Originaltitel: The Fisher King
USA 1991
Robin Williams
Jeff Bridges
Amanda Plummer
Regie: Terry Gilliam
Verleih: Columbia Tristar
Ein paar unbedacht geäußerte Worte des Radiomoderators Jack Lucas geben einem geistesgestörten Hörer Anlaß zu einem blutigen Amoklauf. Von Schuldgefühlen geplagt, hängt Jack seinen Job an den Nagel und landet in der Gosse. Dort freundet er sich mit dem verrückten Penner Parry an, der stets von einem "Roten Ritter" und dem heiligen Gral träumt und "König der Fischer" genannt wird. Jack erholt sich derweil von seinem Trauma, findet Halt bei seiner Freundin und hilft Parry beim Anbandeln mit der schüchternen Lydia. Doch eines Tages wird Parry brutal zusammengeschlagen und fällt in Koma. Jack weiß, wie er seinen Freund retten kann: Er muß unbedingt den heiligen Gral finden.

In prächtigen Bildern erzähltes, mit subtilem Dialogwitz ausgestattetes und von grandiosen Schauspielern getragenes Fantasy-Märchen. Ex-Monty-Python Terry Gilliam ("Time Bandits", "Brazil") kreierte eine Tragikomödie um Leben, Liebe, Trauer, Freude, Menschlichkeit und Freundschaft, ohne dabei gängige Klischees zu strapazieren oder je in die Niederungen des Kitsches abzurutschen. Die Hollywoodstars Robin Williams und Jeff Bridges spielen hervorragend, Amanda Plummer und Oscar-Preisträgerin Mercedes Ruehl sind eine Augenweide.
| Darsteller: | Robin Williams | als Parry | |
|---|---|---|---|
| Jeff Bridges | als Jack Lucas | ||
| Amanda Plummer | als Lydia Sinclair | ||
| Mercedes Ruehl | als Anne Napolitano | ||
| Michael Jeter | als obdachloser Cabaret-Sänger | ||
| Bradley Gregg | als Hippie | ||
| William Marshall | als Jamaikaner | ||
| William Preston | als John | ||
| Jayce Bartok | als 1. Punk | ||
| Dan Futterman | als 2. Punk | ||
| Tom Waits | als Kriegsinvalide | ||
| David Hyde Pierce | als Lou Rosen | ||
| Lara Harris | als Sondra | ||
| Kathy Najimy | als entnervte Videokundin | ||
| Harry Shearer | als Ben Starr | ||
| Melinda Culea | als Sitcom-Ehefrau | ||
| Al Fann | als Superintendent | ||
| Stephen Bridgewater | als Pornokunde | ||
| John Heffernan | als Börsenmakler-Penner | ||
| Richard LaGravenese | als Yuppie | ||
| Christian Clemenson | als Edwin | ||
| Carlos Carrasco | als Arzt | ||
| Regie: | Terry Gilliam | ||
| Drehbuch: | Richard LaGravenese | ||
| Produzent: | Debra Hill | ||
| Lynda Obst | |||
| Kamera: | Roger Pratt | ||
| Schnitt: | Lesley Walker | ||
| Musik: | George Fenton | ||
| Robert J. Walsh | |||
| Produktionsdesign: | Mel Bourne | ||
| Kostüme: | Beatrix Aruna Pasztor | ||
| Ton: | Thomas Causey | ||
| Casting: | Howard Feuer | ||
Vielleicht bringt der zweite Anlauf der erstmals vor zehn Jahren gescheiterten Vision von Terry Gilliam den erhofften Erfolg. Die Besetzung scheint jedenfalls zu stimmen: Johnny Depp ist dabei!
Cineastisch gesehen ist Regisseur Terry Gilliam ein Besessener. Ein zwanghaftes Kreativ-Genie, das sich - einmal einem Projekt verschrieben - nie mehr davon lösen kann, bis es punktgenau nach seiner Vorstellung realisiert wurde. "Brazil", "König der Fischer", "12 Monkeys" und aktuell "Das Kabinett des Dr. Parnassus" - alle seine großen Werke entstanden auf diese getriebene Weise.
Doch eines entstand eben nicht: "The Man Who Killed Don Quixote" - ein Film, der seit über einem Jahrzehnt der Realisierung harrt. Und der im Jahr 2000 zu Gilliams persönlichen Waterloo werden sollte: Absurde Wetterverhältnisse, Dauerstörungen durch Kampfjets und Geldmangel machten den ersten Anlauf im Jahr 2000 zu einem Desaster, die Erkrankung von Hauptdarsteller Jean Rochefort versetzte dem Projekt den Todesstoß.
Doch noch immer hält Terry Gilliam an seinem Traum fest, will den Abenteuern des Ritters von der traurigen Gestalt einen zeitgemäßen Anstrich verpassen. Und langsam scheint es, als könnten die Visionen des Ex-Monty-Python doch noch Formen annehmen.
So verriet Gilliam jetzt einem Magazin, dass Johnny Depp wieder im Boot sei. Der hätte bereits im gescheiterten ersten Anlauf den Begleiter des Mannes von La Mancha verkörpern sollen, musste aber bei der Planung zu "Don Quixote Reloaded" aus Zeitmangel absagen. Jetzt scheint er Meinung wie Terminpläne geändert zu haben und wird wohl doch noch als Zeitreisender aus dem 21. Jahrhundert Robert Duvall als glanzlosen Ritter auf seiner Quest unterstützen. So die Götter des Filmemachens Gilliam dieses Mal wohlgesinnt sind - und sein Lebenswerk nicht wiederum zum Kampf gegen Windmühlen werden lassen.
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