Patrizia Gerardi
Tairo Caroli
Walter Saabel
Regie: Tizza Covi, ...
Verleih: Filmgalerie 451
Der Wanderzirkus von Walter und Patrizia macht in einer römischen Vorstadtsiedlung Winterpause. Da entdeckt Patrizia auf einem Spielplatz ein zweijähriges elternloses Mädchen. Sie nimmt das Kind mit zu sich nach Hause. Zwar ist ihr Mann nicht allzu erfreut, aber die Kleine bleibt erst mal bei ihnen wohnen. Obwohl niemand weiß, ob und wann das Mädchen wieder abgeholt wird und welche Schwierigkeiten mit Polizei und Behörden drohen, wird es immer mehr in die kleine Familie integriert, was beiden Seiten sichtlich gut zu tun scheint.

Preisgekröntes Drama der Dokumentarfilmer Tizza Covi und Rainer Frimmel über den Alltag einer Wanderzirkusfamilie, die ein zweijähriges elternloses Kind bei sich aufnimmt.
Ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Spielfilmprojekt haben die beiden Dokumentarfilmer Tizza Covi und Rainer Frimmel realisiert. In "La Pivellina" haben sie kurzerhand die Protagonisten ihrer Dokumentation "Babooska" zu ihren Hauptdarstellern gemacht. Der Film handelt von Walter und Patrizia, Mitglieder eines Wanderzirkus', der gerade in einer tristen römischen Vorstadtsiedlung Winterpause macht. Eines Tages entdeckt Patrizia, genannt Patti, auf der Suche nach ihrem streunenden Hund auf einem Spielplatz ein etwa zweijähriges Mädchen, das offensichtlich allein dort ist. Sie nimmt das Kind mit zu sich nach Hause. Zwar ist ihr Mann nicht allzu erfreut, aber die Kleine, die wohl Asia heißt, bleibt erstmal bei ihnen wohnen. Obwohl niemand weiß, welches Schicksal Asia nun erlitten hat, ob und wann sie wieder abgeholt wird und welche Schwierigkeiten mit Polizei und Behörden drohen, wird das Mädchen immer mehr in die Gemeinschaft der kleinen Familie integriert, was beiden Seiten sichtlich gut zu tun scheint.
Der Plot um das elternlose Kind ist für Covi und Frimmel Anlass, über den Alltag eines Wanderzirkus' zu erzählen. Dabei gibt es künstlerische Darbietungen (etwa Messerwerfen oder Jonglieren) ebenso zu sehen wie ganz normale Dinge wie Einkaufen, Waschen, Kochen und das Leben auf begrenztem Raum in einem Wohnwagen. Die Bilder dazu stammen ausschließlich von der Handkamera, die einzelnen Szenen laufen meist ohne Schnitt durch und auf der Tonspur sind nur Originalgeräusche zu hören. Kein Score, kein Soundtrack verfälscht das Geschehen vor der Kamera. Dort entpuppt sich insbesondere die impulsive Patrizia Gerardi mit ihren knallroten Haaren als wahres Naturtalent (Erinnerungen an die legendäre Anna Magnani aus "Rom - offene Stadt" werden wach), aber auch die zweijährige Asia Crippad sorgt mit ihrem sonnigen Gemüt, dem herzhaften Lachen und ihrer Natürlichkeit für eine ganz besondere Wärme und Menschlichkeit, die dieser Film ausstrahlt. Zwar ist der behäbige Inszenierungsstil, der durch die die einzelnen Tage unterteilenden Schwarzblenden noch zusätzlich verlangsamt wird, gewöhnungsbedürftig. Und auch der eine oder andere Exkurs wie etwa ein Besuch im Wachsmuseum oder auf einer Baustelle führt zu sehr von der eigentlichen Geschichte weg. Aber alles in allem ist "La Pivellina" ein gelungenes Experiment, eine puristische Alltagsbeschreibung mit den Mitteln des Dokumentarfilms, ein warmherziges Drama, das zu Recht auf rund einem Dutzend internationaler Festivals mit Preisen jeglicher Couleur ausgezeichnet wurde. lasso.
| Darsteller: | Patrizia Gerardi | als Patty | |
|---|---|---|---|
| Tairo Caroli | als Tairo | ||
| Walter Saabel | als Walter | ||
| Asia Crippa | als Asia | ||
| Regie: | Tizza Covi | ||
| Rainer Frimmel | |||
| Drehbuch: | Tizza Covi | ||
| Rainer Frimmel | |||
| Produzent: | Rainer Frimmel | ||
| Kamera: | Rainer Frimmel | ||
| Schnitt: | Tizza Covi | ||
| Ton: | Tizza Covi | ||
Mit "Gegen die Wand" sorgte Sibel Kekili für viel Aufmerksamkeit in Deutschland. Bald könnte sie bei Milliarden Menschen in aller Welt berühmt sein.
"Die Fremde": von Deutschland eingereicht, um für den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film nominiert zu werden (Foto: Majestic (Fox))
Denn Sibel Kekillis Glanzleistung als Türkin, die vor ihrer einengenden Ehe in Istanbul nach Berlin flieht, könnte für einen Auslands-Oscar sorgen: Das Drama "Die Fremde" wird Deutschlands Vorschlag in der begehrten Kategorie! Eine unabhängige Fachjury, die den deutschen Beitrag im Wettbewerb um den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film auswählt, hat sich für Feo Aladags bereits vielfach ausgezeichnetes Drama um eine Grenzgängerin zwischen zwei Kulturen entschieden.
"'Die Fremde' ist ein außerordentlich gut geschriebener, stimmig inszenierter und berührender Film mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Der Film behandelt auf höchst dramatische und subtile Weise den Kampf einer jungen deutsch-türkischen Mutter um ihre Selbstbestimmung in zwei Wertesystemen", heißt es in der Begründung. Der Film lief Mitte März in den deutschen Kinos.
Auch Österreich und die Schweiz haben ihren Kandidaten auserkoren, Tizza Covis und Rainer Frimmels Drama über eine Wanderzirkusfamilie, "La Pivellina", und Stephanie Chuats und Veronique Reymonds Drama um die Beziehung eines alten Mannes zu seiner Krankenschwester, "La petite chambre". Besonders spannend: Alle drei Filme aus dem deutschsprachigen Raum stammen von Erstlingsregisseuren.
Unter allen nationalen Einreichungen nominiert die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences am 25. Januar 2011 jene fünf Filme, die an der Endauswahl des Wettbewerbs um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film teilnehmen. Der Sieger aus den fünf Nominierten wird dann bei der glamourösen Verleihung der Goldjungen am 27. Februar 2011 im Kodak Theatre zu Los Angeles gekürt.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
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