Schrille und gewagte Britcomedy in der Jane Horrocks die Stimmen von Sängerinnen wie Marilyn Monroe oder Shirley Bassey perfekt imitiert. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz37/z0237048/b150x150.jpg Little Voice

Filmdetails

Little Voice

Schrille und gewagte Britcomedy in der Jane Horrocks die Stimmen von Sängerinnen wie Marilyn Monroe oder Shirley Bassey perfekt imitiert.


Little Voice
Start: 24.06.1999

Drama / Komödie

Großbritannien 1998
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Brenda Blethyn
Jane Horrocks
Sir Michael Caine

Regie: Mark Herman
Verleih: Scotia (Buena Vista)

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Inhalt

Seit dem Tod ihres über alles geliebten Vaters kommuniziert L.V. nur noch mit den Stimmen großer Diven mit ihrer Außenwelt - sehr zum Mißfallen ihrer ewig greinenden Mutter Mari. Als der alternde Showagent Ray Say von L.V.s ungewöhnlichem Talent erfährt, sieht er seine letzten Chance auf wahren Ruhm. Mari wiederum erhofft sich, Rays Herz gewinnen zu können, wenn L.V. auf die Bühne tritt.


Kritik

Little Voice

Mit einem (verdienten) Golden Globe für Schauspielveteran Michael Caine rückt sich der in Deutschland bislang sträflich mißachtete Zweitling Mark Hermans ("Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten") wieder ins Interesse der Öffentlichkeit. Die Adaption des Theaterstücks von Jim Cartwright über ein traumatisiertes Arbeiterklasse-Mädchen, das in Gedenken an ihren vergötterten Vater nur mit den Stimmen berühmter Diven mit seiner Außenwelt kommuniziert, ist, wie von Brit-Comedys jüngeren Datums mittlerweile gewohnt, mit den üblichen schrägen Charakterköpfen bestückt, im Ton aber wesentlich schriller und gewagter als vergleichsweise "Ganz oder gar nicht". Neben Caine überzeugt vor allem die Newcomerin Jane Horrocks in der Titelrolle.

Tatsächlich ist sie der eigentliche Star von "Little Voice", das Zentrum des Films, um das alle anderen Figuren kreisen wie Planeten um die Sonne. Kein Wunder, Horrocks ist eine Dreifachbegabung: Sie kann spielen, sie kann singen, und sie kann singen exakt wie Judy Garland. Oder exakt wie Shirley Bassey, Marilyn Monroe oder Marlene Dietrich. Diesem Talent versuchte bereits Autor Cartwright gerecht zu werden, als er der Darstellerin das Stück "Little Voice" auf den Leib schrieb. Sicherlich kommt ihre Begabung, berühmte Stimmen aufs I-Tüpfelchen imitieren zu können, im Medium Film, das in der Postproduktion so leicht manipulierbar ist, weniger zur Geltung als auf der Bühne. Ihre Auftritte, in denen sich das Mädchen L.V. für kurze Zeit im Licht der Scheinwerfer vom häßlichen Entlein zum wunderschönen Schwan verwandelt, sind dennoch allemal sehenswert. Und für die dramatische Entwicklung von "Little Voice", in dem Regisseur Herman den bodenständigen Sozialrealismus seines "Brassed Off" mit der Magie eines clever überzogenen Märchens vereint, ist der Gesang Horrocks' nur bedingt von Bedeutung. Hier spielen die schrecklichen Figuren aus L.V.s Umfeld die entscheidende Rolle: Zum Beispiel ihre ewig schnatternde Mutter Mari, von Brenda Blethyn in einer überkandidelten Variation ihrer Figur in "Lügen und Geheimnisse" als weibliche Entsprechung von kreischender Kreide auf einer Schiefertafel gespielt. Angetrieben von ihrer Selbstsucht bedrängt sie L.V. ebenso wie der alternde Showagent Ray Say, der es trotz etlicher Versuche nie in die erste Liga geschafft hat und in L.V. seine letzte Chance auf wahren Ruhm in der Branche sieht. Dafür nimmt er sogar die Gegenwart von Mari auf sich, die Rays Gesellschaft wiederum aus eigenen Prestigegründen sucht. Caine ist fabelhaft in der Rolle, als würde er seinen "Alfie" knapp 40 Jahre später noch einmal auf die Leinwand holen und als hohlen Aufschneider gnadenlos entlarven. Natürlich haben Mari und Ray in dieser Fabel über die Macht der Unschuld keine Chance, denn immerhin gibt es noch den wortkargen Taubenzüchter Billy (Ewan McGregor), der L.V. mit stiller Hingebung den Hof macht. Da mag dann nicht jeder Ton in diesem etwas berechnenden Spiel auf der Klaviatur der Gefühle stimmen, aber wenn "Little Voice" zu Wirkungstreffern ausholt, dann sitzen sie auch. ts.

Little Voice

Darsteller:  Brenda Blethyn   als Mari Hoff
  Jane Horrocks   als Laura Hoff ("L.V.")
  Sir Michael Caine   als Ray Say
  Jim Broadbent   als Mr. Boo
  Ewan McGregor   als Billy
  Annette Badland   als Sadie
  Philip Jackson   als George
 
Regie:  Mark Herman  
Drehbuch:  Mark Herman  
Produzent:  Elizabeth Karlsen  
Koproduzent:  Laurie Borg  
Ausf. Produzent:  Stephen Woolley  
  Nik Powell  
Buchvorlage:  Jim Cartwright  
Kamera:  Andy Collins  
Schnitt:  Michael Ellis  
Musik:  John Altman  
  Bob Last  
Produktionsdesign:  Don Taylor  
  Jo Graysmark  
Kostüme:  Lindy Hemming  
Ton:  Peter Lindsay  

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