Vladimir Nabokov-Verfilmung um ein gequältes Schachgenie und seine mögliche Rettung durch die Liebe. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz36/z0236510/b150x150.jpg Lushins Verteidigung

Filmdetails

Lushins Verteidigung

Vladimir Nabokov-Verfilmung um ein gequältes Schachgenie und seine mögliche Rettung durch die Liebe.


Lushins Verteidigung
Start: 05.09.2002

Originaltitel: The Luzhin Defence

Drama

Großbritannien/Frankreich 2000
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12 Jahre

John Turturro
Emily Watson
Geraldine James

Regie: Marleen Gorris
Verleih: Columbia Tristar

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Inhalt

Als Mensch ist der scheue, unsichere Alexander Lushin (John Turturro) ein ständiger Verlierer, doch im Schachspiel ist er einer der Allergrößten. Als der Crack im Jahr 1929 nach Norditalien reist, um bei der Weltmeisterschaft am Comer See anzutreten, verliebt er sich unversehens in Natalia (Emily Watson), die Tochter eines russischen Aristokraten. Sein hinterhältiger Ex-Manager (Stuart Wilson) erkennt daraufhin die Chance, dem verhassten Geistesriesen endlich eine vernichtende Schlappe beizubringen.

Vladimir Nabokovs Schach-Meditation (er war vom Spiel der Könige mindestens ebenso fasziniert wie von kleinen Mädchen), getragen von exzellenten Schauspielern in einer eleganten Inszenierung der auf Frauenportraits spezialisierten Niederländerin Marleen Gorris ("Antonias Welt").


Kritik

Lushins Verteidigung

Unheilige Obsessionen haben Vladimir Nabokov berühmt gemacht. Diese hier, 1929 zu Papier gebracht und nun erstmals verfilmt, thematisiert die pathologische Faszination für Schach und nicht für kleine frühreife Mädchen. Das Ergebnis ist zwangsläufig weniger skandalös als "Lolita", zeigt aber einen ruhigen, von Hauptdarsteller John Turturro getragenen Film, der Nabokovs literarische Beobachtung eines Außenseiters mit gravierender Wahrnehmungsverzerrung stärker in Richtung dramatische, bittersüße Lovestory entwickelt.

Nabokov selbst liebte Schach und war gebannt von der Wirkung auf Bewusstsein und Persönlichkeit, wenn es exzessiv und auf einem hohen Niveau gespielt wird. Zwischen Genie und Wahnsinn beschreibt der Volksmund das mentale Territorium, in dem sich Nabokovs russischer Großmeister Alexander Lushin bewegt. Die Verfilmung der Niederländerin Marleen Gorris ("Mrs. Dalloway"), deren Frauenporträt "Antonias Welt" mit dem Oscar als Bester Fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde, übernimmt Grundkonstellation und Figuren des Romans, spitzt aber Charaktere psychologisch zu und gibt so etwa Lushin eine noch traumatischere Kindheit, um seine Flucht in die Welt des Bretts, seine zunehmende Realitätsverzerrung begründen zu können. Das reduziert die Komplexität der Vorlage, macht aber den Zugang leichter zur Geschichte des exzentrischen Großmeisters, der 1929 am Comer See um die Schachweltmeisterschaft antritt und sich während des Turniers in Natalia, die Tochter einer russischen Aristokratenfamilie, verliebt. Gorris' Film hat zwei Gesichter. Ein zartes, heiteres, wenn John Turturro als weltfremdes, in seinem Kopf lebendes Genie mit Chaplin-Touch und Emily Watsons rebellische Natalia wider jeder Vernunft und der Wünsche ihrer Familie zueinander finden. Und schließlich auch ein tragisches, wenn Lushin quälende Erinnerungen an seine Eltern und den Schuldirektor Valentinov verfolgen und deutlich wird, dass dieser Erwachsene immer ängstliches Kind geblieben ist. Valentinov hat eine stärkere Präsenz als im Roman, sucht dämonisch die endgültige Zerstörung seines Ex-Schützlings, die er in der Vergangenheit als Manager und selbsternannter Mentor vorbereitet hat. Erfahrungsgemäß sind Filme mit Schachthematik im Kino schwer vermittelbar, wenn nicht gerade ein Killer wie in "Knight Moves - Ein mörderisches Spiel" dramatisch zuarbeitet. Selbst Steve Zaillians Kleinod "Das Königsspiel" blieb hierzulande nur eine Videopremiere vorbehalten. In der Defensive befindet sich dieses Drama also per Titel und Thema, hat aber in seiner märchenhaften Liebesgeschichte und in John Turturro Offensivkräfte, um sich zwei Jahre nach der Europapremiere auch auf dem deutschen Filmkunstmarkt zu versuchen. kob.

Lushins Verteidigung

Darsteller:  John Turturro   als Alexander Lushin
  Emily Watson   als Natalia
  Geraldine James   als Vera
  Stuart Wilson   als Valentinov
  Christopher Thompson   als Jean de Stassard
  Peter Blythe   als Ilya
  Orla Brady   als Anna
  Mark Tandy   als Lushins Vater
  Kelly Hunter   als Lushins Mutter
  Alexander Hunting   als Lushin als Kind
  Fabio Sartor   als Turati
  Alfredo Pea   als erster Offizieller
  Fabio Pasquini   als zweiter Offizieller
  Luigi Petrucci   als Santucci
  Carlo Greco   als Hotelmanager
  Massimo Sarchielli   als Schneider
  Luca Foggiano   als Faschist
  Antonio Carli   als Faschist
  David Ambrosi   als Faschist
 
Regie:  Marleen Gorris  
Drehbuch:  Peter Berry  
Produzent:  Caroline Wood  
  Stephen Evans  
  Louis Becker  
  Philippe Guez  
Koproduzent:  Leo Pescarolo  
  Eric Robison  
Ausf. Produzent:  Jody Patton  
Buchvorlage:  Vladimir Nabokov  
Kamera:  Bernard Lutic  
Schnitt:  Michiel Reichwein  
Musik:  Alexandre Desplat  
Produktionsdesign:  Tony Burrough  
Kostüme:  Jany Temime  
Ton:  Peter Glossop  
  Craig Irving  
Casting:  Celestia Fox  

Star

John Turturro

Für die Rolle des Drehbuchautors "Barton Fink", der in Hollywood unter einer Schreibblockade leidet und in einem heruntergekommenen Hotel...

Star

Emily Watson

Ihre Augen strahlen Sanftmut, Trotz und Trauer aus und sie künden vom Schalk, der ihr im Nacken sitzt. Sie legte eines der sensationellsten...

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