David Tennant
Vinessa Shaw
Julie Delpy
Regie: Mika Kaurismäki
Verleih: Time
Für Barbara hat Richard sein nordenglisches Dorf verlassen und ist nach Los Angeles geflogen, wo seine Liebe als Kellnerin arbeitet. Den ewigen Versprechungen eines Regisseurs, aus ihr einen Star zu machen, setzt Richard sein echtes Gefühl entgegen und schafft es tatsächlich, Die Jungmimin zu heiraten. Doch bis zur wahren Liebe ist es noch ein weiter Weg.

Luftige, lockere und leichte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Filmbusiness in L.A., die Mika Kaurismäki, Akis produktiver Bruder, mit Humor und lakonischem Witz präsentiert, indem er zwei Turteltauben in der Stadt der Engel gegen die Berufszyniker antreten läßt. Inmitten der Kunstszene, der In-Restaurants, der Agenten mit Tele-Anschlußknopf im Ohr und der Jung-Regisseure mit Spielberg-Wahn wirken Richard, der englische Begräbnisunternehmer, und seine große Liebe Barbara, Schauspielerin mit "Baywatch-Körper" und Vater-Trauma, wie die einzig Normalen in der Zelluloid-Debil-AG.
Für Barbara hatte Richard, eigentlich der Tochter des lokalen Geschäftsmannes versprochen, sein nordenglisches Dorf verlassen und war spontan nach L.A. geflogen, wo seine Liebe auf den ersten Blick als Kellnerin arbeitet. Den ewigen Versprechungen von Patteson, dem Regisseur, der vorgibt, aus Barbara einen Star zu machen, setzt Richard sein echtes Gefühl entgegen und schafft es tatsächlich, die Jungmimin zu heiraten. Doch die "true love" stellt sich erst nach einigen Rückschlägen ein.
Bis dahin haben die beiden zwar den ganz normalen Wahnsinn von L.A., aber auch Fraundschaft gefunden: Julie Delpy als Barbaras Vertraute und Vincent Gallo als Ex-Hippie und Gitarrist ohne Zukunft stehen den Naiven im Künstlerland bei und schleppen sie in der insgesamt sehr entspannten Inszenierung Kaurismäkis in einen Musikschuppen, wo die leibhaftigen Leningrad-Cowboys auftreten und Gallo mit der Supertolle mitmischt. Als "guiding spirit" Richards tritt Johnny Depp aus dem "Dead Man"-Poster in die Wirklichkeit und schafft so eine schöne Matrix für den kleinen romantischen Parcours durch L.A., der als Sommerfilm ausgezeichnet in jedes Programmkino mit Sinn für Spaß paßt. ger.
| Darsteller: | David Tennant | als Richard | |
|---|---|---|---|
| Vinessa Shaw | als Barbara | ||
| Julie Delpy | als Julie | ||
| Vincent Gallo | als Moss | ||
| Cameron Bancroft | als Patterson | ||
| James LeGros | als Takowsky | ||
| Saskia Reeves | als Joy | ||
| Steve Huison | als Billy | ||
| Lisa Edelstein | als Sandra | ||
| Joe Dallesandro | als Michael | ||
| Jerzy Skolimowski | als Pfarrer | ||
| Amanda Plummer | als Poolbesitzerin | ||
| Anouk Aimée | |||
| Robert Davi | |||
| Johnny Depp | |||
| Monte Hellman | |||
| Regie: | Mika Kaurismäki | ||
| Drehbuch: | Richard Rayner | ||
| Mika Kaurismäki | |||
| Produzent: | Julie Baines | ||
| Sarah Daniel | |||
| Pierre Assouline | |||
| Koproduzent: | Mika Kaurismäki | ||
| Ausf. Produzent: | Deepak Nayar | ||
| Buchvorlage: | Richard Rayner | ||
| Kamera: | Michel Amathieu | ||
| Schnitt: | Ewa Lind | ||
| Musik: | Sebastien Cortella | ||
| Leningrad Cowboys | |||
| Produktionsdesign: | Caroline Hanania | ||
| Kostüme: | Yasmine Abraham | ||
| Ton: | Paul Jyrälä | ||
Es ist mal wieder soweit: Mit schöner Regelmässigkeit darf sich die amerikanische Gesellschaft über allzu deutliche Sex-Szenen aufregen.
Und der Gewinner des Controversial-Awards dieser Tage ist nicht "Fahrenheit 9/11", denn der bietet keine anstößige Erotik, sondern "The Brown Bunny" von und mit Vincent Gallo ("L.A. Without a Map"). Das Multitalent hat das Drehbuch selbst geschrieben, führt Regie und steht neben Ex-Freundin und Leinwandliebe Chloë Sevigny ("Dogville") vor der Kamera.
Ärger gibt es jetzt von Seiten amerikanischer Sittenwächter. Grund ist eine Oralsex-Szene zwischen den beiden Hauptdarstellern Gallo und Sevigny: Die Fellatio dauert über zehn Minuten und lässt nichts im Verborgenen. "Eine Schweinerei!", schimpfen da die empörten Film-Kritiker.
Chloë Sevigny ergriff nun in der laufenden Diskussion das Wort: "Es ist eine Schande, dass die Leute so viel Mist schreiben, ohne den Film gesehen zu haben. Schaut ihn Euch an!". Dann soll nämlich auch jedem verständlich werden, warum die besagte Szene essenziell für den Film ist. "Es handelt sich um Kunst - ähnlich einem Andy-Warhol-Film", sagte die 29-jährige Amerikanerin.
Einige Filmkenner nennen das Movie bereits in einem Atemzug mit "Eyes Wide Shut" oder "Irreversibel". Letzterer sorgte im Jahr 2002 für Wirbel, weil die 15-minütige Film-Vergewaltigung von Monica Bellucci ungeschnitten und ungeschönt über die Leinwand lief. Damals sind die Leute scharenweise aus den vollbesetzen Lichthäusern gelaufen - der Ekel war einfach zu groß.
Das US-Publikum wird diese Woche noch seine erotische Schmerzgrenze erkunden können - mal sehen, wer rennt, wer pennt oder wer mit Spannung den Film verfolgt.
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