
Der Anfang wirkt wie eine Hommage an "Mission: Impossible", aber schon kurz drauf gibt's eine Menge Regionalkolorit: In den Filmen der Reihe "Lutter" präsentiert sich das Ruhrgebiet als weite Welt, die in Wirklichkeit bloß ein Dorf ist. Deshalb kennt Kriminalkommissar Lutter (Joachim Król) ja auch jeden.
Der Einbrecher, der seinen Rififi-Coup unglücklich mit dem Leben bezahlen musste, ist der Halbbruder von Lutter Kickerkumpel Sunny (Jochen Nickel). Der Hehler, der alsbald in Verdacht gerät, die geklauten Klunker versilbert zu haben, ist selbstredend auch ein alter Kunde. Der Fall wird ohnehin immer familiärer, aber wie sehr es sich tatsächlich um ein Familiendrama handelt, ahnt man bis zuletzt nicht.
Das Drehbuch zu dieser vielschichtigen Geschichte stammt von Dirk Salomon und Thomas Wesskamp, die sich vor gut zehn Jahren das herrlich schräge "Polizeiruf"-Team aus dem Bergischen Land ausgedacht haben und für die Folge "1a Landeier" mit einem Adolf Grimme Preis ausgezeichnet worden sind. Das Duo hat vor allem zwei Stärken: Ihre Fähigkeit, Figuren mit wenigen Strichen zu skizzieren, ohne sie klischeehaft wirken zu lassen, wird noch übertroffen von ihren zugespitzten Dialogen. Wenn man dann noch weiß, dass Regisseur Torsten Wacker ("Süperseks") zwar noch nicht viel Filmerfahrung besitzt, aber bei "Ladyland" mit Anke Engelke gelernt hat, Pointen zu inszenieren, ahnt man, dass diese "Lutter"-Episode erfrischend komische Seiten hat. Das liegt natürlich auch an Joachim Król, der den Kommissar buchstäblich mit einem Augenzwinkern spielt; gerade die Szenen mit weiblicher Beteiligung (Sascha Ö. Soydan als Staatsanwältin, Sandra Borgmann als Pathologin) machen eine Menge Spaß.
Nicht bloß nebenbei ist der Film aber auch fesselnder Krimi, weil es naturgemäß eine ganze Reihe Verdächtiger gibt, zu denen zwischenzeitlich sogar Sunny gehört. Unehelich gezeugte Kinder, Jahrzehnte lang erduldete Lebenslügen und tragische Todesfälle verleihen der Geschichte eine reizvolle Vielschichtigkeit. Armin Rohde hat sichtlich Spaß an seiner Gastrolle als luxemburgisch-ungarischer Hehler, dessen Frau (Melika Foroutan) ein leidenschaftliches Verhältnis mit dem Toten hatte, und mit Matthias Koeberlin hat Król zudem einen Partner, der gleichfalls beides drauf hat: den Krimi und die Comedy. tpg.
| Darsteller: | Joachim Król | als Alex Lutter | |
|---|---|---|---|
| Matthias Koeberlin | als Michael Engels | ||
| Sascha Ö. Soydan | als Jale Deniz | ||
| Sandra Borgmann | als Pathologin Sina Kaschinski | ||
| Jochen Nickel | als Sunny Schwecke | ||
| Timo Dierkes | als Höcki | ||
| Melika Foroutan | als Irina Kovac | ||
| Lambert Hamel | als Heinrich Schwecke | ||
| Charles Brauer | als Werner Saibel | ||
| Armin Rohde | als Valentin Kovac | ||
| Oliver Fleischer | als Dieter Wollner | ||
| Luana Bellinghausen | als Paula Schenko | ||
| Daniel Wiemer | als Forensiker Sven | ||
| Bettina Lamprecht | |||
| Regie: | Torsten Wacker | ||
| Drehbuch: | Dirk Salomon | ||
| Thomas Wesskamp | |||
| Produzent: | Reinhold Elschot | ||
| Kamera: | André Lex | ||
| Schnitt: | Darius Simaifar | ||
| Musik: | Jürgen Ecke | ||
| Produktionsdesign: | Claus Kottmann | ||
| Kostüme: | Ute Paffendorf | ||
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