Neo-Noir Action-Puzzle, das ein komplexes Bild vom durch Korruption und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. entwirft. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz37/z0237034/b150x150.jpg L.A. Confidential

Filmdetails

L.A. Confidential

Neo-Noir Action-Puzzle, das ein komplexes Bild vom durch Korruption und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. entwirft.


L.A. Confidential
Start: 04.12.1997

Thriller

USA 1997
Laufzeit: 136 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Kevin Spacey
Russell Crowe
Guy Pearce

Regie: Curtis Hanson
Verleih: Warner

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Korruption und Mord sind an der Tagesordnung im brodelnden Los Angeles der Nachkriegsjahre. Da machen auch die Cops keine Ausnahme: der ausgebrannte, geltungssüchtige Jack verkauft brandheiße Infos an Skandalblätter, der ehrgeizige Ed hat nichts mit Loyalität am Hut und Schlägertyp Bud läßt seinen Agressionen freien Lauf. Die Wege der drei kreuzen sich immer wieder.


Kritik

L.A. Confidential

Lange galt es als unmöglich, James Ellroys komplexes Roman-Quartett über die Schattenseiten und dunklen Obessionen der Glitzermetropole Los Angeles in den fünfziger Jahren zu verfilmen. Als zu labyrinthartig-verzweigt galten die zahllosen Handlungsstränge, als zu extrem die paranoiden Gewaltvisionen dieser erschütternden Crime-noir-Ritte durch menschliche Höllen und Abgründe. Mit dem atemberaubendsten Kinofilm, der in Cannes im Wettbewerb zu finden war, ist Curtis Hanson das Kunststück gelungen, die Essenz Ellroys auf Zelluloid zu bannen: ein gewaltiger Kraftakt, in dem sich Fiktion und Realität zu dem besten chandleresken Krimi seit "Chinatown" bündeln.

Fernab der Konventionen des Mainstreams und mit einem wachsamen Auge auf Ton, Stil, Charakterisierung und Ausstattung des Kinos der Ära stürzt Hanson den Zuschauer in das Los Angeles der Nachkriegsjahre, ein brodelnder Schmelztiegel, in dem Korruption, Verbrechen, Mord und Intrigen an der Tagesordnung sind. Im atemberaubenden Zickzack-Kurs ermitteln die drei Antihelden dieser kompromißlosen Actionballade in einem spektakulären Mordfall, der immer größere Kreise zieht und auch vor hochgestellten Persönlichkeiten keinen Halt macht.

Aufregend originalgetreu hält sich der Regisseur, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Helgeland verfaßte, an Ellroys Romanvorlage "Stadt der Teufel". Dessen blitzschneller, rudimentärer Maschinengewehrstil findet seine Entsprechung in dem rasenden Schnitt und den immer auf den Punkt hervorgebellten Dialogen. Wie Ellroy benutzt auch Hanson reale Ereignisse und Personen aus den Annalen der Stadt, um das Koordinatennetz zu schaffen, in denen die Figuren um Ruhm, Reichtum, Macht, Einfluß und - im besten aller Fälle - Erlösung ringen. Hier sind es Verbrecherkönig Mickey Cohen und seine rechte Hand Johnny Stompanato und der Bezirksanwalt Ellis Loew, ein Übergriff der Polizei gegen mexikanische Untersuchungshäftlinge und das Massaker vom Nite Owl Coffee Shop, die als Ausgangs- und Orientierungspunkt dienen in einer Geschichte, die sich immer weiter verzweigt und noch weiter kompliziert wird, indem sie im ständigen Wechsel aus drei Perspektiven erzählt wird. Dank des klug strukturierten Buchs verliert man dennoch nie den Überblick, egal, wie schnell sich die Dinge entwickeln.

Drei gefallene Engel der LAPD stehen im Mittelpunkt von "L.A. Confidential", und in stets neuen Kombinationen kreuzen sich ihre Wege, bis ihre jeweiligen Schicksale nicht mehr zu trennen sind: Jack Vincennes (Kevin Spacey im coolen Dean-Martin-Outfit) ist ein ausgebrannter, abgebrühter Veteran, der seine Sucht nach Aufmerksamkeit als Berater einer TV-Copshow stillt und Informationen unter der Hand an das Skandalblatt "Hush-Hush" verkauft, Ed Exley ein aalglatter Streber, der dem Erbe seines berühmten Vaters gerecht werden will und sich auch gegen die Loyalitätscodes seiner Kollegen wendet, wenn es seiner Karriere hilft, und Bud White ein brutaler und nicht allzu gewiefter Schläger, der vor allem dann rot sieht, wenn Frauen Gewalt angetan wird. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, daß sie alle von den Dämonen ihrer Vergangenheit gejagt werden. Jeder einzelne wird sich ihnen im Verlauf der Handlung stellen müssen - mit verblüffenden Ergebnissen...

In einem Besetzungscoup, den man als genial bezeichnen muß, übertrugen Hanson und sein Produzent Arnon Milchan zwei der Hauptrollen den relativ unbekannten australischen Darstellern Russell Crowe und Guy Pearce, denen man als Zuschauer völlig unbefangen entgegentritt. Nur zögernd will man mit diesen anfangs brüsk und negativ dargestellten Hardboiled-Cops sympathisieren. Wenn die einzige Identifikationsfigur nach zwei Dritteln in einer schockierenden Szene eliminiert wird, ist man gezwungen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Kein Zuschauer wird es bereuen, mit diesen beiden Desperados durch ein Fegefeuer geschickt zu werden, das vom lange überfälligen Comeback des Polizeifilms zeugt. In weiteren Rollen agieren James Cromwell als väterlicher Police-Officer, Danny DeVito als wieselhafter Klatschreporter, Kim Basinger als Edelprostituierte und David Strathairn als Millionär mit ausgefallenen Vorlieben. Sie sind ebenso gut wie das Topteam hinter der Kamera. Gemeinsam haben sie einen meisterlichen Policier geschaffen, der am Ende des Jahres zu den Klassenbesten gehören wird. ts.

L.A. Confidential

Darsteller:  Kevin Spacey   als Jack Vincennes
  Russell Crowe   als Bud White
  Guy Pearce   als Ed Exley
  James Cromwell   als Dudley Smith
  David Strathairn   als Pierce Patchett
  Kim Basinger   als Lynn Bracken
  Danny DeVito   als Sid Hudgeons
  Simon Baker   als Matt Reynolds
  Graham Beckel   als Dick Stensland
  Matt McCoy   als Brett Chase
  John Mahon   als Polizeichef
  Paul Guilfoyle   als Mickey Cohen
  Ron Rifkin   als D.A. Ellis Loew
  Paolo Seganti   als Johnny Stompanato
  Amber Smith   als Susan Lefferts
  Gwenda Deacon   als Mrs. Lefferts
 
Regie:  Curtis Hanson  
Drehbuch:  Brian Helgeland  
  Curtis Hanson  
Produzent:  Arnon Milchan  
  Curtis Hanson  
  Michael G. Nathanson  
Koproduzent:  Brian Helgeland  
Ausf. Produzent:  David L. Wolper  
  Dan Kolsrud  
Buchvorlage:  James Ellroy  
Kamera:  Dante Spinotti  
Schnitt:  Peter Honess  
Musik:  Jerry Goldsmith  
Produktionsdesign:  Jeannine Oppewall  
  William Arnold  
Kostüme:  Ruth Myers  
Ton:  Kirk Francis  
  Terry Rodman  
  Roland Thai  
  Andy Nelson  
  Anna Behlmer  
  John Leveque  

Jessica Biel bespitzelt Schwägerin

Eben noch ließ sie einen vorgeblich schwulen Feuerwehrmann ihre Brüste betatschen, nun heftet sie sich an die Fersen einer Femme fatale um ihren Bruder zu schützen.

Großansicht Ihr vergeht bald das Lachen: Jessica Biel (Foto: Kurt Krieger)

Ihr vergeht bald das Lachen: Jessica Biel (Foto: Kurt Krieger)

Größer könnte der Unterschied für Jessica Biel kaum sein. Nachdem sie im Überraschungshit "Chuck und Larry" in unverblümter Komödien-Manier Adam Sandler mit der Echtheit ihrer weiblichen Kurven beeindruckte, macht die sexy Schauspielerin im Thriller "Die A Little" richtig ernst. Sie spielt die Schwester eines Cops in Los Angeles, der eine Kostümbildnerin heiratet. Doch die Schneiderin hat eine verdammt dunkle Vergangenheit.

Vorlage ist der gleichnamige Erfolgsroman von Megan Abbott. Während dieser jedoch im Jahr 1954 angesiedelt ist, soll die Verfilmung in der Gegenwart spielen. Der Clou des Romans ist der Abstieg von Jessica Biels Figur aus der behüteten Welt einer Lehrerin in die dunklen Gassen und Hinterhöfe der Gangsterwelt von Los Angeles.

Mit Quentins Kumpel im Dunkeln munkeln

"Die A Little" wird übrigens oft mit den Romanen von James Ellroy verglichen, die im Fall von "L.A. Confidential", "Dark Blue" oder "Black Dahlia" auch den Weg ins Kino fanden - und eine durch und durch verdorbene Welt auf die Leinwand zeichneten. Da passt es, dass sich Jessica Biel, die den neuen Film auch selbst produziert, mit einem langjährigen Weggefährten von Quentin Tarantino zusammengetan hat: Koproduzent Richard N. Gladstein hatte bei "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" die Finger im Spiel, ebenso wie bei "Die Bourne Identität".

Klingt nach einem äußerst viel versprechenden Projekt für Jessy!

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