Sandra Hüller
Olivier Gourmet
Susanne Lothar
Regie: Maria Speth
Verleih: Peripher
Der soziale Härtefall Rita (Sandra Hüller) macht sich mit ihrem fünften Kind unter dem Arm auf nach Belgien, um ihren eigenen Vater zu suchen. Nach zwischenzeitlicher Inhaftierung holt sie den übrigen Nachwuchs bei ihrer verhassten Mutter Isabella (Susanne Lothar) ab. Denn Rita will mit Marc, einem in Deutschland stationierten US-Soldaten, ihr brachliegendes Familienleben wieder aufnehmen. Die Kinder leiden sehr unter der Situation und wenden sich von ihr ab.
Maria Speths Zweitling nach "In den Tag hinein" weist wieder eine eigenwillige (Anti-)Heldin auf, die gängigen Werte- und Moralvorstellungen spottet. So skizziert Speth die Biographie einer Unbeugsamen, die in einer Verweigerungshaltung stecken geblieben ist.
Provokativ macht Maria Speth eine Frau, die sich der Mutterliebe, Mutterrolle und gängigen Moralvorstellungen verweigert, zur "Madonna".
Das Thema "Mutter" bewegt seit jeher die Gemüter. Maria Speth erzählt von Rita (Sandra Hüller), die dem Idealbild so gar nicht entspricht. Wegen Diebstahls gesucht, flieht sie mit ihrem Baby nach Belgien und versucht, ihren eigenen leiblichen Vater zu finden, der über ihr Auftauchen alles andere als begeistert ist.
Nach Verhaftung und Verbüßung einer Gefängnisstrafe holt Rita ihre vier anderen Kinder von ihrer Mutter zu sich und probiert ein normales Familienleben mit einem farbigen gutmütigen US-Soldaten. Das geht nur eine Weile gut, dann stürzt sich die instabile Frau wieder in Discos und starke Männerarme.
Der Film entwirft das Porträt einer unreifen Persönlichkeit, die sich um Verantwortung drückt, nie Mutterliebe erfahren hat und demnach auch nicht weitergeben kann.
Maria Speth zeichnet keine Sympathieträgerin, sondern eine Figur, die Aversionen weckt. Soziologisch mag es interessant sein, wie Verhaltensmuster weitergegeben werden, filmisch stellt dies eine Herausforderung für den geduldigen Betrachter dar.
| Darsteller: | Sandra Hüller | als Rita | |
|---|---|---|---|
| Olivier Gourmet | als Jérome Vassé | ||
| Susanne Lothar | als Isabella | ||
| Luisa Sappelt | als Fanny | ||
| Gerti Drassl | als Hanna | ||
| Coleman Orlando Swindon | als Marc | ||
| Regie: | Maria Speth | ||
| Drehbuch: | Maria Speth | ||
| Produzent: | Christoph Friedel | ||
| Kamera: | Reinhold Vorschneider | ||
| Schnitt: | Dietmar Kraus | ||
| Produktionsdesign: | Tim Pannen | ||
| Kostüme: | Birgit Kilian | ||
| Ton: | Laurent Barbey | ||
| Casting: | Verena S. Freytag | ||
Auch wenn es noch einen Monat dauert, bis das Wettbewerbsprogramm des diesjährigen Festival de Cannes bekannt gegeben wird, scheinen die ersten Titel schon festzustehen.
Spielt in Sofia Coppolas "Marie-Antoinette" die Hauptrolle: Kirsten Dunst (Foto: Kurt Krieger)
Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, gehört Sofia Coppolas "Marie-Antoinette" offenbar zu den sichersten Kandidaten für den Wettbewerb. Ebenso ziemlich sicher sei dem Bericht zufolge, dass Aki Kaurismäki, der 2002 in Cannes für "Der Mann ohne Vergangenheit" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden war, in diesem Jahr mit "Lights in the Dusk" an der Croissette vertreten sein wird, sowie Pedro Almodóvars "Volver".
Weitere Kandidaten mit guten Chancen auf den Cannes-Wettbewerb sind Nanni Morettis "Il Caimano", Alejandro González Iñárritus "Babel" und Ken Loachs "The Wind that Shakes the Barley".
Zu den Kandidaten, die für den Wettbewerb gehandelt wurden, wohl aber eher nicht dabei sein werden, gehören laut "Hollywood Reporter" u.a. Margarethe von Trottas "Ich bin die Andere", der wohl in Venedig Premiere feiern wird, sowie Emir Kusturicas Fußballer-Doku "Maradona" und Woody Allens "Scoop", die wohl nicht rechtzeitig fertig werden.
Weitere Titel, die dem Bericht zufolge wohl in Cannes laufen werden, bei denen nur noch nicht sicher ist, in welcher Sektion, sind u.a. Volker Schlöndorffs "Streik - Die Heldin von Danzig", der möglicherweise in Un Certain Regard gezeigt wird, ebenso wie Maria Speths "Madonnen". Außerdem zählen zu den aussichtsreichen Cannes-Kandidaten Guillermo Del Toros "Pan's Labyrinth", Nuri Bilge Ceylans "Les climats" und John Cameron Mitchells "Shortbus".
Sie wird wegen der Intensität und Hingabe, die sie in ihre Rollen legt, "Die Spielwütige" genannt. Wie 2005 Julia Jentsch ("Sophie Scholl")...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.