Mit Humor aufgelockertes Drama um das in seiner Ehe mit der jungen Alma unglückliche Musikgenie, das Rat bei Sigmund Freud sucht. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz23/z1023502/b150x150.jpg Mahler auf der Couch

Filmdetails

Mahler auf der Couch

Mit Humor aufgelockertes Drama um das in seiner Ehe mit der jungen Alma unglückliche Musikgenie, das Rat bei Sigmund Freud sucht.


Mahler auf der Couch
Start: 07.07.2010

Drama

Deutschland/Österreich 2010
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Johannes Silberschneider
Barbara Romaner
Karl Markovics

Regie: Percy Adlon, ...
Verleih: Studiocanal

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Inhalt

Gustav Mahler bekommt einen für seine 20 Jahre jüngere Frau Alma gedachten glühenden Liebesbrief von Walter Gropius in die Hände und ist fürchterlich eifersüchtig. Schwer angeschlagen reist er im Sommer ins holländische Leiden, um sich beim Psychoanalytiker Sigmund Freud das Leid von der Seele zu reden. Doch statt Trost zu spenden, bohrt Freud in der Wunde und zwingt den Freund zur Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten.


Kritik

Mahler auf der Couch

In ihrer ersten Vater-Sohn-Regie erzählen Percy und Felix Adlon humorvoll von der Begegnung zwischen Komponist Gustav Mahler und Psychoanalytiker Sigmund Freud.

"Dass es geschah, ist verbürgt. Wie es geschehen ist, haben wir erfunden". Und was das neue Regieduo Percy und Felix Adlon da erfindet, ist ein Melodram mit Witz und Weisheit, weil die beiden klugen Männer Mahler und Freud sich auch in geistigen Wortgefechten messen, in denen Mahler meistens den kürzeren zieht.

Das Musikgenie leidet unter der Untreue seiner Gattin Alma, die das vermeintliche Glück durch ihre leidenschaftliche Beziehung zum späteren Bauhaus-Gründer Walter Gropius zerstört und reist im Sommer 1910 ins holländische Leiden, um sich beim Seelendoktor das Leid von der Seele zu reden. Doch statt Trost zu spenden, bohrt Freud in der Wunde und zwingt den Freund zur Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten. Mahler war schon 41 als er die 22-jährige lebenslustige und künstlerisch ambitionierte Alma Schindler (verführerisch und in sich zerrissen: Barbara Romaner) heiratet. Sie ist umschwärmtes Objekt der Begierde in der Wiener Gesellschaft der Secession, die als Mahlers Muse und Ehefrau ihre eigene Karriere der seinen unterordnet, bis sie den jungen Gropius trifft. Dass ausgerechnet dessen erotischer Brief an die Geliebte versehentlich an den Ehemann adressiert ist und ihn vor Eifersucht rasen lässt, kann als freudsche Fehlleistung par excellence gelten.

Kindheitserinnerungen, Traumsequenzen, Rückblenden auf die Beziehung und quälende Wirklichkeit wechseln sich ab, aus neu zusammengesetzten Bildern der zurückliegenden Zeit entwickelt sich die Geschichte eines Ehekonflikts, der nicht einen Moment antiquiert wirkt, sondern auch 100 Jahre später so oder ähnlich passieren könnte und die Frage nach Selbstaufgabe und Selbstbestimmung stellt. Da prallen mit "Gustl" und "Sigi" zwei Schwergewichte aufeinander, der trockene Humor Freuds (Karl Markovics) und die Verzweiflung Mahlers (Johannes Silberschneider). Manchmal driftet die Handlung durch visuelle Spielereien ins Irrationale ab, was durch quasi "dokumentarische" Statements anderer Zeitgenossen und Familienangehörigen wie Almas Mutter (Eva Mattes) in die Kamera gebrochen wird und den Zuschauer durch die direkte Ansprache zum Komplizen macht und auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Mit sanfter Ironie und amüsanten Bonmots führen die Adlons durch Männer- und Frauenpsyche, bewahren trotz aller Schwere eine schwungvolle Leichtigkeit. Nicht fehlen darf die Musik wie das Adagietto von Mahlers 5. Sinfonie und das "Ruhevoll" aus der 4. Sinfonie, die Klangfülle des ersten Satz aus der 10. Sinfonie (eingespielt von Esa-Pekka Salonen) trägt die Dramatik und Tragik dieses Ehedilemmas schon in sich. mk.

Mahler auf der Couch

Darsteller:  Johannes Silberschneider   als Gustav Mahler
  Barbara Romaner   als Alma Mahler
  Karl Markovics   als Sigmund Freud
  Eva Mattes   als Anna Moll
  Lena Stolze   als Justine Mahler-Rosé
  Friedrich Mücke   als Walter Gropius
  Nina Berten   als Anna von Mildenburg
  Mathias Franz Stein   als Alexander von Zemlinsky
  Michael Dangl   als Bruno Walter
  Karl Fischer   als Karl Moll
  Max Mayer   als Max Burckhard
  Michael Rotschopf   als Alfred Roller
  Johanna Orisini-Rosenberg   als Berta Zuckerkandl
  Simon Hatzl   als Arnold Rosé
  Manuel Witting   als Gustav Klimt
  Daniel Keberle   als Franz Hirn
  Jolanda Klaus   als Putzi
  Lotta Klaus   als Gucki
 
Regie:  Percy Adlon  
  Felix O. Adlon  
Drehbuch:  Percy Adlon  
  Felix O. Adlon  
Produzent:  Eleonore Adlon  
  Burkhard Ernst  
  Konstantin Seitz  
Kamera:  Benedict Neuenfels  
Schnitt:  Jochen Künstler  
Produktionsdesign:  Bernt Amadeus Capra  
  Veronika Merlin  
Kostüme:  Caterina Czepek  
Maske:  Christine Ziegler  
Ton:  Dietmar Zuson  
  Michael Etz  
  Zach Seivers  
Casting:  Nicole Schmied  

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