Drama um die Rückkehr einer adoptierten Frau zu ihrer leiblichen Mutter, das durch abwechslungsreiche Gefühlsbäder besticht. http://images.kino.de/flbilder/max96/bf96/bf33/b9633014/b150x150.jpg Lügen und Geheimnisse

Filmdetails

Lügen und Geheimnisse

Drama um die Rückkehr einer adoptierten Frau zu ihrer leiblichen Mutter, das durch abwechslungsreiche Gefühlsbäder besticht.


Lügen und Geheimnisse
Start: 12.09.1996

Originaltitel: Secrets and Lies

Drama

Frankreich/Großbritannien 1996
Laufzeit: 142 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Timothy Spall
Brenda Blethyn
Phyllis Logan

Regie: Mike Leigh
Verleih: Pandora

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Nach dem Tod ihrer Adoptiveltern macht sich Hortense, eine erfolgreiche schwarze Optikerin, auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Sie findet sie in Cynthia, einer verbitterten weißen Arbeiterin, die zuerst abweisend, dann aber mit wachsendem Stolz und Mutterliebe auf Hortense reagiert. Bei einer Geburtstagsfeier erfährt Cynthias Familie durch diese und andere Wahrheiten einen heilsamen Schock.


Kritik

Lügen und Geheimnisse

Von Anfang an einer der Favoriten bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes, ist Mike Leighs bittersüß-komisches Drama "Secrets and Lies" ein würdiger Gewinner der Goldenen Palme. Behutsam, mitfühlend und bisweilen rasend komisch erzählt der Brite die Geschichte einer englischen Familie, deren Mitglieder sich mit den Jahren entfremdet haben und, eingekapselt in ihre Gespinste aus Ängsten und Selbsttäuschungen, aneinander vorbeileben.

Ausführlich und scheinbar nur lose oder gar nicht miteinander verbunden werden die Figuren zunächst vorgestellt: Da ist Maurice (Timothy Spall), der es als Porträt-Fotograf zu bescheidenem und von seiner Frau gern zur Schau getragenen Wohlstand gebracht hat, während seine vereinsamte Schwester Cynthia (Brenda Blethyn) als Fabrikarbeiterin ihre Lebensjahre verfließen sieht. Cynthia klammert sich stark an ihre uneheliche Tochter Roxanne (Claire Rushbrook), die in ihrer dumpfen Furcht, so zu werden wie ihre Mutter, jede Gelegenheit nutzt, dem Haus zu entfliehen. Der Windstoß, der diese Menschen schließlich durcheinanderwirbelt, damit sie zusammenfinden, kommt in Gestalt der schwarzen Optikerin Hortense (Marianne Jean-Baptiste), die gerade ihre Adoptiveltern verloren hat und sich nun auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht: Cynthia, die Hortenses Geburt so geheimhielt, daß sie sie schon selbst fast vergessen hatte. Das erste Treffen der beiden - der eleganten schwarzen Akademikerin Hortense und der grellmütterlichen weißen Arbeiterin Cynthia - ist sicherlich einer der Höhepunkte des Films, zugleich schreiend komisch und herzzrereißend traurig, und Mike Leigh läßt danach keinen Zweifel mehr an seinem Ziel, die Charaktere über alle familiären, rassischen und sozialen Unterschiede hinweg zueinander zu führen. Bei Roxannes Geburtstagsparty sitzen alle an einem Tisch, und die jahrelang angestauten Spannungen entladen sich in einem reinigenden Gewitter. Maurice' verzweifelt vorgetragene Rede, es seien "all die Geheimnisse und Lügen", die es ihnen unmöglich machten, einander zu lieben, ist eine für Mike Leigh ungewöhnlich deutlich formulierte Botschaft, nach der der Film mit spürbarer Erleichterung Hoffnungen auf einen Neuanfang aufzeigt.

Mit diesen letzten Szenen gibt sich Leigh ungleich versöhnlicher als noch mit seiner vorangegangenen, zynischen Großstadt-Apokalypse "Naked". Wie überhaupt "Secrets and Lies" den im Grunde eher wenig charmanten Realismus des britischen Arbeiter- und Vorstadtmilieus zwar ungeschönt widerspiegelt, es aber trotz aller, bisweilen äußerst schwarzhumorigen, satirischen Blicke aus dem Augenwinkel schafft, die Menschen stets mit Wärme und tiefem Verständnis zu betrachten. So ist Leighs Film britisches Kino in seiner schönsten Form: Ein wunderbares Ensemble von Schauspielern (Brenda Blethyn wurde für ihre Darstellung der, von jedem guten Geschmack erfrischend freien, Schlampe Cynthia in Cannes zudem mit dem Preis als beste Schauspielerin ausgezeichnet) fängt für zweieinhalb Stunden das Leben ein, in seiner ganzen bunten, traurig-komischen, häßlich-schönen Vielfalt. Daß sich der Regisseur dabei viel Zeit nimmt, mag höchstens ganz ungeduldige Zuschauer irritieren. evo.

Lügen und Geheimnisse

Darsteller:  Timothy Spall  
  Brenda Blethyn  
  Phyllis Logan  
  Marianne Jean-Baptiste  
  Claire Rushbrook  
  Ron Cook  
  Lesley Manville  
  Elizabeth Berrington  
  Michele Austin  
  Lee Ross  
  Emma Amos  
  Hannah Davis  
  Peter Wight  
  Gary McDonald  
  Alison Steadman  
  Liz Smith  
  Sheila Kelley  
  Philip Davis  
  Ruth Sheen  
  Mia Soteriou  
 
Regie:  Mike Leigh  
Drehbuch:  Mike Leigh  
Produzent:  Simon Channing Williams  
Kamera:  Dick Pope  
Schnitt:  Jon Gregory  
Musik:  Andrew Dickson  

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