Psychologisches düsteres Drama um einen Arzt, der als Neuling auf dem Land in die gefährlichen Rituale einer Jugendgang gerät. http://images.kino.de/flbilder/max11/mbiz11/mbiz01/z1101166/b150x150.jpg La lisière - Am Waldrand

Filmdetails

La lisière - Am Waldrand

Psychologisches düsteres Drama um einen Arzt, der als Neuling auf dem Land in die gefährlichen Rituale einer Jugendgang gerät.


La lisière - Am Waldrand
Start: 28.04.2011

Originaltitel: La lisière

Drama

Frankreich/Deutschland 2010
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Melvil Poupaud
Audrey Marnay
Hippolyte Girardot

Regie: Géraldine Bajard
Verleih: RealFiction

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Inhalt

Der junge Arzt François verlässt Freundin, Freunde und sein bisheriges Leben in Paris, um für eine Finanzgruppe die medizinische Versorgung einer Neubausiedlung in der Provinz zu übernehmen. An deren Rand im Wald versammeln sich nachts die Jugendlichen zu ihren Ritualen. Die Jungs treiben als Minimachos die Mädchen zu dubiosen Mutproben an und sind bald eifersüchtig auf den Arzt, den die weiblichen Gangmitglieder anhimmeln. Als bei einem der riskanten Spiele eine Zwölfjährige von einem Auto überfahren wird, konzentrieren sich die Anführer auf den Arzt als Sündenbock.


Kritik

La lisière - Am Waldrand

Psychologisches düsteres Drama um einen Arzt, der als Neuling auf dem Land in die gefährlichen Rituale einer Jugendgang gerät.

Eine eigenartige Atmosphäre herrscht von Anfang an. Da übernimmt der junge Arzt François einen Job in der Provinz und verlässt ungerührt Freundin, Freunde und sein bisheriges Leben in Paris. Für eine Finanzgruppe übernimmt er die medizinische Versorgung einer Neubausiedlung. Am "Hügel von Beauval" - so der euphemistische Name für einfallslose Architektur - reiht sich ein properes Einfamilienhäuschen neben das andere, im Film untrügliches Zeichen für Unordnung hinter der Fassade. Und genau, auch hier lauert das Böse, das Unerklärliche, das Unheimliche. Eine Jugendclique folgt nächtens seltsamen Ritualen im Wald, die Jungs treiben Mädchen zu dubiosen Mutproben und markieren mit dicker Lippe coole Superhelden, lehren die Erwachsenen das Fürchten. Während die weiblichen Gangmitglieder pubertär den Arzt anhimmeln und mit vorgetäuschten Krankheiten ans Bett locken, sehen die Mini-Machos in ihm Konkurrenz, provozieren und verunsichern ihn. Als bei einem der riskanten Spiele eine Zwölfjährige von einem Auto überfahren wird und der Schuldige unerkannt entkommt, konzentrieren sich die Anführer auf den Arzt als Sündenbock. Dass die Rache nur eine Frage der Zeit ist, kapiert der Zuschauer schnell.

Bis dahin ziehen die Jugendlichen durchs Gebüsch, blitzen immer wieder Taschenlampen im Dunkeln auf, brettert der Doktor ständig über Landstraßen, steigt ins Auto und dann wieder aus, besucht den Schöpfer der sauberen Siedlung samt undurchschaubarer Gattin und schaut oft ins Leere. Zwischendurch taucht die Freundin aus der Metropole auf und fährt wieder weg. Ein bisschen Lolita-Feeling darf auch nicht fehlen, wenn ein hübsches Ding ihn aus der Reserve locken will.

Regisseurin Geraldine Bajard spielt hier mit Elementen des Genrefilms, fügt sie aber nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammen, sondern nur zu einem fragmentarischen Konstrukt. Jede kleine Einzelheit steckt bedeutungsschwanger voller Interpretationsmöglichkeiten, eine sehr gut inszenierte und fast kaum auszuhaltende permanente Bedrohung liegt über allem, die aber letztendlich nicht eingelöst wird, sondern verpufft. Und auch die psychologische Dimension verschwindet wie eine Fata Morgana.

Die Charaktere, allen voran Melvil Poupaud, der seine Qualitäten nicht ausspielen kann, bleiben trotz sukzessiver Dramatik holzschnittartig, einzig die Kamera mit oft sehr eigenwilligen Einstellungen und die Musik wecken Emotionen und Interesse. mk.

La lisière - Am Waldrand

Darsteller:  Melvil Poupaud   als François
  Audrey Marnay   als Jeanne
  Hippolyte Girardot   als Sam
  Phénix Brossard   als Cédric
  Alice De Jode   als Claire
  Delphine Chuillot   als Suzanne
  Elias Borst-Schumann   als Matthieu
  Susanne Wuest   als Julie
  Pauline Acquart   als Hélène
  Marie Fritel-Sina   als Agnes
  Eva Poussier   als Marie
  Georg Friedrich   als Falk Gregorovitch
  Filip Peeters   als Rasmus Van Stratten
  Tom Dercourt   als Bürgermeister
  Frédéric Moriette   als Flic
 
Regie:  Géraldine Bajard  
Drehbuch:  Géraldine Bajard  
Produzent:  Tom Dercourt  
  Britta Knöller  
  Hans-Christian Schmid  
Kamera:  Josée Deshaies  
Schnitt:  Bettina Böhler  
Musik:  Mrs. Good  
Produktionsdesign:  Daniel Bevan  
Kostüme:  Helena Gonçalves  
  Jette Kraghede  
Maske:  Thomas Majorosi  
Ton:  Olivier Dandré  
Casting:  Jessika Eisenkolb  
  Aurélie Guichard  
  Youna De Peretti  

Star

Susanne Wuest

* 26.09.1979

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