Preisgekröntes Drama um eine Haushälterin, die ihre Stellung bei einer reichen Familie um jeden Preis verteidigt. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto21/10210261/b150x150.jpg La nana - Die Perle

Filmdetails

La nana - Die Perle

Preisgekröntes Drama um eine Haushälterin, die ihre Stellung bei einer reichen Familie um jeden Preis verteidigt.


La nana - Die Perle
Start: 17.06.2010

Originaltitel: La nana

Drama

Chile/Mexiko 2009
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Catalina Saavedra
Claudia Celedón
Alejandro Goic

Regie: Sebastián Silva
Verleih: Arsenal (Filmagentinnen)

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Inhalt

Raquel arbeitet seit über 20 Jahren bei derselben, reichen Familie Valdés als Haushälterin und Kindermädchen. Weil sie keine eigene Familie hat, ist deren großes Anwesen auch ihr Zuhause geworden, auch wenn sie sich ständig schlecht gelaunt um ihre Herrschaft und deren ungezogenen Nachwuchs kümmert. Eine Hilfskraft soll Raquel unterstützen. Doch Raquel fürchtet um ihre Stellung und mobbt die Kolleginnen so lange, bis sie wieder gehen. Nur die lebenslustige Lucy lässt sich nicht verjagen. Sie schließt die verhärmte, vereinsamte Frau sogar ins Herz.


Kritik

La nana - Die Perle

Zwei Sundance-Preise bürgen für die Qualität der verstörenden Psychostudie um eine Haushälterin mit mentalem Knacks - ein bizarrer Familienfilm.

Nach über 20 Jahren als Bedienstete und Kindermädchen im selben Haus fragt sich Raquel (phänomenal: Catalina Saavedra) an ihrem 41. Geburtstag, was vom Tage übrig blieb. Mag sie zwar sauertöpfisch die reichen Arbeitgeber und ihre vielköpfige Wohlstandsbrut, die nicht nur den Erzeugern auf der Nase herumtanzt, rundumversorgen müssen, fühlt sie sich doch längst als fester Bestandteil der Familie Valdés, die ihr als Ersatz für die fehlende eigene dient. Ihre Welt ist das großzügige Anwesen, das sie weder physisch noch mental verlässt. Diese Existenz verteidigt sie erbittert, als eine Hilfskraft angestellt wird. Statt dass sich die kopfschmerztablettenabhängige Raquel ihre offensichtlichen Schwächen eingesteht und die Hilfe annimmt, fährt sie ein krasses Mobbing-Programm auf, das - wie der gesamte Film - so realistisch ausfällt, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Selbst Todd Solondz hätte keine gröberen Gemeinheiten erfinden können, als jene, mit denen Raquel erst eine blutjunge, später eine altgediente Konkurrentin herausekelt. Erst die lebenslustige Lucy (Mariana Loyola) kann ihrem verqueren Hass Paroli bieten und schließt sie gar ins Herz - und genau das bricht Raquels verhärmte Schale auf, zumindest ein wenig.

Sebastian Silva nimmt sich in seiner zweiten Regiearbeit eine kammerspielartige Charakterstudie vor, die er mit leichter Hand und einer sehr dokumentarischen Handkamera inszeniert. Inhaltlich wiegt sein Drama schwerer: Besonders, was Catalina Saavedra als sture, biestige Kammerzofe mit gefährlich schlechter Laune leistet, die wie eine alte Hexe ihren Turf verteidigt, sorgt für verstörende Stimmung. Dass sie psychisch krank ist, unter ausgeprägter Sozialphobie, Einsamkeit und minimalem Selbstwertgefühl leidet, derweil sie ihren misanthropischen Zug voll auslebt und dabei skrupellos lügt und täuscht, entfaltet sich peu à peu im Lauf der Handlung. Silva spart sich Stereotypen und eine Transformation zum Genrefilm. Er findet menschliche Antworten in seiner Studie menschlicher Schwächen, von denen auch die Eltern und die heranwachsenden Kinder nicht ausgenommen sind: Sie wollen gar nicht merken, was in ihren vier Wänden geschieht und verschärfen die Situation mit ihrem gedankenlosen Fehlverhalten. Wie sich Raquel ein Stück vom Glück wünscht und es sich notfalls mit unlauteren Methoden sichert, bald wie ein Vampir am (Familien)Leben der anderen saugt, ist ein beim Sundance Filmfestival mit dem Großen Preis der Jury prämiertes, starkes Lebenszeichen des chilenischen Autorenkinos.

tk.

La nana - Die Perle

Darsteller:  Catalina Saavedra   als Raquel
  Claudia Celedón   als Pilar
  Alejandro Goic   als Mundo
  Andrea García-Huidobro   als Camila
  Mariana Loyola   als Lucy
  Agustín Silva   als Lucas
  Darok Orellana   als Tomás
  Sebastián La Rivera   als Gabriel
  Mercedes Villanueva   als Mercedes
  Anita Reeves   als Sonia
  Delfina Guzman   als Abuela
  Luis Dubó   als Eric
  Luis Muñoz   als Raúl
  Andreína Olivarí   als Javiera
  Gloria Canales   als Mama von Lucy
  Luis Wigdorsky   als Papa von Lucy
  Juan Pablo Larenas   als Rodrigo
 
Regie:  Sebastián Silva  
Drehbuch:  Sebastián Silva  
  Pedro Peirano  
Koproduzent:  Issa Guerra  
  Edgar San Juan  
Ausf. Produzent:  Gregorio González  
Kamera:  Sergio Armstrong  
Schnitt:  Danielle Fillios  
Casting:  Cristina Aburto  

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