Arthouse-Drama über die Beziehung zwischen emotionsarmen Mann und der spracheverweigernden Lea. http://images.kino.de/flbilder/max97/bf97/bf33/b9733012/b150x150.jpg Lea

Filmdetails

Lea

Arthouse-Drama über die Beziehung zwischen emotionsarmen Mann und der spracheverweigernden Lea.


Lea
Start: 11.09.1997

Drama

Deutschland 1996
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Lenka Vlasáková
Christian Redl
Hanna Schygulla

Regie: Ivan Fila
Verleih: Arsenal

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Der seit dem Tod seiner Frau emotional verarmte Antiquitätenhändler Strehlow entdeckt bei einer Tschechienreise das Mädchen Lea, das als Kind mitansehen mußte, wie ihr Vater ihre Mutter tötete, und seither die Sprache verweigert. Strehlow kauft Lea für 50.000 Mark und nimmt sie mit nach Deutschland. Dort entwickelt sich nach und nach eine bizarre Liebesgeschichte, die tragisch endet.


Kritik

Lea

Beim Internationalen Filmfestival in Venedig 1996 galt Ivan Filas "Lea" als Geheimtip, das Publikum feierte frenetisch das einfühlsame Drama um zwei Menschen, deren Beziehung zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Nachdem der Film jede Menge Preise auf internationalen Festivals erhielt und auch eine Nominierung als "Bester Film" für den deutschen Filmpreis, fand er nach einem Jahr endlich einen Verleih.

Es ist eine fremde Welt, in die der in Prag geborene und seit 1977 in Deutschland lebende Regisseur, entführt. Die junge Lea (Lenka Vlasákova) spricht nach einem traumatischen Gewalt-Erlebnis in ihrer Kindheit nicht mehr. Sie wächst als Zieh-Tochter in einer ärmlichen Kate auf, als der "Wessi" Herbert Strehlow (Christian Redl) sie entdeckt, der eigentlich in der Slowakei nur seine Eigentumsverhältnisse klären will. Der abgestumpfte Ex-Fremdenlegionär "kauft" sie dem Bauern ab, nimmt die Widerstrebende mit nach Deutschland und ehelicht sie. Wieder wird Lea mit Gewalt und Brutalität konfrontiert, noch mehr zieht sie sich in ihre imaginäre Welt zurück, in der sie ihrer toten Mutter Briefe und Gedichte schreibt. In kleinen Schritten nähern sich die "Schöne und das Biest" an, entdecken die Liebe und erfüllen sich längst vergessene Sehnsüchte. Aus dem harten Strehlow wird ein liebender Mann, der lernt, Gefühle zu äußern. Doch das tragische Ende läßt nicht auf sich warten.

"Lea" ist ein spröder Film, der sich dem Zuschauer nur sukzessiv erschließt, dann aber eine magische Kraft entfaltet. Wie die beiden Außenseiter sich behutsam öffnen und den Schmerz endlich zulassen, den ihnen das Leben zugefügt hat, das ist im positiven Sinne und altmodisch ausgedrückt ergreifend. Auch wenn die tiefen psychischen Wunden wohl nie verheilen, die Zerstörung der Seele wohl irreparabel ist, triumphiert dennoch einen kurzen Moment lang das Prinzip Hoffnung. Die raren Augenblicke des Glücks und der filigranen Intimität inszeniert Ivan Fila in suggestiven Kinobildern (Kamera: Vladimir Smutny) mit einer Portion Mystik, Poesie und Märchenhaftigkeit. Ein Glücksfall sind die Schauspieler: Christian Redl verkörpert den Mann, der andere verletzt, um seine Verletzbarkeit zu kaschieren. Entdeckung ist Lenka Vlasáková deren Gesicht das Innerste widerspiegelt - zerbrechlich, schutzlos, zeitlos. Diese ungewöhnlich Liebes- und Lebensgeschichte rührt zutiefst, auch wenn der Schluß depremiert. "Lea" wirkt in der Kinolandschaft wie ein roher Diamant inmitten von synthetischem Zirkonia. Nicht nur ein "Kunstfilm" für Cineasten, sondern eine Offenbarung für diejenigen, die sich nach all den digitalisierten Dinos, Tornados und Volcanos nach echten Menschen und Gefühle sehnen. mk.

Lea

Darsteller:  Lenka Vlasáková   als Lea
  Christian Redl   als Strehlow
  Hanna Schygulla   als Wanda
  Miroslav Donutil   als Gregor Palty
  Udo Kier   als Block
 
Regie:  Ivan Fila  
Drehbuch:  Ivan Fila  
Produzent:  Ivan Fila  
  Herbert Rimbach  
Ausf. Produzent:  Alena Rimbach  
  Andrés Jauernick  
Kamera:  Vladimír Smutný  
Schnitt:  Ivana Davidová  
Musik:  Petr Hapka  

Star

Christian Redl

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