Drama, das harsche Kritik an Medienmanipulation übt. Nach Billy Wilders "Reporter des Satans". http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz39/z0239018/b150x150.jpg Mad City

Filmdetails

Mad City

Drama, das harsche Kritik an Medienmanipulation übt. Nach Billy Wilders "Reporter des Satans".


Mad City
Start: 19.02.1998

Drama / Thriller

USA 1997
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12 Jahre

John Travolta
Dustin Hoffman
Mia Kirshner

Regie: Constantin Costa-Gavras
Verleih: Warner

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Der in Ungnade gefallene Ex-Reporter Max Brackett würde alles tun, um seinen alten Job bei einem New Yorker Fernsehsender wieder zu bekommen. Er wittert eine Chance, als der frisch gefeuerte Familyman Sam Bailey seinen Job als Museumswärter mit einer Geiselnahme erpressen will. Mittendrin im Geschehen macht Brackett eine Live-Show aus der Situation.


Kritik

Mad City

Die Diskussion nach Prinzessin Dianas Tod über die mangelnde Integrität der Paparazzi und die Verantwortung und Aufgabe der Medien trägt entschieden dazu bei, daß Constantin Costa-Gravas ("Z") Drama um unverfrorene Medienmanipulation als Zeitgeist-Kommentar durchgehen könnte. Tatsächlich mutet die Story um eine Geiselnahmesituation in einem Museum, die von einem überambitionierten Reporter bis zu ihrem bitteren Ende gelenkt wird, in ihrer Vorhersehbarkeit wie der Schnee von gestern an. Trotz des überzeugenden Spiels von Dustin Hoffman und John Travolta will der Funke nicht so recht überspringen.

Der gefeuerte Museumwächter Sam Bailey (John Travolta trägt die selben Kotletten und leicht minderbemittelte Miene wie in "White Man's Burden" zur Schau) begibt sich mit Gewehr und Dynamit an seine ehemalige Arbeitsstätte, um von der Direktorin seinen Job zurückzufordern. Dabei erschießt er versehentlich seinen schwarzen Kollegen (was in einer fragmenthaften Rassismus-Satire aufgegriffen wird) und nimmt die Anwesenden, Kinder einer Schulklasse und der ausgebrannte Reporter Max Brackett (Dustin Hoffman), als Geiseln. Der an sich völlig harmlose Bailey, süchtig nach Koffeintabletten und geistig nicht besonders rege, gerät schnell unter den Einfluß des aalglatten Brackett, der die Chance für sein Comeback wittert. Die Situation eskaliert bis zum explosiven Ende.

Selbst die Präsenz zweier charismatischer Weltstars wie Hoffman und Travolta kann den Eindruck nicht vertuschen, alle Elemente des ultraliberalen Films in der einen oder anderen Form bereits anderswo gesehen zu haben. Die Drehbuchautoren geben zwar an, in erster Linie vom dramatischen Vorfall mit David Koreshs Sekte in Waco, Texas, inspiriert worden zu sein, die Thematik von "Mad City" erinnert jedoch vor allem an Billy Wilders packendes Drama "Reporter des Satans" von 1951, in dem Kirk Douglas einen gewissenlosen Reporter mimt, der zu seinem Vorteil bewußt eine Rettungsaktion hinauszögert. Die Grundsituation der Geiselnahme mitsamt des hysterischen Medienzirkuses und der Auflauf des kurzfristig seiner Langeweile enthobenen Volkes erinnert an "Hundstage": ähnlich wie Al Pacinos Figur in Sidney Lumets Meisterwerk von 1975 ist Travolta ein einfacher Mann in bitteren Existenznöten, der amateurhaft einen kriminellen Akt begeht und sich immer tiefer in die Misere hineinreitet. Wie in "Hero - Ein ganz normaler Held" werden die skrupellosen Manipulationsstrategien der Medien kritisiert, wobei sich Hoffman diesmal auf der anderen Seite des Spektrums wiederfindet. In weiteren Rollen treten Alan Alda als eitler Anchorman mit gravierender Abneigung gegen Brackett und Mia Kirshner aus "Exotica" als idealistische-übereifrige Volontärin auf. Um den angestrebten Cinema-Verité-Stil noch zu verstärken, spielt CNN-Host Larry King wieder einmal sich selbst, und auch Talkshow-Gastgeber Jay Leno ließ sich einen seiner obligatorischen Auftritte nicht nehmen. Die Produktionswerte sind allesamt grundsolide ausgefallen, das US-Startwochenendeinspiel von 4,9 Mio. Dollar weniger. ara.

Mad City

Darsteller:  John Travolta   als Sam Baily
  Dustin Hoffman   als Max Brackett
  Mia Kirshner   als Laurie
  Alan Alda   als Kevin Hollander
  Robert Prosky   als Lou Potts
  Blythe Danner   als Mrs. Banks
  William Atherton   als Dohlen
  Ted Levine   als Lemke
 
Regie:  Constantin Costa-Gavras  
Drehbuch:  Tom Matthews  
Produzent:  Arnold Kopelson  
  Anne Kopelson  
Ausf. Produzent:  Wolfgang Glattes  
  Stephen Brown  
  Jonathan D. Krane  
Buchvorlage:  Tom Matthews  
  Eric Williams  
Kamera:  Patrick Blossier  
Schnitt:  Françoise Bonnot  
Musik:  Thomas Newman  
Produktionsdesign:  Catherine Hardwicke  
  Ben Morahan  
Kostüme:  Deborah Nadoolman  
Ton:  John S. Coffey  
  Edward Tise  

Star

John Travolta

Als Sohn sizilianischer und irischer Immigranten errang Travolta ersten Ruhm als großspuriger Vinnie Barbarino in der TV-Serie "Welcome Back...

Star

Dustin Hoffman

Der schmächtige, 1,68 m große Dustin Hoffman wurde mit der Rolle des von Anne Bancroft verführten College-Boys Benjamin Braddock in "Die...

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.