Komödie um einen alternden Kioskbesitzer, der stolz darauf ist, Grieche zu sein, und entdeckt, dass er albanische Wurzeln hat. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto24/10240553/b150x150.jpg Kleine Wunder in Athen

Filmdetails

Kleine Wunder in Athen

Komödie um einen alternden Kioskbesitzer, der stolz darauf ist, Grieche zu sein, und entdeckt, dass er albanische Wurzeln hat.


Kleine Wunder in Athen
Start: 22.07.2010

Originaltitel: Akadimia Platonos

Komödie / Drama

Griechenland/Deutschland 2009
Laufzeit: 107 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Antonis Kafetzopoulos
Anastasis Kozdine
Titika Sarigouli

Regie: Filippos Tsitos
Verleih: Neue Visionen

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Inhalt

Ein etwas heruntergekommenes Stadtviertel in Athen: Der alternde und von seiner Frau verlassene Kioskbesitzer Stavros hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden an seinem Kiosk herum und lästert über Albaner und Chinesen. Zu Hause muss er sich um seine senile Mutter kümmern. Die hat ausgerechnet einen Albaner bei sich aufgenommen, den sie für ihren verlorenen Sohn hält und mit dem sie fließend Albanisch spricht. Stavros schmeißt ihn zwar sofort raus, doch sein Selbstbild ist schwer erschüttert.


Kritik

Kleine Wunder in Athen

Humor entspringt der Verzweiflung in dieser griechischen Komödie über einen apathischen Fremdenfeind, der sich plötzlich mit seinen albanischen Wurzeln konfrontiert sieht.

Diesen Schock verträgt der alternde Kioskbesitzer Stavros (Antonis Kafetzopoulos) nicht. Er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass sein Weltbild zusammenbricht. Dabei weiß der schlaflose Melancholiker längst, dass sein Leben verpfuscht ist: Verlassen von seiner Frau Dina pflegt er seine trübsinnige, senile Mutter (wundervoll: Titika Saringouli), mit der er in einer kleinen Wohnung über seinem Laden haust in einem schäbigen, baufälligen Straßenzug Athens. Das Viertel heißt ausgerechnet "Akadimia Platonos" (übersetzt Platons Akademie), so der bitter-ironische Originaltitel. Stavros und seine Kumpels bilden ein Quartett abgewirtschafteter Verlierer, sitzen jeden Tag vor dem Laden herum und geben sich Ressentiments hin. Sie wähnen sich als stolze Griechen und pflegen ihre Abneigung gegenüber Albanern und Chinesen, die vor ihrer Nase um die Wette arbeiten.

Soweit kann man den Film des in Athen geborenen, seit 1991 in Berlin lebenden "Tatort"-Regisseurs Filippos Tsitos auch als Beitrag zur Griechenlandkrise betrachten, auch wenn er schon 2009 entstand. Doch Tsitos hat mit zielsicherem Spott eine Parabel im Sinne, die von Fremdenfeindlichkeit, Globalisierung und Menschlichkeit handelt. So hält Stavros Mutter den Albaner Marengelen (Anastas Kozdine) für ihren verlorenen Sohn und spricht in fließendem albanisch mit ihm. Stavros wirft ihn postwendend hinaus und stürzt in eine schwere Identitätskrise: Ist er nun Grieche oder Albaner? Mit lakonischem Understatement wird eine in ausgeblichenen Farben schimmernde, abrissreife Welt ohne Himmel und Natur geschildert, ein komisches Panorama, das längst nicht so bedrückend ist wie Stavros selbst. Er und seine Freunde wirken so angestaubt und verwaist wie ihre Kioske. Ein desolater Zustand, den Kafetzopoulos mit stoischer Mine ohne jede Gefühlsregung darstellt. Der herausfordernd gemächliche Film hingegen kennt sehr wohl Emotionen, etwa in der um ihr Glück gebrachten Mutter, und findet Gemeinsamkeiten bei Menschen, die nur ihre Unterschiede wahrnehmen. Die Menschen verbindet etwa auch die Liebe zum Classic Rock, der prominent im Soundtrack vertreten ist. So feiert Tsitos mit der Weisheit eines Platons durchwirkte Arthouse-Komödie über falsche Identitäten die Tugenden Nächstenliebe, Brüderlichkeit und den Mut zum Wandel und führt den Nationalismus ad absurdum. tk.

Kleine Wunder in Athen

Darsteller:  Antonis Kafetzopoulos   als Stavros
  Anastasis Kozdine   als Marenglen
  Titika Sarigouli   als Mutter
  Giorgos Souxes   als Nikos
  Kostas Koronaios   als Argyris
  Panagiotis Stamatakis   als Thymios
  Maria Zorba   als Dina
 
Regie:  Filippos Tsitos  
Drehbuch:  Alexis Kardaras  
  Filippos Tsitos  
Produzent:  Konstadinos Moriatis  
  Thanassis Karathanos  
Kamera:  Polidefkis Kirlidis  
Schnitt:  Dimitris Peponis  
Musik:  Nikos Kypourgos  
  Costa Varibopiotis  
  Vangelis Zelkas  
Produktionsdesign:  Spyros Laskaris  
Kostüme:  Christina Chatzaridou  
Ton:  Vangelis Zelkas  
  Kostas Varybopiotis  

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