Originaltitel: Love and Other Drugs
USA 2010
Jake Gyllenhaal
Anne Hathaway
Oliver Platt
Regie: Edward Zwick
Verleih: Fox
Jamie Randall hat Erfolg - bei Frauen allerdings deutlich mehr als beruflich. In seinem neuen Job als Vertreter eines großen Pharmakonzerns muss er Klinken putzen, um Ärzte zu überzeugen und Konkurrenten auszuschalten. Viel leichter erobert er Maggie, eine attraktive Parkinson-Patientin, der, wie auch ihm, schneller Spaß über langfristige Bindung geht. Doch die Liebe sucht sich ihren Weg, lässt sich trotz gravierender Hindernisse nicht aufhalten - wie auch der neue Pharmahit Viagra, dessen Erfolg auch Randall mitreißt.

Edward Zwicks neuer Film über Probleme mit Potenz, Parkinson und Bindungen ist leichte Komödie und bittersüße Romanze in einem.
Es erfordert große Fantasie, in einem autobiografischen Bestseller über die pharmazeutische Steigerung von Potenz das Potenzial für eine fiktive Romanze zu sehen, bei der überdies eine schwere Krankheit eine tragende Rolle spielt. Das kreative Kunststück, Jamie Reidys witziges Sachbuch über seine Jahre als Viagra-Vertreter als Basis für einen verwegenen Genremix zu adaptieren, gelang Autor-Regisseur Edward Zwick und seinen Koautoren. Zwar nicht ohne Nebenwirkungen, aber doch sehr unterhaltsam. In einer seiner besten Rollen verkörpert Jake Gyllenhaal den charmanten Verführer Jamie Randall, der seine bisher vorwiegend bei Frauen demonstrierten Qualitäten nun bei spröden Medizinern einzusetzen lernt. Als neuer Vertreter für einen großen amerikanischen Pharmakonzern muss er nun Ärzte erobern. Wichtigster Baustein in seinem Erfolgspuzzle ist Dr. Knight, über den er nicht nur an andere Ärzte, sondern auch an Parkinson-Patientin Maggie Murdock (Anne Hathaway) herankommt. Murdock und Randall sind sexuelle Piranhas, die sich selbstbewusst nehmen, was sie wollen und schnell übereinander herfallen, ohne einen Gedanken an Bindung zu verschwenden. Als Randall mehr investieren möchte, beginnt ein romantischer Kraftakt, bei dem eine Barriere überwunden werden muss, die dieser Beziehung jede Perspektive zu nehmen scheint. Parkinson ist im zehnten Spielfilm des sonst auf episches Kino spezialisierten Edward Zwick vor allem ein Schatten in der Zukunft - eine Krankheit, die im ersten von fünf Stadien gezeigt wird, deren fatale Entwicklung im Dialog aber angedeutet wird. Wer mehr über Parkinson mit allen Konsequenzen erfahren will, geht besser in die Ambulanzen von Krankenhäusern, denn Zwicks Film hat sich richtigerweise der Unterhaltung und damit seinem Titel verschrieben. Und als solcher funktioniert er - als witziges Porträt eines Pharmavertreters, der von der Erfolgswelle des neu auf den Markt gekommenen Globalhits Viagra mitgerissen wird, wie auch als Lovestory, bei der elementare Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen. Parallelen zu "Up in the Air" sind unübersehbar, thematisch und auch in der Qualität der Darsteller und Dialoge. Nicht nur in den freizügigen Sexszenen ist "Love and Other Drugs" ein Erwachsenenfilm, in den sich allerdings ein Kind verirrt hat. Gyllenhaals Filmbruder scheint mit all seinen Handlungen aus einem anderen, derberen Genre eingewandert und wirkt mit seinem Migrationshintergrund, den Kömödien Judd Apatows, nie integrationsfähig. kob.
| Darsteller: | Jake Gyllenhaal | als Jamie Reidy | |
|---|---|---|---|
| Anne Hathaway | als Maggie Murdock | ||
| Oliver Platt | als Bruce Jackson | ||
| Hank Azaria | als Dr. Knight | ||
| Josh Gad | als Josh Randall | ||
| Gabriel Macht | als Trey Hannigan | ||
| Katheryn Winnick | als Lisa | ||
| Jaimie Alexander | als Carol | ||
| Regie: | Edward Zwick | ||
| Drehbuch: | Edward Zwick | ||
| Charles Randolph | |||
| Marshall Herskovitz | |||
| Produzent: | Edward Zwick | ||
| Charles Randolph | |||
| Marshall Herskovitz | |||
| Pieter Jan Brugge | |||
| Scott Stuber | |||
| Ausf. Produzent: | Margaret Riley | ||
| Arnon Milchan | |||
| Buchvorlage: | Jamie Reidy | ||
| Kamera: | Steven Fierberg | ||
| Schnitt: | Steven Rosenblum | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Patti Podesta | ||
| Kostüme: | Deborah Lynn Scott | ||
Erst gab's Tränen. Nun findet Anne Hathaway Nacktszenen nicht mehr schlimm.
Für ihren neuen Film "Love and Other Drugs" legt sich Anne Hathaway in Sachen Promotion ordentlich ins Zeug. So erklärt die Schauspielerin immer wieder in abgewandelter Form, was es mit den angeblich sehr deftigen Sexszenen auf sich hat. Mal waren diese Auftritte für Anne so furchtbar, dass sie angeblich vor jeder Einstellung in Tränen ausgebrochen sei. Kurz darauf erzählte ihr Filmkollege Jake Gyllenhaal wie wunderbar doch die Zusammenarbeit, vor allem die horizontale, mit Anne Hathaway war. Jetzt legt Anne wiederum nach:
Für die Nacktszenen nämlich habe die Schauspielerin gar nicht mehr mit den Situps aufhören können - sogar bis kurz vorm Dreh: "Ich bin in meinem Trailer verschwunden, wo ich das Make-up verpasst bekomme", so der Star. "Dann legte gleich noch ein paar Übungen ein, bis sie mich am Set brauchen." Das Ganze sei ihr dann am Ende auch gar nicht mehr so unangenehm gewesen, wie jüngst zu lesen war: "Sich auszuziehen gehört einfach zu den Aufgaben eines Schauspielers und man weiß eben, dass es bei bestimmten Einstellungen unumgänglich wird. Dabei will jeder natürlich respektvoll behandelt werden, so, dass er sich wohl fühlt und das zählt am Ende."
Ob es die heißen Szenen mit Anne Hathaway dann tatsächlich in der angedeuteten epischen Breite auf der Leinwand zu sehen geben wird, ist fraglich. Gyllenhaal nämlich deutete unlängst an, dass viel geschnitten wurde und die mächtig verbotenen Einstellungen womöglich auf der DVD landen, die man klugerweise jetzt auch schon ins Gespräch bringt.
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