Herausragendes englischsprachiges Remake des schwedischen Kulthits "So finster die Nacht", in dem sich ein zwölfjähriger Einzelgänger mit einem gleichaltrigen Mädchen anfreundet, das tatsächlich ein Vampir ist. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto46/11460078/b150x150.jpg Let Me In

Filmdetails

Let Me In

Herausragendes englischsprachiges Remake des schwedischen Kulthits "So finster die Nacht", in dem sich ein zwölfjähriger Einzelgänger mit einem gleichaltrigen Mädchen anfreundet, das tatsächlich ein Vampir ist.


Let Me In
Start: 15.12.2011

Horror / Drama

Großbritannien/USA 2010
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Chloë Grace Moretz
Kodi Smit-McPhee
Richard Jenkins

Regie: Matt Reeves
Verleih: Wild Bunch (Central)

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Inhalt

Der zwölfjährige Owen lebt im winterlichen Los Alamos des Jahres 1983 mit seiner alleinerziehenden Mutter. Der zierliche Einzelgänger wird von seinen Mitschülern terrorisiert und findet nur in einsamen Gewaltfantasien ein Ventil. Bis er die vermeintlich gleichaltrige Abby kennenlernt, die gerade mit einem älteren Mann in seinen Wohnblock gezogen ist. Owen ahnt nicht, dass es sich bei ihr um einen Vampir handelt, der Blut zum Überleben braucht. Dann versetzen erste blutleere Leichen die Gemeinde in Entsetzen.


Kritik

Let Me In

Selten und daher umso erfreulicher: Matt Reeves' englischsprachiges Remake des schwedischen Überraschungserfolgs "So finster die Nacht" von 2008 steht dem Original in keinster Weise nach.

Die Angst war groß: Wenn sich Hollywood nur zwei Jahre nach einem fremdsprachigen Original den Stoff zueigen macht, ist das Ergebnis in den meisten Fällen verwässert, die Kanten sind abgeschliffen, die eigentliche Qualität der Vorlage bleibt auf der Strecke. Wenn es sich bei dem Original überdies um einen so überragenden Stoff wie Thomas Alfredsons kultisch verehrten "So finster die Nacht" handelt, die schwedische Verfilmung eines Jugendbuchs von John Ajvide Lindqvist über einen von der Außenwelt isolierten und seinen Mitschülern gepeinigten Zwölfjährigen, der eine folgenschwere Allianz mit einem Vampir in Mädchengestalt eingeht, ist das Desaster vorherprogrammiert, will man meinen. Man muss keine Sorge mehr haben: "Let Me In" ist eine wunderbare, streckenweise herausragende Ergänzung zur Vorlage. Reeves hat offenbar verstanden, was die Geschichte ausmacht, was sie zu einem zeitlosen Film über die Ängste des Erwachsenwerdens macht - und zugleich einer genüsslich perversen Liebesgeschichte.

Im Grunde behält der Regisseur, der sich zuletzt mit "Cloverfield" nach fast zwölfjähriger Pause auf der Leinwand zurückgemeldet hatte, den szenischen Aufbau bei, teilweise wählt er sogar die identische Bilderabfolge, wenn er den Eindruck hatte, man könne es nicht besser machen. Gleichzeitig drückt er dem Film seinen eigenen Stempel auf, verankert die Geschichte in der amerikanischen Realität des Reagan-Amerikas, inklusive eines perfekt gewählten Soundtracks, der mit Songs wie "Do You Really Want to Hurt Me" oder "Doot-Doot" oftmals mehr erzählt, als viele Worte es jemals könnten.

Dabei wird man in der ersten Szene zunächst auf eine falsche Fährte gelockt: Mit Rotlicht und Sirenen bahnen sich darin Ambulanzen und Polizeiwägen den Weg durch das nächtliche New Mexico. Sie liefern einen älteren Mann im Krankenhaus ab, der sich selbst das Gesicht mit Säure verätzt hat. Noch bevor es einem einsam ermittelnden Polizeibeamten gelingt, ihn zu befragen, stürzt sich der Mann aus dem Fenster in den Tod. Sofort ist offenbar, dass Reeves' Version mehr ein Genrefilm mit betonten Spannungselementen sein wird als sein Vorgänger, der trotz seiner drastischen Horrormomente doch immer ein Jugendfilm mit einem ganz besonderen Dreh war. "Let Me In" legt einen etwas stärkeren Fokus auf den älteren Begleiter des Vampirs, hier gespielt von Richard Jenkins, der gleich zu Beginn auch als tragische Figur etabliert wird: Die Dinge, die wir aus Liebe tun - das zentrale Thema des Films - wird schnell etabliert. Und bestimmt auch die Handlungen der beiden jugendlichen Helden, die Reeves noch stärker in den Mittelpunkt rückt und geschickt von ihrer Außenwelt isoliert, indem er die Erwachsenen um sie herum fast komplett ausblendet - nicht ein einziges Mal bekommt man das Gesicht von Owens Mutter zu sehen. Kodi Smit-McPhee ("The Road") und Chloe Moretz ("Kick-Ass") sind herausragend in ihren Rollen als Abby und Owen, machen den Schmerz ihrer Existenz auf subtile Weise sicht- und ihre gegenseitige Abhängigkeit voneinander spürbar. Gleichzeitig ist "Let Me In" nie, wie befürchtet worden war, weichgespült: Matt Reeves scheut nicht vor den harten, drastischen Szenen zurück und wahrt auch die Ambivalenz, was Begriffe wie Gut und Böse anbetrifft: Was hier geschieht, so grausam es auch sein mag, geschieht aus Liebe. ts.

Let Me In

Darsteller:  Chloë Grace Moretz   als Abby
  Kodi Smit-McPhee   als Owen
  Richard Jenkins   als Abbys Vater
  Elias Koteas   als Polizist
  Cara Buono   als Owens Mutter
  Sasha Barrese   als Virginia
  Dylan Kenin   als Larry
  Chris Browning   als Jack
  Ritchie Coster   als Mr. Zoric
  Dylan Minnette   als Kenny
  Jimmy Pinchak   als Mark
  Nicolai Dorian   als Donald
 
Regie:  Matt Reeves  
Drehbuch:  Matt Reeves  
Produzent:  Simon Oakes  
  Alexander Yves Brunner  
  Guy East  
  Tobin Armbrust  
  Donna Gigliotti  
  Carl Molinder  
  John Nordling  
Koproduzent:  Vicki Dee Rock  
Ausf. Produzent:  Nigel Sinclair  
  John Ptak  
  Philip Elway  
  Fredrik Malmberg  
Kamera:  Greig Fraser  
Musik:  Michael Giacchino  
Produktionsdesign:  Ford Wheeler  
Kostüme:  Melissa Bruning  

Star

Chloë Grace Moretz

* 10.02.1997

Star

Richard Jenkins

Amerikanischer Schauspieler. Charakterdarsteller in tragenden Nebenrollen von rund 80 Filmen, zeichnen sich die von Richard Jenkins...

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