Eigens für die ARD erstellte 90-Minuten-Fassung des Zweiteilers "Kronprinz Rudolf" über die Tragödie von Mayerling. http://images.kino.de/flbilder/max06/auto06/auto50/06500342/b150x150.jpg Kronprinz Rudolfs letzte Liebe

Filmdetails

Kronprinz Rudolfs letzte Liebe

Eigens für die ARD erstellte 90-Minuten-Fassung des Zweiteilers "Kronprinz Rudolf" über die Tragödie von Mayerling.


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Kritik

Kronprinz Rudolfs letzte Liebe

Rudolf ahnte, dass der Untergang der Donaumonarchie besiegelt sei, doch er konnte ihn nicht verhindern. Der opulent produzierte Kostümfilm ist ein Denkmal für den glücklosen österreichischen Thronfolger.

Die ergreifende Geschichte des unglücklichen Kronprinzen Rudolf ist wie geschaffen für ein ausschweifendes Werk. 3.500 Komparsen haben an Robert Dornhelms elf Mio. Euro teurer Verfilmung mitgewirkt (Produktion: EOS und MR Film), 53 Schauspieler wurden verpflichtet, darunter neben Klaus Maria Brandauer (Franz Josef) und Robert Stadlober (Wilhelm II.) auch Joachim Król und Julia Jentsch. Beide aber werden dem deutschen Fernsehpublikum vorenthalten: Als Koproduzent hat die Degeto von Anfang an auf einer neunzigminütigen Version bestanden, in der die politische Dimension der Geschichte zwar ignoriert wird, deren Kernstück aber die titelgebende unglückliche Romanze ist. Tatsächlich geht es in den geschnittenen Passagen mitunter allzu detailliert um österreichische Innenpolitik. Andererseits kommt nun etwas zu kurz, wie sehr Rudolf bei Hofe mit seinen Visionen aneckte. Der Querdenker forderte Schulbildung für unterprivilegierte Kinder und setzte sich für eine gerechte Verteilung des Wohlstands ein. In der Neunzig-Minuten-Fassung wirkt er hingegen mitunter wie ein hedonistischer Hahnrei. Deutlich gelitten hat auch die Rolle Omar Sharifs, der Rudolfs väterlichen Freund spielt. Dabei ist seine Besetzung ein Augenzwinkern für Filmfreunde: Rudolfs Geschichte ist bereits 1968 verfilmt worden ("Mayerling" von Terence Young). Damals spielte Omar Sharif den Thronfolger.

Ohnehin ist gerade das erste Drittel des Films recht amüsant, weil Friedrich von Thun die Titelrolle mit viel Ironie anlegt. Mit zunehmender Dauer aber wird aus der Ironie Zynismus, zumal Rudolf, obschon noch jung an Jahren, auch körperlich verfällt: Seine ungeschützt vollzogene Promiskuität führte zu diversen Geschlechtskrankheiten; die Schmerzen bekämpfte er mit Morphium und wurde prompt süchtig.

Auch wenn Max von Thun alles andere als ein Nachwuchsmime ist: Dieser Film dürfte seinen internationalen Durchbruch bedeuten. Der Schauspieler hat spürbar Freude am Facettenreichtum der Rolle; in den melodramatischen Passagen macht er einen ebenso souveränen Eindruck wie in den politischen Debatten. Trotzdem mutet Dornhelms Film, obwohl er ihn selbst geschnitten hat, in der gekürzten Version mitunter wie Stückwerk an, ein Eindruck, der durch den episodischen Erzählstil und die ständigen Szenenwechsel noch verstärkt wird. tpg.

Kronprinz Rudolfs letzte Liebe

Darsteller:  Max von Thun   als Kronprinz Rudolf
  Vittoria Puccini   als Mary Vetsera
  Klaus Maria Brandauer   als Kaiser Franz-Joseph
  Sandra Ceccarelli   als Kaiserin Sissi
  Fritz Karl   als Johann
  Julia Cencig   als Marie Larisch
  Alexandra Vandernoot   als Helene Vetsera
  Robert Stadlober   als Kaiser Wilhelm
  Daniela Golpashin   als Stephanie von Belgien
  Omar Sharif   als Maler Hans Canon
  Christian Clavier   als Minister Taaffe
  Birgit Minichmayr   als Mizzi Kaspar
 
Regie:  Robert Dornhelm  
Drehbuch:  Didier Decoin  
  Dr. Klaus Lintschinger  
Produzent:  Jan Mojto  
  Kurt J. Mrkwicka  
Kamera:  Michi Riebl  
Schnitt:  Ingrid Koller  
Musik:  Ludwig Eckmann  

Star

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