Originaltitel: A Little Princess
USA 1995
Eleanor Bron
Liam Cunningham
Liesel Matthews
Regie: Alfonso Cuarón
Weil er in den 1. Weltkrieg gerufen wird, muß Captain Crewe seine aufgeweckte Tochter Sara in einem Edelinternat in New York unterbringen. Mit ihrer blühenden Fantasie eckt das Mädchen zwar bei der Leiterin Mrs. Minchin an, gewinnt dafür aber die Freundschaft der anderen Schülerinnen. Als die Nachricht vom Tod des Captains kommt, enthebt Mrs. Minchin Sara aller Privilegien und läßt sie als Hausmädchen arbeiten. Doch Saras Lebensmut läßt sich nicht brechen.

Bei seiner Erstveröffentlichung im Mai dieses Jahres war der von Kritikerlob überhäufte, nostalgische Kinderfilm "A Little Princess" am Boxoffice weitgehend ignoriert worden. Doch Warner hatte dermaßen viel Vertrauen in das hochqualitative Kinokleinod, daß sie in einem höchst ungewöhnlichen Marketingschachzug dem amerikanischen Publikum eine zweite Chance boten, auf die mit einer relativ breit angelegten Werbekampagne hingewiesen wurde. Bedauernswerterweiser wurde der bezaubernden Literaturverfilmung des jungen Mexikaners Alfonso Cuaron auch beim zweiten Anlauf nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die sie zweifellos verdient. Als Vorlage diente Frances Hodgson Burnetts Roman "Sara Crew", den sie später für das erfolgreiche Stück "A Little Princess" bearbeitete. Schon Agnieszka Hollands gefeierter Kinderfilm "Der geheime Garten" von 1993 basierte auf einem Buch Burnetts, doch während sich letzter streng an die Originalstory hält, nahm Richard LaGravenese in Zusammenarbeit mit Elizabeth Chandler in dem Skript einige Handlungsmodifizierungen vor, die die an Charles Dickens' Klassiker erinnernde Schwermütigkeit entkräften. Zudem wurde ein aus der Hindu-Mythologie entnommenes magisches Element hinzugefügt, das stilisiert in rauschenden Farben einen phantastischen Gegenpol liefert, in dem sich raffiniert die Parallelen zwischen Märchen und Realität reflektieren. Die zehnjährige Sara Crew (hinreißend in ihrer selbstbewußten Natürlichkeit: Liesel Matthews) wird im Jahre 1914 von ihrem verwitweten Vater Captain Crew (Liam Cunningham) von Indien nach New York in ein nobles Mädcheninternat gebracht. Dort regiert die gestrenge Miss Minchin (Eleanor Bron), bei der sich das geradlinige und äußerst phantasievolle Mädchen mit seiner Offenheit bald unbeliebt macht. Als die Nachricht von Captain Crews vermeintlichem Kriegstod eintrifft, wird Sara umgehend zur Haushaltshilfe degradiert und muß auf dem verwahrlosten Dachboden schlafen. Trotz ihrer widrigen Lebensumstände behält sie die Haltung einer "kleinen Prinzessin" und begeistert die anderen Mädchen verbotenerweise weiterhin mit ihren fesselnden Märchengeschichten. Unschuldigerweise des Diebstahls bezichtigt, kommt es zum dramatischen Eklat mit folgendem herzerwärmenden Happy End. Nicht nur in erzählerischer Hinsicht ist "A Little Princess" eine echte Perle, sondern auch die historische Ausstattung mit ihren ausgeklügelten Details und die ergänzenden Kostüme sind wahre Highlights, die allein schon die faszinierende Fabel sehenswert machen. Mit dem entsprechenden Marketing könnte dieses reizende, nachdenklich stimmende Märchen, das sicherlich nicht nur für Kinder, sondern auch oder vielleicht gerade für junggebliebene Erwachsene ansprechend ist, seinen berechtigten Platz in der deutschen Kinolandschaft einnehmen. Denn die große Leinwand ist der Ort, an dem man diesen Geniestreich sehen sollte. ara.
| Darsteller: | Eleanor Bron | als Miss Minchin | |
|---|---|---|---|
| Liam Cunningham | als Capt. Crewe / Prince Rama | ||
| Liesel Matthews | als Sara Crewe | ||
| Rusty Schwimmer | als Amelia Minchin | ||
| Arthur Malet | als Charles Randolph | ||
| Vanessa Lee Chester | als Becky | ||
| Errol Sitahal | als Ram Dass | ||
| Heather DeLoach | als Ermengarde | ||
| Regie: | Alfonso Cuarón | ||
| Drehbuch: | Richard LaGravenese | ||
| Elizabeth Chandler | |||
| Produzent: | Mark Johnson | ||
| Ausf. Produzent: | Alan C. Blomquist | ||
| Amy Ephron | |||
| Buchvorlage: | Frances Hodgson Burnett | ||
| Kamera: | Emmanuel Lubezki | ||
| Schnitt: | Steven Weisberg | ||
| Musik: | Patrick Doyle | ||
Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern: Alfonso Cuarón wird den dritten Teil der " Harry Potter"-Serie in Szene setzen . Der Regisseur, der zuletzt für " Y tu mamá también - Lust for Life!" Ehrungen und Filmpreise en gros einheimsen konnte, unterschrieb nun als Regisseur für "Harry Potter und der Gefangene von Askaban".
Chris Columbus, der Teil eins verfilmte und gerade am Sequel "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" werkelt, wird in den Produzentensessel wechseln.
Nach längerer Debatte über den Nachfolger, fiel die Wahl auf Cuaron, der schon mit "A Little Princess" einen spannenden Kinderfilm in die Kinos brachte und bei "Große Erwartungen" bewies, dass er auch ein Starensemble führen kann.
Die Dreharbeiten zu "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" sollen im ersten Quartal 2003 in England beginnen. Im Kino können wir dann voraussichtlich ab Sommer 2004 mit Harry zittern.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.