Kommissarin Lucas ist auf der Suche nach einem verschwundenen Lehrer. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto20/10200828/b150x150.jpg Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht

Filmdetails

Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht

Kommissarin Lucas ist auf der Suche nach einem verschwundenen Lehrer.


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Inhalt

Ein Lehrer ist vom Waldspaziergang nicht nach Hause zurückgekehrt. Sein Hund ist erschossen worden, sein Auto verschwunden. Der Mann war bei seinen Schülern beliebt, hat aber kürzlich eine anonyme Morddrohung erhalten. Vor einem Jahr hatte er ein Verhältnis mit einer Kollegin, die seither auf Schritt und Tritt von ihrem eifersüchtigen Gatten beobachtet wird. Beide waren ebenfalls im Wald. Dann taucht in der Turnhalle ein Graffito auf: "Ihr werdet alle sterben".


Kritik

Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht

Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern schwierig werden; so die Sicht der Kinder. Aber das ist ein gutes Zeichen: Wer rebelliert, lebt noch; und wer sich gegen elterliche Erziehung wehrt, weiß gar nicht, wie glücklich er sich schätzen kann. Thomas Berger, geistiger Vater von Kommissarin Ellen Lucas, erzählt in diesem Krimi, wie ein Familienleben auch aussehen kann: abwesende Eltern, gelangweilte Kinder; und ein Vakuum, das mit Killerspielen gefüllt wird. Wenn ein Lehrer dann noch eine Morddrohung bekommt und jemand mit blutroter Farbe "Ihr werdet alle sterben" an die Wand der Turnhalle schreibt, muss man nicht paranoid sein, um einen Amoklauf zu befürchten.

All dies aber geschieht erst später; zunächst kann von solchen Dimensionen keine Rede sein. Berger und sein Koautor Georg Heinzen beginnen die Geschichte ganz anders. Kaum hat die Kommissarin (Ulrike Kriener) eine alte Freundin (Karoline Eichhorn) wiedergetroffen, braucht Nele schon ihre Hilfe: Der Gatte ist vom Waldspaziergang nicht zurückgekommen; gefunden wird bloß der erschossene Hund, das Auto ist fort. Die übliche Krimidramaturgie beschert die nicht minder üblichen Verdächtigen: Der bei seinen Schülern enorm beliebte Vertrauenslehrer hatte ein Jahr zuvor ein Verhältnis mit einer Kollegin (Liane Forestieri); sie war zur fraglichen Zeit im selben Wald. Seit der Affäre wird sie auf Schritt und Tritt von ihrem krankhaft eifersüchtigen Ehemann (Johann von Bülow) beobachtet; auch er war im Wald. Aber zum Hauptverdächtigen wird ausgerechnet der verhaltensauffällige Sohn des offenbar schwer verletzten verschwundenen Lehrers, ein verstockter, fast soziopathisch wirkender Junge (Sandro Lohmann). Die Indizien sind in der Tat erdrückend: Kevins Schulhefte sind voller Gewaltfantasien. Außerdem hat er seinem Vater per E-Mail eine anonyme Drohung geschickt: Der Lehrer hat für alle jederzeit ein offenes Ohr; die Probleme des eigenen Sohnes allerdings nimmt er nicht wahr. Als Nele den Jungen dann auch noch bei Schießübungen im Wald überrascht, scheint der Fall klar. Dann taucht das Graffito in der Turnhalle auf; und Kevin verschwindet.

Zusätzlichen Reiz bekommt die Geschichte durch ihre Verknüpfung mit einer pädagogischen Ebene: Gegenentwurf zum engagierten Lehrer, der sich auch um persönliche Kontakte zu Probleme seinen Schülern bemüht, ist ein Kollege (Jochen Striebeck) der alten Schule, der nicht geliebt, sondern respektiert werden will. In gewissem Sinn gilt das auch für den Film: Berger inszeniert distanziert. Gemeinsam mit der Ermittlerin bleibt man als Zuschauer emotional unbeteiligt; keine der Figuren bietet sich als Sympathieträger an. Dem Reiz des Krimis tut das keinen Abbruch, zumal Berger dank der vielen Handlungswendungen sehr dicht erzählt.

Am Ende riskiert Ellen Lucas einen gewagten Bluff, um die Wahrheit rauszufinden, und es zeigt sich: Man muss keinen Abzug betätigen, um zum Mörder zu werden. Am eindringlichsten sind dennoch die diversen Szenen, in denen die Erwachsenen von den Halbwüchsigen provoziert werden und völlig hilflos reagieren. tpg.

Kommissarin Lucas: Wenn alles zerbricht

Darsteller:  Ulrike Kriener   als Ellen Lucas
  Florian Stetter   als Leander Blohm
  Michael Roll   als Boris Noethen
  Inez Björg David   als Julia Brandl
  Alexander Lutz   als Martin Schiff
  Tilo Prückner   als Max
  Anke Engelke   als Rike
  Karoline Eichhorn   als Nele Klausmann
  Franziska Walser   als Dr. Clara Heinrich
  Jochen Striebeck   als Wolfgang Wagner
  Liane Forestieri   als Lisa Hübner
  Johann von Bülow   als Karl Hübner
  Sandro Lohmann   als Kevin Klausmann
  Jannik Schümann   als Moritz Schreiner
  Max Hegewald   als David Liebrecht
  Kai Michael Müller   als Konstantin von Hohenhausen
  Gabriele Dossi   als Mathilde Wagner
 
Regie:  Thomas Berger  
Drehbuch:  Thomas Berger  
Produzent:  Molly von Fürstenberg  
  Harry Kügler  
Kamera:  Gunnar Fuß  
Musik:  Johannes Kobilke  
Produktionsdesign:  Peter Robert Schwab  
Maske:  Martine Flener  
Ton:  Eckhard Kuchenbecker  
Casting:  An Dorthe Braker  

Star

Ulrike Kriener

Ihr Aussehen ist eher unauffällig, ihre Figuren sind Alltagspersonen wie Lehrerinnen oder Witwen, dafür kultiviert sie häufig jene ironisch...

Star

Florian Stetter

Florian Stetters Rolle als David in Philip Grönings Drama "L'Amour, l'argent, l'amour" brachte ihm 2001 den Max-Ophüls-Preis als "Bester...

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