Originaltitel: Kingdom of Heaven
USA 2005
Orlando Bloom
Eva Green
Jeremy Irons
Regie: Ridley Scott
Verleih: Fox
Der junge französische Schmied Balian (Orlando Bloom) staunt gegen Ende des 12. Jahrhunderts nicht schlecht, als man ihm kurz nach dem Tod von Frau und Kind eröffnet, er sei der uneheliche Sohn des berühmten Ritters und Kreuzzughelden Godfrey von Ibelin (Liam Neeson). Balian begräbt seinen Kummer und folgt dem Vater nach Jerusalem, wo der ohnehin brüchige Religionsfriede zwischen Moslems, Juden und Christen gerade neuen, nachhaltigen Proben ausgesetzt ist.
Der seit "Gladiator" historisch erfahrene Hochglanz-Actionspezialist Ridley Scott entführt den abenteuerlustigen Cineasten ins Mittelalter und die Zeit der Kreuzzüge, wie Hollywood sie sich vorstellt.
Solche Filme braucht das Kino: Starregisseur Ridley Scott webt einen Erzählteppich voll bewegender Konflikte und überwältigender Bilder.
Monumentale Schlachten, überlebensgroße Figuren, persönliches Schicksal und Intrigen von Shakespearschem Zuschnitt - kaum ein Genre bietet einem Filmemacher soviel Potenzial wie das Historienepos. Und kaum ein Genre ist so schwierig zu meistern. Nur wenige Regisseure finden die richtige Balance zwischen intimen Charakterisierungen und spektakulären Szenerien.
Ridley Scott gelang das Kunststück schon mit "Gladiator", jetzt verschafft er dem Genre mit "Königreich der Himmel" einen neuen Höhepunkt. Auch hier wird ein aufrechter Held in den Strudel historischer Machtkämpfe hineingezogen.
Aber diesmal ist das Erzählgefüge noch komplexer und die Bilderpracht noch überwältigender als in "Gladiator". Scott und sein Drehbuchautor William Monahan breiten Glanz und Düsternis der Kreuzzugszeit aus, die Christen, Moslems und idealistische Gläubige miteinander konfrontiert.
Im Mittelpunkt steht der junge Schmied und Erfinder Balian (Orlando Bloom), der nach einer familiären Tragödie neuen Sinn im Leben sucht. Da erhält er die Chance, das Erbe seines Vaters, eines Fürsten des Königreichs Jerusalem, anzutreten.
Doch die Herausforderung droht ihm zunächst über den Kopf zu wachsen. Denn Jerusalem wird regiert von einem kranken König, der den brüchigen Frieden nicht mehr lange aufrecht erhalten kann.
Dass sich Balian in die verheiratete Prinzessin Sibylla verliebt, macht die Lage noch komplizierter. Und als aus dem schwelenden Konflikt offener Krieg wird, muss der junge Held endgültig über seine Grenzen gehen.
Und letztendlich tut das auch der Regisseur. Denn mit "Königreich der Himmel" gelingt Scott ein Film, der selbst in seinem reichen Œuvre seinesgleichen sucht.
Mit einem untrüglichen Gespür für historische Details und emotionale Nuancen nutzt er die Möglichkeiten großen Kinos aus, nicht zuletzt in den atemberaubenden Schlachtszenen. Wer interessiert sich da noch für Comic-Helden und Aliens?
| Darsteller: | Orlando Bloom | als Balian | |
|---|---|---|---|
| Eva Green | als Sibylla | ||
| Jeremy Irons | als Tiberias | ||
| David Thewlis | als Der Hospitaler | ||
| Brendan Gleeson | als Reynald von Chatillon | ||
| Marton Csokas | als Guy von Lusignan | ||
| Liam Neeson | als Godfrey von Ibelin | ||
| Ghassan Massoud | als Saladin | ||
| Nikolaj Coster-Waldau | als Dorfsherrif | ||
| Edward Norton | als König Baldwin | ||
| Martin Hancock | als Totengräber | ||
| Michael Sheen | als Priester | ||
| Nathalie Cox | als Balians Frau | ||
| Eriq Ebouaney | als Firuz | ||
| Jouko Ahola | als Odo | ||
| Philip Glenister | als Squire | ||
| Bronson Webb | als Auszubildender | ||
| Alexander Siddig | als Nasir | ||
| Michael Shaeffer | als Junger Sargeant | ||
| Jon Finch | als Patriarch | ||
| Regie: | Ridley Scott | ||
| Drehbuch: | William Monahan | ||
| Produzent: | Ridley Scott | ||
| Koproduzent: | Mark Albela | ||
| Denise O'Dell | |||
| Henning Molfenter | |||
| Thierry Potok | |||
| Ausf. Produzent: | Branko Lustig | ||
| Lisa Ellzey | |||
| Terry Needham | |||
| Kamera: | John Mathieson | ||
| Schnitt: | Dody Dorn | ||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| Produktionsdesign: | Arthur Max | ||
| Kostüme: | Janty Yates | ||
| Maske: | Paul Engelen | ||
| Casting: | Debra Zane | ||
| Jina Jay | |||
Den Mädchenschwarm hat er nun schon oft genug gespielt, nun strebt Orlando Bloom nach Höherem. Wie putzig.
Die Robert De Niros, Al Pacinos und Philip Seymour Hoffmans dieser Welt können sich schon mal warm anziehen! Denn in Hollywood erstrahlt ein neuer Charaktermime am Firmament: Orlando Bloom.
So sieht zu mindest die persönliche Planung des Mädchenschwarms aus dem eben angelaufenen "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" aus. Denn nach der "Herr der Ringe"-Trilogie, dem ebenso epischen "Troja" und "Königreich der Himmel" sowie der nun abgeschlossenen "Pirates of the Caribbean"-Saga hat Bloom erst einmal genug von großer Action und Mega-Produtionen.
"Ich bin sicherlich nicht auf der Suche nach einem weiteren Film, in dem ich mit dem Schwert herumfuchtle", erklärt Bloom im Interview. "Ich möchte jetzt endlich wieder einmal in einem zeitgenössischen Film spielen." Vor allem die seriöse Tonlage hat es ihm angetan: "Ich bemühe mich um ernsthaft Rollen, würde nur zu gerne Dramen spielen. Dort sehe ich meine schauspielerische Zukunft", so Orlando Bloom weiter.
Er bereut es nach eigener Aussage immer noch, dass er vor zwei Jahren eine Rolle in "Der letzte König von Schottland" absagen musste. "Regisseur Kevin MacDonald und ich hatten uns ein paar Mal getroffen", so Bloom weiter. "Aber wegen anderer Verpflichtungen war ich verhindert. In Zukunft will ich solche Filme machen."
Bleibt nur noch die Frage, warum er sich trotz seiner demonstrativen Liebe für ernste, kleine Filme mit "Pompeji" als Nächstes wieder für einen Megahistorien-Schinken verpflichtet hat. So viel zum Thema "zeitgenössisch" und "ohne Schwert"...
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