Kevin Spacey
Russell Crowe
Guy Pearce
Regie: Curtis Hanson
Verleih: Warner
Korruption und Mord sind an der Tagesordnung im brodelnden Los Angeles der Nachkriegsjahre. Da machen auch die Cops keine Ausnahme: der ausgebrannte, geltungssüchtige Jack verkauft brandheiße Infos an Skandalblätter, der ehrgeizige Ed hat nichts mit Loyalität am Hut und Schlägertyp Bud läßt seinen Agressionen freien Lauf. Die Wege der drei kreuzen sich immer wieder.

Lange galt es als unmöglich, James Ellroys komplexes Roman-Quartett über die Schattenseiten und dunklen Obessionen der Glitzermetropole Los Angeles in den fünfziger Jahren zu verfilmen. Als zu labyrinthartig-verzweigt galten die zahllosen Handlungsstränge, als zu extrem die paranoiden Gewaltvisionen dieser erschütternden Crime-noir-Ritte durch menschliche Höllen und Abgründe. Mit dem atemberaubendsten Kinofilm, der in Cannes im Wettbewerb zu finden war, ist Curtis Hanson das Kunststück gelungen, die Essenz Ellroys auf Zelluloid zu bannen: ein gewaltiger Kraftakt, in dem sich Fiktion und Realität zu dem besten chandleresken Krimi seit "Chinatown" bündeln.
Fernab der Konventionen des Mainstreams und mit einem wachsamen Auge auf Ton, Stil, Charakterisierung und Ausstattung des Kinos der Ära stürzt Hanson den Zuschauer in das Los Angeles der Nachkriegsjahre, ein brodelnder Schmelztiegel, in dem Korruption, Verbrechen, Mord und Intrigen an der Tagesordnung sind. Im atemberaubenden Zickzack-Kurs ermitteln die drei Antihelden dieser kompromißlosen Actionballade in einem spektakulären Mordfall, der immer größere Kreise zieht und auch vor hochgestellten Persönlichkeiten keinen Halt macht.
Aufregend originalgetreu hält sich der Regisseur, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Helgeland verfaßte, an Ellroys Romanvorlage "Stadt der Teufel". Dessen blitzschneller, rudimentärer Maschinengewehrstil findet seine Entsprechung in dem rasenden Schnitt und den immer auf den Punkt hervorgebellten Dialogen. Wie Ellroy benutzt auch Hanson reale Ereignisse und Personen aus den Annalen der Stadt, um das Koordinatennetz zu schaffen, in denen die Figuren um Ruhm, Reichtum, Macht, Einfluß und - im besten aller Fälle - Erlösung ringen. Hier sind es Verbrecherkönig Mickey Cohen und seine rechte Hand Johnny Stompanato und der Bezirksanwalt Ellis Loew, ein Übergriff der Polizei gegen mexikanische Untersuchungshäftlinge und das Massaker vom Nite Owl Coffee Shop, die als Ausgangs- und Orientierungspunkt dienen in einer Geschichte, die sich immer weiter verzweigt und noch weiter kompliziert wird, indem sie im ständigen Wechsel aus drei Perspektiven erzählt wird. Dank des klug strukturierten Buchs verliert man dennoch nie den Überblick, egal, wie schnell sich die Dinge entwickeln.
Drei gefallene Engel der LAPD stehen im Mittelpunkt von "L.A. Confidential", und in stets neuen Kombinationen kreuzen sich ihre Wege, bis ihre jeweiligen Schicksale nicht mehr zu trennen sind: Jack Vincennes (Kevin Spacey im coolen Dean-Martin-Outfit) ist ein ausgebrannter, abgebrühter Veteran, der seine Sucht nach Aufmerksamkeit als Berater einer TV-Copshow stillt und Informationen unter der Hand an das Skandalblatt "Hush-Hush" verkauft, Ed Exley ein aalglatter Streber, der dem Erbe seines berühmten Vaters gerecht werden will und sich auch gegen die Loyalitätscodes seiner Kollegen wendet, wenn es seiner Karriere hilft, und Bud White ein brutaler und nicht allzu gewiefter Schläger, der vor allem dann rot sieht, wenn Frauen Gewalt angetan wird. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, daß sie alle von den Dämonen ihrer Vergangenheit gejagt werden. Jeder einzelne wird sich ihnen im Verlauf der Handlung stellen müssen - mit verblüffenden Ergebnissen...
In einem Besetzungscoup, den man als genial bezeichnen muß, übertrugen Hanson und sein Produzent Arnon Milchan zwei der Hauptrollen den relativ unbekannten australischen Darstellern Russell Crowe und Guy Pearce, denen man als Zuschauer völlig unbefangen entgegentritt. Nur zögernd will man mit diesen anfangs brüsk und negativ dargestellten Hardboiled-Cops sympathisieren. Wenn die einzige Identifikationsfigur nach zwei Dritteln in einer schockierenden Szene eliminiert wird, ist man gezwungen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Kein Zuschauer wird es bereuen, mit diesen beiden Desperados durch ein Fegefeuer geschickt zu werden, das vom lange überfälligen Comeback des Polizeifilms zeugt. In weiteren Rollen agieren James Cromwell als väterlicher Police-Officer, Danny DeVito als wieselhafter Klatschreporter, Kim Basinger als Edelprostituierte und David Strathairn als Millionär mit ausgefallenen Vorlieben. Sie sind ebenso gut wie das Topteam hinter der Kamera. Gemeinsam haben sie einen meisterlichen Policier geschaffen, der am Ende des Jahres zu den Klassenbesten gehören wird. ts.
| Darsteller: | Kevin Spacey | als Jack Vincennes | |
|---|---|---|---|
| Russell Crowe | als Bud White | ||
| Guy Pearce | als Ed Exley | ||
| James Cromwell | als Dudley Smith | ||
| David Strathairn | als Pierce Patchett | ||
| Kim Basinger | als Lynn Bracken | ||
| Danny DeVito | als Sid Hudgeons | ||
| Simon Baker | als Matt Reynolds | ||
| Graham Beckel | als Dick Stensland | ||
| Matt McCoy | als Brett Chase | ||
| John Mahon | als Polizeichef | ||
| Paul Guilfoyle | als Mickey Cohen | ||
| Ron Rifkin | als D.A. Ellis Loew | ||
| Paolo Seganti | als Johnny Stompanato | ||
| Amber Smith | als Susan Lefferts | ||
| Gwenda Deacon | als Mrs. Lefferts | ||
| Regie: | Curtis Hanson | ||
| Drehbuch: | Brian Helgeland | ||
| Curtis Hanson | |||
| Produzent: | Arnon Milchan | ||
| Curtis Hanson | |||
| Michael G. Nathanson | |||
| Koproduzent: | Brian Helgeland | ||
| Ausf. Produzent: | David L. Wolper | ||
| Dan Kolsrud | |||
| Buchvorlage: | James Ellroy | ||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | Peter Honess | ||
| Musik: | Jerry Goldsmith | ||
| Produktionsdesign: | Jeannine Oppewall | ||
| William Arnold | |||
| Kostüme: | Ruth Myers | ||
| Ton: | Kirk Francis | ||
| Terry Rodman | |||
| Roland Thai | |||
| Andy Nelson | |||
| Anna Behlmer | |||
| John Leveque | |||
Eben noch ließ sie einen vorgeblich schwulen Feuerwehrmann ihre Brüste betatschen, nun heftet sie sich an die Fersen einer Femme fatale um ihren Bruder zu schützen.
Größer könnte der Unterschied für Jessica Biel kaum sein. Nachdem sie im Überraschungshit "Chuck und Larry" in unverblümter Komödien-Manier Adam Sandler mit der Echtheit ihrer weiblichen Kurven beeindruckte, macht die sexy Schauspielerin im Thriller "Die A Little" richtig ernst. Sie spielt die Schwester eines Cops in Los Angeles, der eine Kostümbildnerin heiratet. Doch die Schneiderin hat eine verdammt dunkle Vergangenheit.
Vorlage ist der gleichnamige Erfolgsroman von Megan Abbott. Während dieser jedoch im Jahr 1954 angesiedelt ist, soll die Verfilmung in der Gegenwart spielen. Der Clou des Romans ist der Abstieg von Jessica Biels Figur aus der behüteten Welt einer Lehrerin in die dunklen Gassen und Hinterhöfe der Gangsterwelt von Los Angeles.
"Die A Little" wird übrigens oft mit den Romanen von James Ellroy verglichen, die im Fall von "L.A. Confidential", "Dark Blue" oder "Black Dahlia" auch den Weg ins Kino fanden - und eine durch und durch verdorbene Welt auf die Leinwand zeichneten. Da passt es, dass sich Jessica Biel, die den neuen Film auch selbst produziert, mit einem langjährigen Weggefährten von Quentin Tarantino zusammengetan hat: Koproduzent Richard N. Gladstein hatte bei "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" die Finger im Spiel, ebenso wie bei "Die Bourne Identität".
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