Die coole Kroko, rabiates Weddinger Hinterhofgewächs, wird zum Sozialdienst in einer Behinderten-WG verdonnert... http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz08/z0408605/b150x150.jpg Kroko

Filmdetails

Kroko

Die coole Kroko, rabiates Weddinger Hinterhofgewächs, wird zum Sozialdienst in einer Behinderten-WG verdonnert...


Kroko
Start: 04.03.2004

Drama

Deutschland 2003
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Franziska Jünger
Alexander Lange
Hinnerk Schönemann

Regie: Sylke Enders
Verleih: Ventura

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

Kroko (Franziska Jünger) ist die coolste Bitch auf ihrem ganz persönlichen Kiddie-Kiez in irgendeiner universellen Weddinger Seitenstraße. Dort gibt es nicht einen Dreikäsehoch, der nicht voller Respekt zu der sechzehnjährigen Göre mit dem Verhalten einer zukünftigen Gangsterbraut aufsehen würde. Das ändert sich jedoch, als ein Gericht die junge Wilde zum Sozialdienst ausgerechnet in einer Behinderten-WG verdonnert: Allein unter "Spastis" gerät Krokos mühevoll gepflegtes Weltbild empfindlich ins Wanken.

Das um Realitätsnähe bemühte Kinodebüt von Regisseurin Sylke Enders basiert auf einer Episode der RBB-Serie "Boomtown".


Kritik

Kroko

Zu den großen positiven Überraschungen auf den 37. Internationalen Hofer Filmtagen zählte aus deutscher Sicht Sylke Enders' exzellent beobachtete Milieustudie "Kroko". Die Story um eine Berliner Göre, die mit dem Gesetz in Konflikt gerät und daraufhin in einer Behinderten-WG Sozialdienst ableisten muss, besitzt genug Humor und Vitalität, um auch als eigenwillige Außenseiter-Komödie in der Tradition des Briten Ken Loach durchzugehen. Ventura darf also auf einen Achtungserfolg in großstädtischen Programmkinos hoffen.

Sowohl ihr Studium der Soziologie als auch ihr Engagement bei diversen Tanz-, Theater- und Amateurfilmgruppen waren der Brandenburger Autorin und Regisseurin Sylke Enders bei der Inszenierung ihres Spielfilmdebüts förderlich. Doch "Kroko" basiert nicht auf eigenen Erlebnissen, sondern war - so die Filmemacherin "zuerst eine Kopfidee".

Im Zentrum der im sozial unterprivilegierten Berliner Stadtteil Wedding angesiedelten Geschichte steht die blonde Julia (Laiendarstellerin Franziska Jünger). Weil sie auch gerne mal Jungs kräftig eine aufs Maul haut und immer für kleine Gaunereien zu haben ist, lässt sie sich gerne - frei nach der gefräßigen Riesenechse - Kroko nennen. Doch eines Abends fährt die ultracoole, stets perfekt gestylte 17-Jährige einen Radfahrer über den Haufen und verletzt diesen schwer. Das Gericht verdonnert sie zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit in einer Behinderten-WG. Kroko boykottiert ihren Zwangs-Job, wo sie nur kann, und zieht - gefühlskalt wie ein Eisblock -über die "Spastis" und "Behindis" her. Doch als sie herausfindet, dass Freund Eddie (kesse Berliner Schnauze: Hinnerk Schönemann) sie betrügt, ihre Kumpels sich von ihr abwenden und die (alleinerziehende) Mutter sie vor die Tür setzt, entdeckt das "blonde Gift" plötzlich doch die eine oder andere Parallele zur Handicap-Fraktion. Besonders der despotische Rollstuhlfahrer Thomas (Amateurschauspieler Alexander Lange) hat es ihr angetan.

Wer glaubt, am Ende dieses Films würde eitel Sonnenschein herrschen, der irrt gewaltig. Denn Sylke Enders bleibt sich bis zum Schluss treu, weiß, dass ihre Figuren zu sehr in ihrem Milieu gefangen sind, um ausbrechen zu können. Dennoch findet eine Annäherung zwischen den beiden statt, kaum zu sehen, aber trotzdem spürbar.

"Kroko" will aber auch alles andere als romantische Komödie sein, hier handelt es sich schon eher um eine sich an der knallharten Realität bewegende Studie von zwei Randgruppen wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Enders hat dafür nicht nur die geeigneten Bilder (von "Das weiße Rauschen"-Autor und -Kameramann Matthias Schellenberg), den adäquaten HipHop-Soundtrack von Robert Philipp und treffsichere, authentische Dialoge, sondern vor allem die richtigen Darsteller gefunden, allen voran Franziska Jünger, im wirklichen Leben Arzthelferin, die hier als Kroko sämtliche Register einer Vollblutschauspielerin zieht. Von derart genauen, trotz ihrer Härte so herzlichen und trotz der tristen Thematik so amüsanten Filmen möchte man in diesem unseren Lande gerne mehr sehen. lasso.

Kroko

Darsteller:  Franziska Jünger   als Kroko
  Alexander Lange   als Thomas
  Hinnerk Schönemann   als Eddie
  Danilo Bauer   als Rolle
  Harald Schrott   als Micha
  Anja Kaul   als Krokos Mutter
  Kimberley Krump   als Cora
  Sabrina Braemer   als Monika
  Heidi Bruck   als Sabrina
  Jonny Chambilla   als Peer
  Inga Dietrich   als Annegret
  Marlene Warnstedt   als Marlene
  Doro Kaminski   als Pim
 
Regie:  Sylke Enders  
Drehbuch:  Sylke Enders  
Produzent:  Gudrun Ruzicková-Steiner  
Kamera:  Matthias Schellenberg  
Schnitt:  Frank Brummundt  
Musik:  Robert Philipp  
Produktionsdesign:  Tom Hornig  
Kostüme:  Claudia González Espinolda  
Ton:  Patrick Veigel  
  Uwe Dresch  

99 Filme halten Hof

Wer in Bayern lebt, der kennt Hof in erster Linie aus dem Wetterbericht. Aus unerfindlichen Gründen ist's dort immer zwei bis drei Grad kälter als im restlichen Bundesland - was Hof nicht gerade zum bevorzugten Reiseziel macht. Ende Oktober wendet sich das Blatt seit nunmehr 41 Jahren. Die Hofer Filmtage lassen Minusgrade und Nieselregen zur Randerscheinung werden.

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Dem anhaltenden Erfolg der Hofer Filmtage wird in diesem Jahr durch einen zusätzlichen Tag Rechnung getragen: Ab Dienstag den 23. Oktober läuft eine Auswahl von 69 Lang- und 30 Kurzfilmen, nationale wie internationale Produktionen, die zum Ende des Jahres einen umfangreichen Ausblick auf das Filmschaffen werfen.

Eröffnet werden die diesjährigen Filmtage mit dem neuen Film "Mondkalb" von Sylke Enders, die bereits mit ihrem Erstling "Kroko" 2003 in Hof einen Überraschungserfolg landete. Sie erzählt von Alex (Juliane Köhler), die nach ihrem Gefängnisaufenthalt in eine Kleinstadt flüchtet, auf der Suche nach einem Neuanfang.

Martin Theo Krieger zeigt "Beautiful Bitch", eine Geschichte über eine Kleinkriminelle aus Bukarest, die im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Wohlstand im Westen und polizeilicher Verfolgung ein gefährliches Dasein fristet.

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Zeitreise mit Dominik Graf

Dominik Graf begibt sich mit seiner Verfilmung von "Das Gelübde" auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: Der Künstler und Lebemann Clemens von Brentano (Misel Maticevic) reist nach einer Lebenskrise an das Krankenlager der Nonne Anna Katharina Emmerich (Tanja Schleiff), an deren Körper sich die Wundmale Christi zeigen. Volker Einrauch kommt mit seinem Drama "Der andere Junge" mit Peter Lohmeyer in einer Hauptrolle, Andreas Kleinert mit "Freischwimmer", in dem August Diehl und Fritzi Haberlandt spielen.

Rosa von Praunheim ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Er tritt mit "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" die Suche nach seiner Herkunft an und begleitet mit "Mit Olga auf der Wolga" eine Flussfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Ihre ersten Spielfilme präsentieren Hagen Keller mit "Meer is nich", ein Jugenddrama, und Heiko Aufdermauer mit "Zeit der Fische", eine zarte Liebegeschichte. Auch Maria Schrader zeigt ihre erste Regiearbeit "Liebesleben": Für Jara, eine Frau, die alles hat und glücklich ist, wird die Begegnung mit dem älteren Arie schicksalhafte Folgen haben.

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Hinnerk Schönemann

Hinnerk Schönemann gilt seit seinem vielbeachteten Kinodebüt in dem Film "Mein Bruder der Vampir" 2001 als eines der viel...

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Harald Schrott

Seit seinem Kinodebüt in Volker Schlöndorffs "Die Stille nach dem Schuss" im Jahr 2000 war Harald Schrott regelmäßig in Fernseh- und...

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