Er musste seinen Betrieb an einen Investor verkaufen, der die Produktion nun ins preiswertere Ausland verlagern will. Corinna soll nach einer Alternative suchen, um möglichst viele der mehreren hundert Arbeitsplätze zu retten. "Alles eine Frage der Organisation", sagt sie sich, und denkt dabei weniger an die berufliche Herausforderung als an den familiären Alltag: Mark soll ein bisschen kürzer treten, den Rest übernimmt eine Tagesmutter. Aber Architekt Mark steht gerade vor der Herausforderung seiner Karriere: Seine Firma baut das Dach eines Sportstadions in Dubai, und er soll die Bauleitung übernehmen. Weil er nun aber dauernd früher als gewohnt weg muss, um die Tochter im Kindergarten abzuholen, wird sein intriganter Assistent immer kecker und schnappt ihm schließlich den Job weg. Corinna wird derweil als Retterin gefeiert. Kein Wunder, dass der Haussegen bald im Eimer ist.

Sicherlich jammert das Paar auf hohem Niveau, wie auch die Sonnenscheinbilder (Kamera: Jürgen Carle) und die Heile-Welt-Musik (Jens Langbein, Robert Schulte-Hemming) nahe legen; die meisten Hartz-IV-Empfänger würden auf der Stelle mit den beiden tauschen. Dietmar Kleins Inszenierung verleiht dem Problem gleichfalls nicht gerade existenzielle Ausmaße. Aber natürlich ändert das nichts am grundsätzlichen Dilemma: Die Addition Kinder plus Karriere kann nur für einen aufgehen, der andere muss Abstriche machen. Dass Corinna beinahe noch eine Affäre mit einem alten Studienkollegen hat, wäre als zusätzliche Dramatisierung vermutlich gar nicht nötig gewesen.

Immerhin gibt es auch heitere Szenen, etwa die Suche nach einer Tagesmutter im Schnelldurchlauf. Auch wenn Anett Heilfort als Retterin in der Not einige hübsche Auftritte hat: Als Nebenfigur ist Katja gegen Robert (Kai Lentrodt) chancenlos. Marks bester Freund ist dank einer Promotionsarbeit, die er als Ghostwriter schreibt, Experte für Beziehungsfragen und wird daher zu Marks schlechtem Gewissen. Auch er aber kann nicht verhindern, dass sein Freund die Brocken hinschmeißt. Das Paar rauft sich schließlich zwar wieder zusammen, doch Mut machen die realistisch geschilderten Reaktionen der Umwelt, feindselig bei Corinna und spöttisch bei Mark, nicht gerade. tpg.

Mama arbeitet wieder

Darsteller:  Tim Bergmann   als Mark Vogt
  Anna Schudt   als Corinna Vogt
  Kathrin Ackermann   als Hannah Wacker
  Kai Lentrodt  
  Anett Heilfort   als Katja
  Peer Jäger   als Dr. Günther Borghausen
  Horst Krebs   als Werner Hanold
  Tobias Nath  
  Clayton Nemrow  
  Dustin Kiefer   als Jakob Vogt
 
Regie:  Dietmar Klein  
Drehbuch:  Kristin Derfler  
Produzent:  Sabine Tettenborn  
Kamera:  Jürgen Carle  
Schnitt:  Saskia Metten  
Musik:  Manu Kurz  
Produktionsdesign:  Uta Hampel  
Kostüme:  Ingrida Bendzuk  

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