Der Zwang, überall Füller "mitgehen" zu lassen, wird der erfolgreichen Paula zum Verhängnis. Eigentlich wollte sie nach ihrem Studium Freund Michael heiraten und eine Familie gründen. Doch als sie den Füller von Tobias stiehlt, verliebt sie sich in ihn, und heile Welt und Karrierepläne geraten aus den Fugen.
Mit leichter Hand gewichtige Probleme im Kino zu kommentieren, war bislang weitgehend eine Domäne des französischen Films. Dankbar quittiert man deshalb in hiesiger, sich zwischen Lebenstragik und Lustspiel orientierender Filmszene Schritte in unbekanntes Territorium. Maris Pfeiffers (Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film) Spielfilmerstling definiert das Medium Film nicht neu, weiß aber dessen Mittel, souverän einzusetzen. In Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Von der ersten bis in den tiefen Raum scharfen Einstellung an überzeugt "Küss mich" durch eine farb- und lichtharmonische plastische Bildgestaltung, welche die handwerkliche Kompetenz von Regisseurin Pfeiffer und Kamerafrau Sophie Maintigneux auffallend unter Beweis stellt. Mit Sorgfalt ist diese nicht unbedingt originelle, aber unorthodox erzählte Geschichte um ein Dreieck der Liebe gestaltet, in dem die Hauptfigur zwischen dem Wunsch nach bürgerlicher Geborgenheit und ihrer Abenteuerlust einen Standort im Leben zu finden sucht. Paula (Caroline Redl) hat gerade ihr Studium abgeschlossen, will aber ihre Karriere auf Eis legen, um mit Freund Michael (Kai Scheve) eine Familie zu gründen. Zum Störfaktor dieser ehelich verankerten Sicherheitspolice wird Fabian (Tobias Langhoff), ein nicht immer liebenswerter, gern auch muffiger Gefühlschaot, der in Paula die Sehnsucht nach Ausbruch wittert. Wie Paula sich im sommerlichen Berlin zwischen diesen beiden maskulinen Polen neu orientiert, erzählt dieser Film in eher sparsamen, artifiziell wirkenden, schon auch mal belanglosen Dialogen, die stellenweise an Hal Hartleys Kunstsprache erinnern. Katja Riemann und Detlev Buck (amüsantes Cameo als Kaufhausdetektiv) ergänzen ein insgesamt überzeugend agierendes Darstellerensemble, das den unaufdringlichen Ton dieser leichten Komödie mühelos zu halten versteht. Es hat nichts mit filmpolitischen Gründen, sondern schlicht mit Qualität zu tun, wenn man "Küss mich" trotz eines recht gemächlichen Tempos möglichst viele Zuschauer wünschen möchte. kob.
| Darsteller: | Caroline Redl | als Paula | |
|---|---|---|---|
| Tobias Langhoff | als Fabian | ||
| Katja Riemann | als Katharina | ||
| Kai Scheve | als Michael | ||
| Heino Ferch | als Johannes | ||
| Jakob Klaffke | als Andreas | ||
| Johanna Gastdorf | als Regisseurin | ||
| Regine Vergeen | als Professorin | ||
| Jenny Ziems | |||
| Detlev Buck | als Kaufhausdetektiv | ||
| Regie: | Maris Pfeiffer | ||
| Drehbuch: | Maris Pfeiffer | ||
| Produzent: | Mark Gläser | ||
| Maris Pfeiffer | |||
| Kamera: | Sophie Maintigneux | ||
| Schnitt: | Nina Ergang | ||
| Musik: | Joe Mubare | ||
| Produktionsdesign: | Maximilian Johannsmann | ||
| Kostüme: | Dorothee Kriener | ||
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