Sharon Stone
Rob Morrow
Randy Quaid
Regie: Bruce Beresford
Verleih: Buena Vista
Seit 12 Jahren sitzt die verurteilte Doppelmörderin Cindy Liggett in ihrer Zelle und wartet auf ihre Hinrichtung. Eines Tages taucht der junge, idealistische Anwalt Rick Hayes auf und setzt sich aufopferungsvoll für die Umwandlung ihres Todesurteils in eine lebenslängliche Haftstrafe ein. Doch die Zeit drängt, denn inzwischen wurde der Zeitpunkt der Exekution festgelegt. In dreißig Tagen soll Liggett sterben. Hayes verstärkt seine Bemühungen und es gelingt ihm, ein politisches Komplott gegen die Delinquentin aufzudecken.

Die augenblicklich im Kino leidenschaftlich geführte Diskussion über die Todesstrafe reichert Regisseur Bruce Beresford um einen weiteren Beitrag an. Daß "Last Dance" inhaltlich und formal einige Parallelen mit "Dead Man Walking" aufweist, spricht sehr für die Ernsthaftigkeit, mit der Beresford das Thema behandelt. Gleichzeitig überschatten diese Ähnlichkeiten seinen Film aber auch und drängen ihn in die etwas undankbare Rolle eines "Nachzüglers".
Beresfords Erzählweise in "Last Dance" nähert sich dem moralischen Dilemma der Todesstrafe zunächst von der juristischen Seite. Aus dem System heraus arbeitet sich der junge Anwalt Rick Hayes (Rob Morrow) an den aussichtslos erscheinenden Fall einer aus der sozialen Unterschicht stammenden Delinquentin heran, die in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung wartet. Ihre verzweifelten Anträge auf Aufschub sind die einzigen dünnen Streichhölzer, die Cindy Liggett (Sharon Stone) dem Räderwerk der Justiz in die Speichen steckt. Das unmenschliche Prozedere soll Hayes zunächst als "Lernerfahrung" nutzen, doch fällt es dem Anwalt nicht schwer, schnell das menschliche Leid hinter Liggetts verhärmtem Äußeren zu erkennen.
Der Film verwendet einige Zeit darauf, die politischen Dimensionen (Einflußnahme konservativer Politiker im Wahlkampf etc.) der geplanten Hinrichtung aufzuzeigen und deutet an, daß Liggett offensichtlich von Anfang an unzureichend juristisch vertreten und als Exempel ausersehen ist, das der Staat von Zeit zu Zeit statuieren muß. Beresford verwendet den Mittelteil des Films darauf, Spannung aus Hayes' Bemühungen zu ziehen, Verfahrensfehler aufzudecken und seiner Mandantin zu einer neuen, fairen Gerichtsverhandlung zu verhelfen. Daß hinter seinem hilflosen Aktionismus das eigentliche emotionale Zentrum des Geschehens, nämlich der unmenschliche Leidensdruck, dem die Delinquentin angesichts ihres bevorstehenden Todes ausgesetzt ist, nicht zurücktritt, dafür sorgt vor allem Sharon Stones schauspielerische Intensität: Zum Ende hin gewinnt "Last Dance" vor allem durch die nervenaufreibenden Szenen, die - und hier werden die Ähnlichkeiten mit "Dead Man Walking" am deutlichsten - die letzten Stunden vor der Hinrichtung qualvoll minutiös beschrieben.
Ein wenig fällt allerdings doch auf, daß Beresford, dessen Filme sich allgemein durch exakte und tiefgehende Charakterstudien auszeichnen, sich auffallend dabei zurückhält, seine beiden Hauptfiguren "menscheln" zu lassen. Außer daß sie im Gefängnis zeichnen gelernt hat, erfährt man kaum etwas über die Todeskandidatin, und Hayes' innere Sinnsuche, die ihn zu Beginn eher widerwillig in den Karriereberuf des Anwalts zurückkehren läßt, bleibt eine Marginalie. Vielleicht ist es aber auch gerade Beresfords Verdienst, daß er sich seinem Sujet nicht mit der christlichen Inbrunst eines Tim Robbins, sondern aus der fast kühlen Distanz des Beobachters nähert. Schließlich liegen die dramatischen Qualitäten von "Last Dance" nicht in flammender Predigt, sondern in der Gelegenheit, die dem Zuschauer für einen langen Blick hinter sonst gutverschlossene Stahltüren gegeben wird. evo.
| Darsteller: | Sharon Stone | ||
|---|---|---|---|
| Rob Morrow | |||
| Randy Quaid | |||
| Peter Gallagher | |||
| Jack Thompson | |||
| Jayne Brook | |||
| Pamela Tyson | |||
| Skeet Ulrich | |||
| Don Harvey | |||
| Diane Sellers | |||
| Ken Jenkins | |||
| John Cunningham | |||
| Christine Cattell | |||
| Mimi Craven | |||
| Regie: | Bruce Beresford | ||
| Drehbuch: | Ron Koslow | ||
| Produzent: | Steven Haft | ||
| Ausf. Produzent: | Richard Luke Rothschild | ||
| Kamera: | Peter James | ||
| Schnitt: | John Bloom | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
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Strahlend schön und talentiert: die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (Foto: Kurt Krieger)
Diese Powerfrauen bestreiten zweistündige Dramen mit Würde und Können, und selbst Durststrecken im Lauf ihrer Karriere können sie nicht aufhalten.
Der Beweis dafür ist Hilary Swank, die nach ihrer bewegenden Darstellung in "Boys Don't Cry" mehrere Kinoflops drehte. Mit dem sensationellen Drama "Million Dollar Baby" meldete sie sich in diesem Jahr besser denn je zurück.
Ihrer bescheidenen, aber willensstarken Boxerin verlieh Swank ein Höchstmaß an Würde und Glaubhaftigkeit. Durchhaltevermögen hat sie ohnehin schon seit ihrer Jugend: Swank schwamm sich als Teenager in die Jugendolympiade. Die 30-Jährige ist im Filmbusiness erfolgreicher als ihr Gatte Chad Lowe, ebenfalls ein Schauspieler.
Ist im Actionfilm genauso daheim wie im bewegenden Drama: Charlize Theron (Foto: Kurt Krieger)
Ähnlich verhält es sich mit Charlize Theron, einer leidenschaftlichen Tierschützerin, die lautstark die erste weibliche US-Präsidentin fordert. Die Südafrikanerin hat ihren Verlobten Stuart Townsend karrieremäßig längst überflügelt und kann nun unter den besten Parts auswählen.
Kein Wunder, begeisterte Theron doch mit ihrer uneitlen Performance als Serienkillerin Aileen Wuornos in "Monster" alle Kritiker. Jetzt kann sie sich sogar einen Ausflug ins heiße Latexkostüm der Action-Amazone "Aeon Flux" leisten.
Auch Sofia Coppola ließ alle bösen Zungen verstummen, als sie 1999 "The Virgin Suicides" inszenierte. Mit dem gelungenen Drama um die Selbstmorde mehrerer Schwestern trat sie selbstbewusst aus dem Schatten ihres Vaters Francis Ford Coppola.
Für ihr Meisterwerk "Lost in Translation" bekam sie einen Golden Globe und einen Oscar. Zur Belohnung darf sie nun einen epischen Kostümschinken um die geköpfte Franzosenkönigin Marie Antoinette drehen.
Sie definierte den Begriff "Rache" neu: Uma Thurman in Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Foto: Buena Vista)
Anders als Coppola konnte Uma Thurman zwar bisher noch keinen Oscar mit nach Hause nehmen, aber die gefragte Blondine und allein erziehende Mutter hat auch so Kultstatus.
Seit sie in Quentin Tarantinos" Pulp Fiction" mit John Travolta tanzte, wird die 35-Jährige von Millionen Fans verehrt. Die Rolle als knallharte Rächerin in den "Kill Bill"-Filmen untermauerte ihre Position noch.
Ebenfalls schlagkräftig gab sich Angelina Jolie, als sie 2001 in "Tomb Raider" die Computerspielheldin Lara Croft zum Leben erweckte.
Superstar Angelina Jolie vermarktet ihren Sexappeal großzügig für gute Zwecke (Foto: Kurt Krieger)
Damals hatte die sexy Schauspielerin schon einen Oscar für das Drama "Durchgeknallt" in der Tasche. Ebenso kontrovers wie manche ihrer Rollen ist auch Angelinas Privatleben: Sie spricht offen über ihre zahlreichen Liebhaber.
Nebenbei ist sie ihrem Adoptivsohn Maddox eine Vorzeigemutter und engagiert sich mit Hingabe für die Belange der UNO. Köpfchen und Sexappeal müssen einander eben nicht ausschließen.
Das beweist auch Sharon Stone. Nach unzähligen Nebenrollen avancierte die Diva 1992 mit dem hocherotischen Thriller "Basic Instinct" über Nacht zum Superstar.
Auf ihren "Basic Instinct" ist immer Verlass: Sharon Stone hat sich in Hollywood behauptet (Foto: Kurt Krieger)
Als sexy Naivchen ließ sich die Schauspielerin mit einem IQ von 154 trotzdem nicht abstempeln. In dem Western "Schneller als der Tod" machte sie gestandenen Cowboys den Garaus, und in "Last Dance" gab sie gar eine wenig sympathische Hinrichtungskandidatin. Im nächsten Jahr wird Stone ihre Fans mit "Basic Instinct 2" beglücken.
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