Originaltitel: Little Nicky
USA 2000
Adam Sandler
Patricia Arquette
Harvey Keitel
Regie: Steven Brill
Verleih: Studiocanal
Weil sie von ihrem Vater - dem Teufel höchstselbst - nicht in Amt und Würden als Herrscher der Hölle aufgenommen werden, nehmen Adrian und Cassius die Dinge selbst in die Hand und bringen in New York das Gefüge aus Gut und Böse durcheinander. Dem Teufel bleibt nichts anderes übrig, als seinen verklemmten Lieblingsspross Nicky loszuschicken, der die Dinge mit Hilfe einer sprechenden Bulldogge richten soll.

Mit diversen Okkultthrillern wie "Lost Souls" und "Die Prophezeiung" machte der Teufel am US-Boxoffice in letzter Zeit ein höllisch schlechtes Geschäft. Und dieses Wochenende musste die neue Adam-Sandler-Komödie um den superseltsamen Sohn Satans den himmlischen Damen von "Drei Engel für Charlie" den Vortritt lassen. Das Startergebnis belief sich zwar auf solide 15.3 Mio Dollar, doch im Vergleich zu den letzten Starts des SNL-erprobten Komikers - "Big Daddy" (1999) mit 41.5 Mio. Dollar und "Waterboy" (1998) mit 39.4 Mio. Dollar -, enttäuschte es.
Zumal es sich beim Produktionsaufwand (Budget rund 80 Mio. Dollar) mit Spezialeffekten und Staraufgebot um seinen bislang ambitioniertesten Film handelt. Dabei ist das Drehbuch von Langzeit-Mitarbeiter Tim Herlihy, Sandler und Steven Brill dem Konzept des Underdogs, der aller Verulkungen zum Trotz obenauf schwimmt, treugeblieben. Sandler mimt den sympathischen Satansspross Nicky, dessen Handicap eine verzerrte Gesichtshälfte und ein Sprachfehler sind. Dies verdankt er seinem diabolischen Bruder Adrian (Rhys Ifans, der als unappetitlicher Wohngenosse in "Notting Hill" hervorstach), der vor langer Zeit sein Antlitz mit einer Schaufel bearbeitet hatte. Als ihr Vater (Harvey Keitel) verkündet, dass er das Höllenregime für weitere 10.000 Jahre übernehmen wird statt einen Nachfolger zu ernennen, begeben sich Adrian und Bruder Nr. 3 (Tommy "Tiny" Lister Jr.) ins Sündenbabel New York City und frieren das Tor zur Hölle zu. Doch ohne Seelennachschub beginnt Papa Beelzebub buchstäblich auseinander zu fallen und so muss Nicky ebenfalls zur Erde aufsteigen, um seine Brüder zur Rückkehr zu bewegen. Doch der Big Apple erweist sich als hartes Pflaster, das für den gutmütigen Nicky einige Überraschungen parat hält.
Als schaustehlender Sidekick wird ihm eine sprechende Bulldogge namens Beefy (die erstaunlichen Effekte steuerte das "Babe"-Effekteteam bei), die ihm hilft sich im Stadtdschungel zurechtzufinden. Nicky findet sogar zwei Anhänger - dauerzugedröhnte Schwermetaller - die durch ihre Beschränktheit für etliche Lacher sorgen. Als obligatorischer Love Interest am Rande fungiert Patricia Arquette, die schon in "Stigmata" durch die Hölle ging. Darüber hinaus wartet die Fish-out-of-Water-Komödie mit zahlreichen Cameos auf, darunter Rodney Dangerfield (als Luzifer), Reese Witherspoon (als Nickys Engels-Mutter), Quentin Tarantino (als blinder Priester), Ozzy Osbourne (liefert als er selbst sein ultimatives Popkulturzitat) und diverse Saturday Night Live-Kollegen (Dan Carvey, Jon Lovitz, Rob Schneider). Der Humor ist verhältnismäßig milde und weniger grotesk ausgefallen (abgesehen von der Fegefeuer-Vision, die Adolf Hitler zugemessen wurde), auch wenn erwartungsgemäß Homosexuelle und Behinderte durch den gnadenlosen Gagkakao gezogen werden. Junge Adam-Sandler-Fans, die genau wissen, was sie von ihrem Mann erwarten können, sollten sich teuflisch gut amüsieren. ara.
| Darsteller: | Adam Sandler | als Nicky | |
|---|---|---|---|
| Patricia Arquette | als Valerie | ||
| Harvey Keitel | als Nickys Vater | ||
| Rhys Ifans | als Adrian | ||
| Tommy 'Tiny' Lister Jr. | als Cassius | ||
| Allen Covert | als Todd | ||
| Peter Dante | als Peter | ||
| Jonathan Loughran | als John | ||
| Blake Clark | als Dämon Jimmy | ||
| Rodney Dangerfield | als Lucifer | ||
| Kevin Nealon | als Torwächter | ||
| Reese Witherspoon | als Holly | ||
| Regie: | Steven Brill | ||
| Drehbuch: | Tim Herlihy | ||
| Adam Sandler | |||
| Steven Brill | |||
| Produzent: | Robert Simonds | ||
| Jack Giarraputo | |||
| Ausf. Produzent: | Robert Engelman | ||
| Adam Sandler | |||
| Michael De Luca | |||
| Brian Witten | |||
| Kamera: | Theo van de Sande | ||
| Schnitt: | Jeff Gourson | ||
| Musik: | Teddy Castellucci | ||
| Produktionsdesign: | Perry Andelin Blake | ||
| Alan Au | |||
| Don Woodruff | |||
| Kostüme: | Ellen Lutter | ||
| Ton: | David Kelson | ||
Am Anfang war das Wort: Gottes langer Weg auf die Leinwand.
Ganz relaxed: Regisseur Shadyac und Gott-Darsteller Freeman im Gespräch (Foto: Universal)
Wie spielt man Gott? Am Set von "Evan Allmächtig" hat sich Oscarpreisträger Morgan Freeman wegen dieser Frage den Kopf zerbrochen. "Immer wieder hab' ich mich dazu verleiten lassen, meine Rolle zu ernst zu spielen. Zum Glück hat mich Regisseur Tom Shadyac andauernd dazu ermuntert, ihr eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen".
Freeman schlüpft für die Fortsetzung des Kinohits "Bruce Allmächtig" von 2003 bereits zum zweiten Mal als Gott in den weißen Designer-Anzug. Leicht ist es ihm trotz über 40 Jahren Erfahrung offensichtlich nicht gefallen, die richtige Balance zwischen Ehrfurcht und Spaßfaktor zu finden.
Der Klassiker des Monumentalfilms: "Die zehn Gebote" (Foto: Paramount Home Entertainment)
Eine göttlich inspirierte Komödie wäre früher in der Traumfabrik undenkbar gewesen. Schon lange bevor Karikaturen mit religiösen Inhalten heiße Diskussionen auslösten, schob der Motion Picture Production Code von 1930 der Leinwandkarriere des Allmächtigen einen Riegel vor: "Kein Film darf sich über jeglichen Glauben lustig machen."
Das Ergebnis waren fromme Filme wie "Die zehn Gebote" (1956), in denen die tiefe, einschüchternde Stimme von Charlton Heston die heilige Botschaft verkündet. Auch nachdem der Code in den 70ern seine Gültigkeit verloren hatte, trauten sich viele Macher in Hollywood nicht, Gott ein Gesicht zu geben. In "Zwei vom gleichen Schlag" (1983) ist Gene Hackman zu hören, aber nur ein grelles Licht zu sehen. Val Kilmer spricht in dem Zeichentrickepos "Der Prinz von Ägypten" (1998) sowohl Moses als auch den unsichtbaren Schöpfer.
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