Michael Pitt
Lukas Haas
Asia Argento
Regie: Gus Van Sant
Verleih: Alamode
Geradewegs vom Drogenentzug ausgerissen, stapft der benommene Blake (Michael Pitt) nuschelnd durch das Unterholz, bis er das abgelegene, zerfallende Haus seiner Band erreicht. Die anderen Mitglieder nehmen keine Notiz vom Auftauchen ihres geistig umnachteten Frontmanns, der wie ein Wrack durch die Gänge schlurft. Zu sehr sind Luke (Lukas Haas), Asia (Asia Argento), Scott (Scott Green) und Nicole (Nicole Vicius) mit Partys, Schlafen und Sex beschäftigt. Selbst vor einem Privatdetektiv (Ricky Jay) weiß sich der im Endstadium depressive Blake zu verstecken.
Lose auf dem Freitod der heroinabhängigen Grunge-Ikone Curt Cobain basierend, schafft Gus Van Sant ("Good Will Hunting") ein abstrakt-melancholisches Gemälde, das fast ohne Handlung und Dialoge die desolate Stimmungslage einfängt.

Independent-Improvisationsfilm von Gus Van Sant als Hommage an Nirvana-Sänger Kurt Cobain und meditatives Stilexperiment.
Nach "Gerry" und "Elephant" (Goldene Palme Cannes 2003) der dritte Teil einer Trilogie, die Gus Van Sant als Hommage und Meditation an die Teenagerwelt und die Körper junger Männer konzipierte. "Last Days" ist fiktionale Meditation und vor allem durch stilistische Mittel geprägte Annäherung an den inneren Aufruhr und Mythos des legendären Grunge-Musikers und Nirvana-Sängers Kurt Cobain (1967 - 1994), dem der Film gewidmet ist, dessen letzte Stunden er verfolgt, der Blake genannt und von Michael Pitt (Bernardo Bertoluccis "Die Träumer") gespielt wird, der den Rock-Musiker als kranken Romantiker deutet.
Das Motiv wird zu Beginn etabliert, wenn sich Blake aus der schlossartigen Waldvilla schleicht, durch Baum- und Unterholzlandschaften an den Fluss gelangt und ein Bad nimmt. Das uramerikanische Ritual der Reinigung durch die Natur scheitert, weil sich Blake bei der Rückkehr nicht um Freunde, Gäste und in einer urkomischen Szene im Spitzennegligé einen aufdringlichen Anzeigenverkäufer kümmert, sondern bemüht ist, sie sich vom Hals zu halten. Noch ein Mal musiziert er genial vor sich hin, nicht mit Nirvana-Stücken, sondern mit Musik von Michael Pitt, der live spielt und singt. Blake zieht sich in den Geräteschuppen zurück, wo man ihn tot auffindet.
Blakes Selbstmord ist ereignisloser Höhepunkt ereignislosen Geschehens. Mit Improvisationsspiel und dem Wechsel von distanzierten Totalen und Nahaufnahmen wird Blakes Entfremdung von der Welt verdeutlicht, spielen die Nebenfiguren (darunter Independent-Ikone Asia Argento als sie selbst) keine Rolle mehr. Blakes träger Abschied wird nicht psychologisert, sondern als Endpunkt eines Lebens angesehen, das die Realität um sich herum nicht mehr greifen kann. Interessantes aber anstrengendes Stilexperiment. ger.
| Darsteller: | Michael Pitt | als Blake | |
|---|---|---|---|
| Lukas Haas | als Luke | ||
| Asia Argento | als Asia | ||
| Scott Green Jr. | als Scott | ||
| Nicole Vicius | als Nicole | ||
| Ricky Jay | als Detektiv | ||
| Ryan Orion | als Donovan | ||
| Harmony Korine | als Typ im Club | ||
| Kim Gordon | als Managerin | ||
| Regie: | Gus Van Sant | ||
| Drehbuch: | Gus Van Sant | ||
| Produzent: | Dany Wolf | ||
| Kamera: | Harris Savides | ||
| Schnitt: | Gus Van Sant | ||
| Produktionsdesign: | Tim Grimes | ||
| Kostüme: | Michelle Matland | ||
| Ton: | Felix Andrew | ||
| Casting: | Mali Finn | ||
Es war ein guter Kinojahrgang!
Mystisch, spielerisch und einfach wunderschön: Die zeit- und raumüberspannende Liebesgeschichte "The Fountain" hat es uns 2007 besonders angetan (Foto: Buena Vista)
Ob optische Perlen wie "300", feiner Witz wie in "Schräger als Fiktion" oder Brachiales á la "Hot Fuzz" und "Rocky Balboa" - ins Kino gehen hat uns auch dieses Jahr mal wieder aus den verschiedensten Gründen viel Freude bereitet.
So verschieden die Charaktere im Team von KINO.DE sind, so unterschiedlich sind natürlich auch die Tipps unserer Mitarbeiter, welcher Film sich besonders eingeprägt hat und vielleicht eine zweite Vorstellung auf DVD wert wäre. Erstaunlicherweise waren sich viele Kollegen aber bei einem Film einig, von dem das nicht zu erwarten war: "The Fountain" ist ein kleines Kinojuwel mit unvergesslsichen Bildern, einer wunderbar verwinkelten Story und einem genial aufspielenden Darsteller-Duo Hugh Jackman und Rachel Weisz. Sehen Sie selbst:
Wir wünschen noch frohe Feiertage!
Ihr Team von KINO.DE
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