Die Regensburger Kommissarin Lucas muss den mysteriösen Tod einer ganzen Seniorengruppe aufklären. http://images.kino.de/flbilder/max07/auto07/auto43/07430312/b150x150.jpg Kommissarin Lucas: Das Totenschiff

Filmdetails

Kommissarin Lucas: Das Totenschiff

Die Regensburger Kommissarin Lucas muss den mysteriösen Tod einer ganzen Seniorengruppe aufklären.


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Kritik

Kommissarin Lucas: Das Totenschiff

Es ist ein Stilleben des Grauens, das sich dem Betrachter auf dem Ausflugsschiff darbietet. Ein Dutzend Tote auf einen Schlag: Das sprengt nicht nur im verträumten Regensburg die Kriminalstatistik. Denn dass die älteren Herrschaften das Zeitliche nicht freiwillig gesegnet haben, steht für Kommissarin Lucas (Ulrike Kriener) außer Zweifel: Sie wurden um Schmuck und Bargeld beraubt. Außerdem hat sich ein Beteiligter, der einige der Toten als Pfleger begleitete, schon allein durch seine Flucht höchst verdächtig gemacht. Das Wasser war zwar kalt, aber nun ja, das Leben ist kein Ponyhof. Als sich dann noch rausstellt, dass den Mann die Schulden drückten, scheint der Fall geklärt. Kurz drauf aber werden seine sterblichen Überreste am Ufer der Donau gefunden; offenbar ist er nicht freiwillig über Bord gegangen.

Das wäre ja auch zu einfach gewesen; nicht bloß für den Krimi, sondern auch und gerade für diese Filmreihe. "Kommissarin Lucas" steht schließlich nicht nur für Anspruch, sondern auch für Botschaft. Letztes Mal ging es um den Themenkomplex Asyl und Abschiebung ("German Angst"), heute wird wortreich die Sterbehilfe debattiert. Aktuelle Ereignisse (Stichwort Dignitas) verleihen der Geschichte zwar eine gewisse Brisanz, doch Krimis tut es erfahrungsgemäß nur selten gut, wenn sie als Vehikel für gesellschaftliche Diskurse herhalten müssen. Ausnahmsweise leidet die Spannung des Films (Buch: Christian Jeltsch, Regie: Thomas Berger) allerdings nur wenig, weil Karin Lucas ja erst mal eine Weile im Dunkeln tappt; und weil sich auch unter dem neuen Verdachtsmerkmal alsbald ein Verdächtiger aufdrängt. Es mag zwar Menschen geben, die bei der Besetzung eines Klinikchefs nicht auf Anhieb an Hannes Jaenicke gedacht hätten, doch die Mischung aus Schnöseligkeit und missionarischem Eifer dieses Arztes spielt er überzeugend. Außerdem ist die Figur ein reizvoller Gegenentwurf zur rigorosen Moralistin Lucas.

Und noch ein sehenswertes Pendant gibt es: Die bislang bloß in Miniauftritten verschwendete Anke Engelke darf nun richtig mitwirken und als Karins Schwester Rike mit ihrer unkonventionellen Art für allerlei Wirbel sorgen. Die quirlige Komödiantin wird bewusst als Fremdkörper eingesetzt. Sie dürfte die Rolle wohl nicht zuletzt der Einsicht verdanken, dass das restliche Personal einfach nicht in der Lage ist, die Kommissarin glaubhaft aus ihrer unterkühlten Reserve zu locken. Überaus empört reagiert sie beispielsweise, als Mitarbeiter Deuter (Thure Riefenstein) ohne entsprechenden Beschluss ins Haus des Verdächtigen eindringt, weil unter den Toten auch seine Großmutter war. Es ist also durchaus eine gute Nachricht, dass Rike keineswegs, wie zwischenzeitlich angedroht, das Weite sucht, sondern im Gegenteil am Schluss sogar bei Karin einzieht. tpg.

Kommissarin Lucas: Das Totenschiff

Darsteller:  Ulrike Kriener   als Ellen Lucas
  Thure Riefenstein   als Stefan Deuter
  Michael Roll   als Boris Noethen
  Tamara Simunovic   als Tina Burckhard
  Alexander Lutz   als Martin Schiff
  Tilo Prückner   als Max
  Anke Engelke   als Rike
  Max Tidof   als Rolf Gembel
  Renate Becker   als Greta Wache
  Jenny Schily   als Anne Kehring
  Hannes Jaenicke   als Dr. Peter Sion
  Hans-Peter Hallwachs   als Victor Sion
  Elisabeth Romano   als Helga Sion
  Tamino Wecker   als Felix Sion
  Andreas Borcherding   als Karl Berling
  Dietmar Mössmer   als Kapitän
  Kay Waidelich   als Matrose
  Stephanie Schadeweg   als Bedienung
  Oliviera Lukas   als Krankenschwester
  Annette Paulmann   als Gerichtsmedizinerin
 
Regie:  Thomas Berger  
Drehbuch:  Christian Jeltsch  
Produzent:  Molly von Fürstenberg  
  Viola Jäger  
  Harry Kügler  
Kamera:  Torsten Breuer  
Musik:  Dieter Schleip  
Produktionsdesign:  Peter Robert Schwab  
Kostüme:  Claudia Bobsin  
Ton:  Roman Schwartz  
Casting:  Nessie Nesslauer  

Star

Ulrike Kriener

Ihr Aussehen ist eher unauffällig, ihre Figuren sind Alltagspersonen wie Lehrerinnen oder Witwen, dafür kultiviert sie häufig jene ironisch...

Star

Thure Riefenstein

Thure Riefenstein startete seine Laufbahn Ende der 1980er-Jahre als Theaterschauspieler.

Thure Riefenstein wurde am 11. Oktober...

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