Eigenwilliger Thriller über einen jungen Studenten, der sich unbedarft auf einen Unterweltjob einlässt, der sich als grausamer Mord erweist. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto27/10270270/b150x150.jpg Kinatay

Filmdetails

Kinatay

Eigenwilliger Thriller über einen jungen Studenten, der sich unbedarft auf einen Unterweltjob einlässt, der sich als grausamer Mord erweist.


Kinatay
Start: 15.07.2010

Thriller / Drama

Philippinen/Frankreich 2009
Laufzeit: 105 Min.
FSK: k.J. (keine Jugendfreigabe)

Mercedes Cabral
Julio Diaz
Jhong Hilario

Regie: Brillante Mendoza
Verleih: Rapid Eye Movies HE

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Inhalt

Um das nötige Geld für seine Hochzeit aufzubringen, lässt sich der Kriminologiestudent Peping von einem Schulfreund anheuern, einer Gangsterbande eine kleine Gefälligkeit zu erweisen. Schnell stellt Peping fest, dass ihm die Sache eine Nummer zu groß ist: Es geht darum, die Prostituierte Madonna zu vergewaltigen, zu töten und dann in kleine Stücke zu zerhacken, weil sie Geld der Bande unterschlagen hat. Peping denkt über Flucht nach, entscheidet sich dann aber aus Angst, er könnte auf die Abschussliste geraten, dagegen.


Kritik

Kinatay

2008 war Brillante Mendoza der erste philippinische Filmemacher seit Lino Brocka im Jahr 1984, der in den Wettbewerb des Festival de Cannes berufen wurde. An "Serbis", dem eigenwilligen Porträt einer Familie, die ein Pornokino betreibt, schieden sich dann die Geister. Ein Jahr später kehrt der 1960 geborene Filmemacher zurück an die Croisette mit einer Art Thriller, der sich mit dem Thema Schuld und Gier auseinandersetzt. Die lang gezogene Mordszene, aus ungewöhnlichem Blickwinkel in Realzeit gezeigt, ist der Stoff, aus dem Kontroversen sind.

Kinatay

Darsteller:  Mercedes Cabral   als Cecille
  Julio Diaz   als Kap
  Jhong Hilario   als Abyong
  Mark Meily  
  Coco Martin  
  John Regala  
  Maria Isabel Lopez  
 
Regie:  Brillante Mendoza  
Drehbuch:  Armando Lao  
Produzent:  Ferdinand Lapuz  
  Didier Costet  
Kamera:  Odyssey Flores  
Schnitt:  Kats Serraon  
Musik:  Teresa Barrozo  
Produktionsdesign:  Brillante Mendoza  

Das war Cannes 2009

25 Jahre ist es her, dass mit Wim Wenders' "Paris, Texas" zuletzt ein deutscher Film in Cannes mit der begehrten Goldenen Palme prämiert wurde.

Großansicht Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Gestern gab es an der Croisette endlich wieder strahlende deutschsprachige Sieger. Die Goldene Palme ging an "Das weiße Band", ein Film des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, produziert in Deutschland mit einer deutschen Schauspieler-Riege, angeführt von Ulrich Tukur, Josef Bierbichler und Burghart Klaußner. Ein formal strenges Werk in starken Schwarz-Weiß-Bildern, das von mysteriösen Vorkommnissen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs erzählt, in dem die Autorität und Strenge der dörflichen Autoritäten schleichend die Gesellschaft vergiftet. Eine Parabel auf die Mechanismen von Faschismus und Terrorismus.

Mit Christoph Waltz gab es einen weiteren glücklichen deutschsprachigen Gewinner: Der österreichische Schauspieler, der bislang vornehmlich in Fernsehrollen glänzte, wurde für seinen Part in "Inglourious Basterds" als bester Darsteller prämiert. Zurecht, verkörpert er doch meisterhaft einen ebenso charmanten wie bedrohlichen SS-Offizier in Quentin Tarantinos neuestem Film. Er ist der Gegenspieler der "Basterds", einem Trupp jüdischer US-Soldaten, die während des zweiten Weltkriegs Jagd auf Nazis machen, im Film angeführt von Brad Pitt.

Großansicht Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Ekliger Schnitt im Schritt

Am Ende besiegt das Kino selbst das Dritte Reich in diesem wunderbaren Filmmärchen, das Tarantino mit gewohnt witzigen Dialogen, einem ausgefeilten Soundtrack und jeder Menge Reminiszenzen an die Filmgeschichte angereichert hat. Neben Waltz haben in diesem in Berlin-Babelsberg gedrehten Film noch jede Menge anderer deutscher Schauspieler ihren großen Auftritt, von Til Schweiger über Diane Kruger bis Daniel Brühl.

Viele Filme des diesjährigen Cannes-Wettbewerbs strotzten nur so vor Gewalt. Der große Skandalfilm war "Der Anti-Christ" des dänischen Regisseurs Lars von Trier, in dem sich ein Paar nach dem Tod seines Kindes in einer abgeschiedenen Waldhütte gegenseitig malträtiert - Genitalverstümmelungen inklusive. Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg brachte dieser Rolle eine Palme ein.

Großansicht Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Wüstes Gemetzel und feiner Blumenduft

Blutig waren auch Park Chan-wooks Vampirfilm "Thirst" und "Kinatay" vom Philippino Brillante Mendoza, der über weite Strecken beschreibt, wie eine Prostituierte vergewaltigt, ermordet und zerteilt wird - die Jury hielt dies dennoch für preiswürdig. Auch der Kritikerliebling "Un prophète" aus Frankreich (Großer Preis der Jury) sparte nicht mit Gewalt. Doch in der Geschichte über einen jungen Kleinkriminellen, der sich im Knast zum Gangsterboss hocharbeitet, steht sie zumindest im Dienst der Geschichte.

Ohne Gewalt, aber mit viel lakonischem Humor kommt dagegen "Looking for Eric" von Ken Loach aus. Ein kleiner Postangestellter bekommt darin Lebenstipps von ManU-Fußballstar Eric Cantona. Ang Lee zeichnet mit "Taking Woodstock" ein warmherziges Porträt der Hippie-Ära mit viel Liebe zum Detail, während Pedro Almodóvar sein Liebesdrama "Zerrissene Umarmungen", das leider nicht so so gelungen ist wie sein Vorgänger "Volver", ganz auf seine Diva Penélope Cruz angelegt hat. Das Weltkino hat eben auch 2009 viele Gesichter.

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