Miki Manojlovic
Diana Dobreva
Luigi Maria Burruano
Regie: Nora Hoppe
Verleih: Piffl
Triest, Hauptstadt des Nirgendwo: Hier lebt und arbeitet Tudor. Zwischen den Mündungen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Welten verdient er seinen armseligen Lebensunterhalt mit Zigarettenschmuggel auf dem Meer. Bei einer Warenübergabe zwischen den "Fischerbooten" entdeckt er in einer äußerst widerwillig angenommenen Kiste eine misshandelte und betäubte junge Frau - Ware für den Prostitutionsmarkt. Statt sie auszuliefern, bringt er die blinde Passagierin in seine Wohnung, um sich um sie zu kümmern.
Er wäscht und verarztet sie mit einer Zärtlichkeit, der auch ihre angsterfüllten Wut- und Gewaltausbrüche nichts anhaben können. Nach und nach nähern sich die beiden Außenseiter einander an: Zwischen Nilofar, die aus dem Iran geschmuggelt wurde, und Tudor, der unter den Schrecken der Kriege in Jugoslawien leidet, entzündet sich eine zarte Liebe. Doch ohne Geld und Dokumente bleibt Nilofar weiterhin eine Gefangene. Seit ihrer Kindheit ist sie auf der Flucht, ihr Ziel ist Paris. Todor kann ihr mit der Hilfe seines blinden Freundes Aurelio einen Pass besorgen - der einzige Weg auch für ihn, der Falle zwischen Polizei und Schmuggelbande zu entkommen. Aber alle Versuche, die junge Frau loszuwerden, ziehen Todor tiefer und tiefer in einen Strudel von Angst und Gefahr.
Elliptisch, sukzessiv und gleichmäßig still erzählt Drehbuchautorin und Regisseurin Nora Hoppe von der zufälligen Begegnung zweier Menschen, die ihre schmerzhafte Vergangenheit vergessen möchten und eine sinnlose Gegenwart leben. Zunächst widerwillig sind sie gezwungen, Zeit miteinander zu verbringen. Und erst nach und nach werden Details der Geschichte von "Nilofar" und "Tudor" preisgegeben - tiefe Gefühle entstehen. Konfrontiert mit unterdrückten Wünschen und Bedürfnissen, entwickelt sich zögerlich ein sensibler Kontakt zwischen den beiden Hauptfiguren, die ihrem Leben nun gegenseitig Sinn zu geben scheinen.
In ihrem zweiten Spielfilm nimmt sich Nora Hoppe ("The Crossing") eines politisch aktuellen sowie gesellschaftlich überaus relevanten Themas an: Menschenschmuggel und die Entwurzelung von Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben sind. Doch dieses Sujet bildet nur den Hintergrund für eine zart und behutsam konstruierte Liebesgeschichte, bei der Gesten mehr zählen als Worte. Hoppe scheint auch hier mehr an emotionalen Zwischentönen als an Lautmalereien interessiert zu sein, wenngleich der Ton in ihrem Film eine besondere Rolle spielt.
In ihrem visuellen Konzept, das durch die zahlreichen langen Einstellungen höchst eindrucksvoll erscheint, orientiert sich die Regisseurin an der Fotografie von Edward Steichen und wählt dafür mit der morbiden Stadtlandschaft eines winterlichen "Triest" eine faszinierende und einmalige Kulisse. Als zentrales Motiv fungiert dabei das Meer, dessen Wellen die bläulich-dunkle Farbstimmung sowie die raue Stille des Films widerspiegeln. "Nilofar" wirkt wie ein verlorener Fisch - gefangen, über das Meer verschifft und von Todor aus den Fluten gefischt, entwindet sie sich jeglichem Zugriff.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Miki Manojlovic | als Todor | |
|---|---|---|---|
| Diana Dobreva | als Nilofar | ||
| Luigi Maria Burruano | als Aurelio | ||
| Giuseppe Battiston | als Dolce | ||
| Orazio Bobbio | als Virgilio | ||
| Angelo Mammetti | als Quinto | ||
| Regie: | Nora Hoppe | ||
| Drehbuch: | Nora Hoppe | ||
| Produzent: | Helge Albers | ||
| Philippe Avril | |||
| Paolo Maria Spina | |||
| Kamera: | Rimwidas Leipus | ||
| Schnitt: | Vessela Martschewski | ||
| Musik: | Peyman Yazdanian | ||
| Produktionsdesign: | Olivier Meidinger | ||
| Kostüme: | Riccarda Merten-Eicher | ||
| Saskia Richter | |||
| Ton: | Sergej Moschkow | ||
| Bernd von Bassewitz | |||
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