Originaltitel: La mala educación
Spanien 2004
Gael García Bernal
Fele Martinez
Daniel Giménez Cacho
Regie: Pedro Almodóvar
Verleih: Tobis
Madrid zu Beginn der 80er: Der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung zum Trotz leidet Regisseur Enrique (Fele Martinez) unter einer kreativen Blockade. Da klopft, nach sechzehn Jahren Abwesenheit nicht nur äußerlich verändert, sein alter Schulkamerad Ignacio (Gael García Bernal) an die Tür und weckt Erinnerungen an die alten, keineswegs immer guten Zeiten im katholischen Knabenheim des zudringlichen Padre Manolo (Daniel Gimenez Cacho). Ignacio hat ein Drehbuch über diese Zeit verfasst, dessen Umsetzung schon bald alte Wunden aufreißt und neue schafft.
Ex-Klosterschüler Pedro Almodovar widmet sich in diesem kunstvoll verschachtelten, sehr persönlichen Werk Mutter Kirche und ihren schwärzesten Schäfchen.
Star-Regisseur Pedro Almodóvar blickt in eine Kindheit voller Abgründe.
Der junge Regisseur Enrique Godet (Fele Martinez) sucht verzweifelt nach einem geeigneten Stoff für seinen nächsten Film. Da bekommt er Besuch von einem Mann (Gael García Bernal), der behauptet, sein Jugendfreund Ignacio zu sein, mit dem er aufs Internat ging.
Ignacio wurde damals der Schule verwiesen, als Pater Manolo (Daniel Gimenez Cacho), der sich leidenschaftlich zu dem Jungen hingezogen fühlte, die zarte Liebe der beiden Knaben entdeckte.
Ignacio überlässt Enrique ein selbst verfasstes Stück über jene Kindheitserinnerungen, das zur Grundlage seines neuen Films wird. Doch bei der Umsetzung des Stoffes wird klar, dass Ignacio nicht der ist, der er zu sein vorgibt.
Lang erwartet und als Eröffnungsfilm von Cannes ein Treffer ins Schwarze: Pedro Almodóvars verstörender Blick in Kindheit und Erwachsensein zweier Freunde wird zur Abrechnung mit einer repressiven, religiösen Erziehung, der "mala educación". Das Drama, das drei Erzählebenen miteinander verbindet, ist das wohl reifste Werk des spanischen "Enfant terrible".
| Darsteller: | Gael García Bernal | als Ángel/Juan/Zahara | |
|---|---|---|---|
| Fele Martinez | als Enrique Goded | ||
| Daniel Giménez Cacho | als Padre Manolo | ||
| Javier Cámara | als Paquito | ||
| Lluís Homar | als Señor Berenguer | ||
| Francisco Boira | als Ignacio | ||
| Francisco Maestre | als Padre José | ||
| Juan Fernández | als Martín | ||
| Nacho Perez | als Ignacio als Kind | ||
| Raul Garcia Forneiro | als Enrique als Kind | ||
| Alberto Ferreiro | als Enrique Serrano | ||
| Petra Martínez | als Ignacios Mutter | ||
| Sandra | als Sandra | ||
| Regie: | Pedro Almodóvar | ||
| Drehbuch: | Pedro Almodóvar | ||
| Produzent: | Agustin Almodóvar | ||
| Ausf. Produzent: | Esther Garcia | ||
| Kamera: | José Luis Alcaine | ||
| Schnitt: | José Salcedo | ||
| Musik: | Alberto Iglesias | ||
| Produktionsdesign: | Antxón Gómez | ||
| Kostüme: | Paco Delgado | ||
| Ton: | Miguel Rejas | ||
Der Mexikaner Gael Garcia Bernal ist DER internationale Shooting-Star. Und für sein nächstes Projekt beweist er Mut zum Risiko - einmal mehr!
Denn anstatt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sucht Jungstar Gael Garcia Bernal unablässig nach weiteren Herausforderungen und wurde nun wieder fündig. Für Regisseur Michel Gondry wird er in "The Science of Sleep" vor der Kamera stehen. Und obwohl er dabei von namhaften Kollegen wie Charlotte Gainsbourg und Alain Chabat unterstützt wird, ist das Projekt bei weitem kein Selbstläufer.
Schließlich hat Gondry, obwohl er eine Legende unter den Videoclip-Regisseuren ist, im Kino noch nicht richtig Fuß gefasst. Sein "Human Nature" lief bei uns erst Jahre nach seiner Fertigstellung und "Vergiss mein nicht!" war trotz toller Kritiken wenig Erfolg beim Publikum beschieden.
Auf der anderen Seite ist Bernal bisher mit seiner Vorliebe für komplizierten Stoffe gut gefahren. Nach seinem Durchbruch "Amores perros" und dem sensationellen Erfolg mit "Y tu mama tambien" spielte er in der "Versuchung des Padre Amaro" erst einmal einen Priester, der ein junges Mädchen schwängert und zur Abtreibung zwingt. Nicht unbedingt eine Reverenz für die großen Blockbuster.
Und während Regisseure und Produzenten ihn drängten, doch einmal in die Rolle eines strahlenden Helden zu schlüpfen, gab Bernal lieber einen Transvestiten in Pedro Almodovars "La mala educación - Schlechte Erziehung". Nicht wenige Brachenkenner befürchteten, dass damit seine Karriere auch schon wieder vorbei sein könnte, ehe sie richtig begann.
Doch die glänzenden Kritiken straften alle Schwarzseher Lügen. Mit seiner Darstellung von Che Guevara in "Die Reise des jungen Che" (läuft im Oktober in Deutschland an) setzte Bernal ein weiteres Ausrufezeichen in einer komplexen Rolle.
Und so darf man auch in diesem Fall auf sein schier untrügliches Gespür für die richtigen Rollen hoffen. Gondry jedenfalls beschrieb die Story seines Filmes, als abgefahrenen, psychedelischen Abenteuertrip eines Mannes, der Kontrolle über seine Träume erlangt. Na, wenn's weiter nichts ist!
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