Vergnügliche Ost-West-Geschichte á la "Zurück in die Zukunft": Eine junge Hamburger Journalistin wird in die DDR-Vergangenheit katapultiert und muss ihre eigene Zeugung vorbereiten... http://images.kino.de/flbilder/max06/auto06/auto50/06500432/b150x150.jpg Küss mich, Genosse!

Filmdetails

Küss mich, Genosse!

Vergnügliche Ost-West-Geschichte á la "Zurück in die Zukunft": Eine junge Hamburger Journalistin wird in die DDR-Vergangenheit katapultiert und muss ihre eigene Zeugung vorbereiten...


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Kritik

Küss mich, Genosse!

Natürlich hat diese deutsch-deutsche Zeitreise ein prominentes Hollywood-Vorbild. Doch das Original ist angesichts des Charmes der Geschichte rasch vergessen.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, um diese schöne Zeitreisekomödie zu würdigen. Am besten vielleicht bei der Grundidee, selbst wenn sie spätestens seit "Zurück in die Zukunft" (1985) nicht mehr ganz neu ist. Allerdings hat Autor Michael Illner (Drehbuchbearbeitung: Rodica Döhnert) sie sehr hübsch variiert: Anstelle der knallbunten Rock'n'-Roll-Ausstattung der amerikanischen Fünfziger gibt's in "Küss mich, Genosse!" die DDR der Siebziger. Damals war Alexandra aus Hamburg (Josefine Preuß) auf Klassenfahrt, als der Bus mitten in der DDR auf der Transitstrecke eine Panne hatte. Sie musste mal pinkeln, verpasste die Weiterfahrt, strandete in einem FDJ-Lager und verguckte sich in den DJ Frank (Constantin von Jascheroff). Die Liebe währte nur zwei Tage; Frank wurde später bei der versuchten "Republikflucht" erschossen. Doch just während des WM-Spiels BRD-DDR zeugten sie eine Tochter.

Gut dreißig Jahre später recherchiert Jenny (Mira Bartuschek), eine eher glücklose Radiojournalistin, ihre eigene Geschichte, fährt zu besagtem Ferienlager, wird dort von Jürgen Sparwasser, der mit seinem Enkel Fußball spielt, am Kopf getroffen, fällt in Ohnmacht - und wacht am 21. Juni 1974, einen Tag vor dem WM-Spiel, wieder auf. Sie wird Zeuge, wie Alexandra im Lager auftaucht, doch dann nehmen die Dinge einen etwas anderen Verlauf: Frank hat bloß Augen für Jenny. Prompt beginnt ihr Passbild, sich aufzulösen. Und das ist erst der Anfang einer verrückten Geschichte, denn als Alexandra unverrichteter Dinge wieder nach Hamburg fährt, hat Jenny nur eine Chance: Sie muss ein Treffen ihrer zukünftigen Eltern während des WM-Spiels arrangieren.

Genussvoll nehmen Illner und Döhnert die DDR-Nostalgie auf die Schippe. Erst sind die Funktionäre an der Reihe: Jörg Schüttauf und Anja Kling überbieten sich als Karikaturen, die ängstlich darauf bedacht sind, bloß keine Fehler zu machen. Herrlich ist auch Florian Martens als Stasi-Offizier Pfefferkorn, der in den Katakomben des Volksparkstadions sein Überwachungshauptquartier eingerichtet hat. In Hamburg dreht Regisseurin Franziska Meyer Price ohnehin noch mal auf. Schade nur, dass Jenny ihre Rückkehr in die Gegenwart ebenfalls einem Fußball verdankt; da war die Zeitmaschine in "Zurück in die Zukunft" doch von anderem Kaliber. Auch die Zeichentrick-Intermezzi, mit denen die Handlung immer wieder im Stil von "Berlin, Berlin" kommentiert wird, sind eigentlich überflüssig. Trotzdem ist "Küss mich, Genosse!" ein Film zum Verlieben. Dass die Geschichte schließlich auch noch ein märchenhaftes Ende haben muss, versteht sich von selbst. tpg.

Küss mich, Genosse!

Darsteller:  Mira Bartuschek   als Jenny Lütjens
  Jörg Schüttauf   als LPG-Chef Bieske
  Tobias Schenke   als Ditmar Petersen
  Constantin von Jascheroff   als Frank Wappler
  Anja Kling   als FDJ-Sekretärin Hartung
  Renate Krößner   als Alexandra Lütjens-Petersen
  Josefine Preuß   als Alexandra Lütjens-Petersen, jung
  René Steinke   als Tony
  Jürgen Sparwasser   als Jürgen Sparwasser
  Finn Bergmann   als Sparwassers Enkel
 
Regie:  Franziska Meyer Price  
Drehbuch:  Michael Illner  
  Rodica Döhnert  
Musik:  Thomas Klemm  

Star

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