Drama über einen französischen Muslimen und eine Britin, die nach den Londoner Terroranschlägen vom 7. Juli 2005 nach ihren vermissten Kindern suchen. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto08/09080130/b150x150.jpg London River

Filmdetails

London River

Drama über einen französischen Muslimen und eine Britin, die nach den Londoner Terroranschlägen vom 7. Juli 2005 nach ihren vermissten Kindern suchen.


London River

Drama

Algerien/Frankreich/Großbritannien 2008

Brenda Blethyn
Sotigui Kouyaté
Francis Magee

Regie: Rachid Bouchareb

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Inhalt

Am 7. Juli 2005 sterben in London bei einem Anschlag durch vier islamistische Rucksackbomber auf drei U-Bahnen und einen Bus 56 Menschen. Auf der Suche nach ihren vermissten Kindern lernen sich zufällig die britische Christin Elisabeth und der muslimische Franzose Ousmane kennen. Überrascht stellen sie fest, dass ihre Kinder eine Beziehung hatten und miteinander lebten ohne dass sie davon gewusst hätten. Die Erfahrung bringt die beiden, gerade in Weltansichten grundverschiedenen Menschen näher zueinander.


Kritik

London River

Herzzerreißendes Drama um eine Britin und einen Afrikaner, die nach dem Londoner Terroranschlag von 2005 unabhängig voneinander ihre vermissten Kinder suchen und sich über Rasse und Religion hinweg verständigen.

Ehrlich, emotional, erschütternd: Rachid Bouchareb ("Little Senegal", "Tage des Ruhms") gelingt es, mit einer Geschichte, an deren Ausgang kein Zweifel besteht, trotzdem bis zur letzten Sekunde zu fesseln. Die Bilder der verheerenden Attentate vom 7. Juli 2005 gingen um die Welt. Auch Elisabeth Summers ist geschockt über die TV-Nachrichten und ruft ihre in London studierende Tochter an, um sich zu vergewissern, dass es ihr gut geht. Sie erhält keine Antwort über Tage hinweg. Die Witwe macht sich von der Kanalinsel Guernsey auf den Weg in die Metropole, wo Jane in einem Multi-Kulti-Viertel wohnt. Sie pappt Flugblätter mit Foto an Schaufenster und Mauern, sucht in Krankenhäusern und Leichenschauhäusern - vergeblich.

Parallel dazu forscht auch Ousmane, ein in Frankreich lebender Schwarzafrikaner nach seinem Sohn Ali, den er seit dessen sechstem Lebensjahr nicht mehr gesehen hat. Er erkennt das vermisste Mädchen auf einem Bild als Alis Freundin und will damit der Mutter helfen, die ihn zum Dank anzeigt.

Die Annäherung der beiden Verzweifelten über kulturelle und sprachliche Barrieren, Religion und Rasse hinweg rührt zutiefst. Die britische Bäuerin, die sich wundert, dass Arabisch überhaupt eine Sprache ist und fragt, warum ausgerechnet ihre Tochter so etwas Seltsames lernen wollte und der bodenständige Waldpfleger, der befürchtet, sein Sohn können einer der Terroristen sein, durchleiden gemeinsam einen schmerzhaften Prozess, Protestantin und Muslim, beide Opfer von religiösen Fanatikern. Kurzfristig glimmt ein Funken Hoffnung, als sie erfahren, dass das Liebespaar einen Urlaub plante. Doch die zerplatzt.

Bouchareb, Franzose mit algerischen Wurzeln, verbindet die Tradition des englischen Realismus eines Ken Loachs und Mike Leighs mit großer Zärtlichkeit für die in ihrem Kummer verlorenen Protagonisten. Nie denunziert er die fantastische Brenda Blethyn in ihrer Naivität und Unwissenheit der Lächerlichkeit, betrachtet sie liebevoll wie auch den Besonnenheit ausstrahlenden Sotigui Kouyaté (Darstellerpreis). Ein zeitloser Film mit universellem Charakter über das individuelle Schicksal im Schatten der großen Katastrophe, versöhnlich aber nie gezwungen harmonisch, menschlich aber nie menschelnd, moralisch aber nie moralisierend. Bleibt zu hoffen, dass Arte diesem Juwel nicht durch eine zu frühe TV-Ausstrahlung die Möglichkeit zur Kinoauswertung nimmt. mk.

London River

Darsteller:  Brenda Blethyn   als Elisabeth
  Sotigui Kouyaté   als Ousmane
  Francis Magee   als Inspektor
  Sami Bouajila   als Imam
  Roschdy Zem   als Schlachter
  Marc Baylis   als Edward
  Bernard Blancan  
  Aurélie Eltvedt   als Fremdemführerin
  Diveen Henry   als Inspektorin
 
Regie:  Rachid Bouchareb  
Drehbuch:  Rachid Bouchareb  
Produzent:  Rachid Bouchareb  
  Jean Bréhat  
Koproduzent:  Matthieu de Braconier  
  Bertrand Faivre  
Kamera:  Jérôme Alméras  
Schnitt:  Yannick Kergoat  
Musik:  Armand Amar  
Ton:  Philippe Lecoeur  
Casting:  Julien Grossi  

Star

Brenda Blethyn

Mit ihren Porträts wunderbarer Heldinnen ist Brenda Blethyn seit ihrer dritten Kinorolle in Mike Leighs "Lügen und Geheimnisse" die...

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Sami Bouajila

* 12.05.1966

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