Disneys Rückkehr zum Zeichentrickfilm, der erste seit "Die Kühe sind los": In New Orleans angesiedelt, wird die Geschichte eines schwarzen Mädchens erzählt, das durch einen Fluch in einen Frosch verwandelt wird. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto31/09310385/b150x150.jpg Küss den Frosch

Filmdetails

Küss den Frosch

Disneys Rückkehr zum Zeichentrickfilm, der erste seit "Die Kühe sind los": In New Orleans angesiedelt, wird die Geschichte eines schwarzen Mädchens erzählt, das durch einen Fluch in einen Frosch verwandelt wird.


Küss den Frosch
Start: 10.12.2009

Originaltitel: The Princess and the Frog

Trickfilm / Fantasy

USA 2009
Laufzeit: 98 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: John Musker, ...
Verleih: Walt Disney

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Humor
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Inhalt

New Orleans um die Jahrhundertwende. Kellnerin Tiana träumt von einem eigenen Restaurant. Da hüpft ihr eines Abends ein Frosch über den Weg und behauptet, der verzauberte Prinz Naveen zu sein. Ein einziger Kuss, und Tiana hätte einen Wunsch frei. Weil sie für ihren Traum fast alles tun würde, küsst die junge Frau das schleimige Tier tatsächlich - mit unerwartetem Ergebnis. Nicht er wird ein Mensch, sondern sie zum Frosch. Nun setzen Naveen und Tiana alles daran, schnellstmöglich ihre menschliche Gestalt wieder zu erlangen.


Kritik

Küss den Frosch

Mit einem Paukenschlag kehrt Disney zur klassischen 2D-Animation zurück und bezaubert mit einem Märchen voller Humor und Musik, unbändiger Lebenslust und zu Tränen rührender Romantik.

Nichts gegen rattenscharfe Gourmetköche ("Ratatouille"), vierbeinige Superhelden ("Bolt - Ein Hund für alle Fälle") oder griesgrämige Ballonfahrer ("Oben") - aber so ein waschechtes Märchen mit Prinz, Prinzessin und einem herzergreifenden Happy End hat doch auch etwas für sich. Das dachten sich die kreativ-innovativen Köpfe von Disney wohl auch und zauberten nun mit "Küss den Frosch" ein in klassischer 2D-Technik realisiertes Abenteuer aus dem Hut, das die 75 Jahre alte Zeichentrick-Tradition, die einst mit "Schneewittchen und die sieben Zwerge" begann, wieder aufleben lässt.

Als Schauplatz wählte das bewährte Autoren- und Regie-Gespann John Musker und Ron Clements (u.a. "Arielle, die Meerjungfrau", "Aladdin") diesmal keine Fantasiewelt, sondern das pulsierende New Orleans der Jahrhundertwende. Ob French Quarter oder Jazz/Blues/Gospel/Zydeco, Louisianas Sümpfe oder Schaufelraddampfer, afroamerikanische Lebenslust oder düstere Voodoo-Zauber - die Südstaatenmetropole lässt hier Katrina vergessen, erlebt ihre glorreiche Renaissance - und mittendrin die Kellnerin Tiana, die den Traum ihres viel zu früh verstorbenen Vaters erfüllen und ein eigenes Restaurant eröffnen will. Da hüpft ihr eines Abends ein kleiner, schleimiger Frosch über den Weg und behauptet doch glatt, der verzauberte Prinz Naveen zu sein. Ein einziger Kuss, und Tiana hätte einen Wunsch frei. Weil sie für ihren Traum beinahe alles tun würde, überwindet die junge Frau ihren Ekel, spitzt die Lippen und drückt der grünen Amphibie einen Schmatz aufs Maul - mit unerwartetem Ergebnis. Nicht er wird ein Mensch, sondern sie zum Frosch. Und plötzlich haben Naveen und Tiana alle glitschigen Hände voll zu tun, sich den Attacken von gefräßigen Hunden und Alligatoren sowie den Nachstellungen von (gottlob ziemlich dämlichen) Froschjägern zu erwehren, vor allem aber dafür zu sorgen, dass sie schnellstmöglich ihre menschliche Gestalt wieder erlangen.

"Küss den Frosch", der 49. Animationsfilm aus dem Hause Disney, strotzt nur so vor originellen Einfällen, doppeldeutigem Dialogwitz, komisch-animalischen Sidekicks und grandiosen Songs, die selbst einem Broadway-Musical alle Ehre machen würden. Auch optisch beeindruckt Tianas Traum, zu dem sie das Lied "Almost There" singt. Da verwandelt sich eine Bruchbude in ein mondänes Restaurant, die ganze Sequenz ist in warmen Braun- und Beige-Tönen gehalten, dem Jugendstil nachempfunden und wirkt mit ihren Tanznummern wie eine Hommage an Disneys Pionierzeit. Und während die wunderbare Love Story ihrem verdienten Happy End entgegensteuert, sorgen Musker und Clements mit Figuren wie dem liebeskranken Glühwürmchen Ray oder dem jazzbegeisterten Alligator Louis für jede Menge Erheiterung. Als Gegengewicht fungiert die von dem Voodoo-Magier Dr. Facilier verkörperte dunkle Seite mit ihren bedrohlichen Schattenmonstern, die allerdings dem ganz jungen Animationspublikum des Grusels zu viel sein könnten.

Eine wahre Meisterleistung ist die US-amerikanische Synchronisation. Herausragend etwa die breiten Südstaatenslangs von Glühwürmchen Ray (Jim Cummings), der guten Voodoo-Zauberin Mama Odie (Jenifer Lewis) und Tianas ordinär-herzensguter Sandkastenfreundin Charlotte (Jennifer Cody bekommt die meisten Lacher). Eine stimmlich-gesangliche Offenbarung ist die hinreißende Anika Noni Rose als Tiana, in die man sich einfach verlieben muss. Aber auch in der deutschen Fassung wurde weniger Wert auf klangvolle Namen als auf musikalische Qualität gelegt: So darf man sich unter anderem auf den Pop- und Jazzsänger Roger Cicero (Naveen), die deutsch-amerikanische Soulsängerin Cassandra Steen (Tiana) und Schlager-Ikone Marianne Rosenberg ("Er gehört zu mir") als Mama Odie freuen. lasso.

Küss den Frosch

Sprecher:  Anika Noni Rose   als Tiana
  Bruno Campos   als Prinz Naveen
  Keith David   als Dr. Facilier
  Jenifer Lewis   als Mama Odie
  Jim Cummings   als Ray
  Michael-Leon Wooley   als Louis
  John Goodman   als Eli 'Big Daddy' LaBouff
  Jennifer Cody   als Charlotte
  Terrence Howard   als James
  Oprah Winfrey   als Eudora
 
Regie:  John Musker  
  Ron Clements  
Drehbuch:  Ron Clements  
  John Musker  
Produzent:  Peter Del Vecho  
Ausf. Produzent:  John Lasseter  
Schnitt:  Jeff Draheim  
Musik:  Randy Newman  

Oscar-Nominierungen: "Avatar"-Dreikampf, "Das weiße Band" und Christoph Waltz

Blau ist zwar an der Kinokasse die absolut dominante Farbe, bei den Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis gibt's aber einen harten Konkurrenten.

Großansicht Von der Academy neun Mal gewürdigt: "Avatar - Aufbruch nach Pandora (Foto: Fox)

Von der Academy neun Mal gewürdigt: "Avatar - Aufbruch nach Pandora (Foto: Fox)

Bei uns war das Irakkriegs-Drama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zwar nur mäßig erfolgreich, aber bei den Oscars ist es mit neun Nominierungen der große Rivale des SciFi-Krachers "Avatar - Aufbruch nach Pandora", der ebenfalls neun Oscar-Chancen hat. Damit kommt es bei der Verleihung am 8. März zum Showdown eines Ex-Ehepaars: "Avatar"-Regisseur James Cameron und "Kommando"-Macherin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide für den besten Film und die beste Regie nominiert.

In die Suppe spucken könnte ihnen allerdings Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen "Inglourious Basterds" mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Wie von allen Experten vorhergesagt, ist dabei auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden - sein Sieg gilt als ziemlich sicher.

In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 wieder statt fünf nun zehn Filme nominiert. So fanden neben "Avatar", "Tödliches Kommando" und den "Inglourious Basterds" auch kleinere Filme wie das Liebesdrama "An Education", das recht Experimentelle SciFi-Juwel "District 9" und mit "Oben" sogar ein Animationsfilm Berücksichtigung. Außerdem sind nominiert das Football-Drama "Blind Side - Die große Chance", "Up in the Air" mit George Clooney, die harte Romanverfilmung "Precious - Das Leben ist kostbar" sowie der neue Coen-Film "A Serious Man".

Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in "Crazy Heart" der klare Favorit. Sein härtester Gegner ist wohl George Clooney als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in "Up in the Air". Der sensible Film heimste insgesamt sechs Nominierungen ein - diese aber alle in wichtigen Kategorien wie Bester Film, Regie (Jason Reitman) und Hauptdarsteller. Dazu sind außerdem gleich beide Nebendarstellerinnen Vera Farmiga und Anna Kendrick nominiert. Ansonsten haben bei den Herren Jeremy Renner aus "Tödliches Kommando", Colin Firth als schwuler Professor in "A Single Man" und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in "Invictus - Unbezwungen" Chancen.

 
Bilder und Trailer der Oscar-Nominierten

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Großen Jubel gab's in den Sälen der Academy über die Nominierung von Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama "Blind Side - Die große Chance". Gabourey 'Gabby' Sidibe spielt im Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" als misshandelte übergewichtige Schwarze groß auf und gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin. Wie immer ist auch Meryl Streep unter den Oscar-Anwärterinnen, ihr Auftritt als Koch-Ikone in "Julie & Julia" könnte ihr auch tatsächlich den nächsten Goldjungen bescheren. Außenseiterchancen dürfen sich Carey Mulligan als 16-Jährige machen, die in der Nick-Hornby-Verfilmung "An Education" einem wesentlich älteren Liebhaber verfällt, sowie Helen Mirren in der Tolstoi-Hommage "Ein russischer Sommer".

Erneut zeigt sich, wie wichtig der Academy die Regie-Arbeit ist, denn alle nominierten Filmemacher wurden auch in der Königskategorie Bester Film berücksichtigt: Cameron für "Avatar", Bigelow für "Tödliches Kommando", Reitman für "Up in the Air", Tarantino für "Inglourious Basterds" und Lee Daniels für "Precious - Das Leben ist kostbar".

Als bester Animationsfilm wird wohl "Oben" ausgezeichnet werden, der vier weitere Nominierungen einheimsen konnte - erstaunlicherweise auch die als Bester Film, was ein absolutes Oscar-Novum darstellt! Die Konkurrenten "Der fantastische Mr. Fox", "Coraline", "Küss den Frosch" (hier sind gleich zwei Songs nominiert) und "The Secret of Kells" werden daher wohl das Nachsehen haben.

Michael Haneke darf nach dem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes mit "Das weiße Band" auch auf den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film hoffen. Schärfster Konkurrent ist vermutlich die französische Eingabe "Ein Prophet".

Verkündet hat die Nominierungen mit viel Charme und Witz Anne Hathaway, die Verleihung selbst wird am 8. März von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert - zum ersten Mal seit 1987 gibt es also wieder ein Duett, wenn es heißt: "And the Oscar goes to..."

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