Uma Thurman
Vivica A. Fox
Lucy Liu
Regie: Quentin Tarantino
Verleih: Buena Vista
Ausgerechnet am Tag der Hochzeit will Supergangster Bill (David Carradine) seine Ex-Angestellte (Uma Thurman) ermorden. Doch die beste Auftragskillerin des Hauses überlebt mit einer Kugel im Kopf, liegt fünf Jahre im Koma und schwört nach ihrer Erweckung blutige Vergeltung. Ihr Rachefeldzug quer durch die ehemalige Firma führt sie um die halbe Welt, nur den lieben Bill hebt sie sich für den Schluss auf.
Sechs Jahre musste die Fangemeinde warten, doch nun kehrt Wunderknabe Quentin Tarantino mit seinem vierten Film auf die Leinwand zurück - begleitet von einem Staraufgebot der Diamantenklasse. Das Ganze allerdings in zwei Teilen, damit wir nicht wieder so lange dürsten müssen...
Als schönste Rächerin der Filmgeschichte kennt Uma Thurman im vierten Film von Quentin Tarantino nur ein Ziel: Sie will Bill töten - und jeden anderen, der sich ihr in den Weg stellt.
Im Haus der Blauen Blätter sieht sich die Braut mit einer Überzahl von Gegnern konfrontiert (Foto: Buena Vista)
Wer zum Teufel ist Bill? Diese Frage stellen sich Millionen von Filmfans, die auf den ersten Film von "Pulp Fiction"-Genie Quentin Tarantino seit mittlerweile sechs Jahren brennen.
Was kann er angestellt haben, dass sich die schöne Uma Thurman in das coolste Bruce-Lee-Gedächtnis-Kino-Outfit seit Menschengedenken wirft?
Dass sie einmal um den halben Erdball reist, um sich in Japan von Kungfu-Legende Sonny Chiba das tödlichste aller Samuraischwerter auf den Leib schmieden zu lassen?
Und dass sie im Vorübergehen ihren Weg mit Leichen pflastert, als trüge sie die verfluchten Seelen von Dirty Harry, Django und aller anderen Rächer der Filmgeschichte in sich?
Simpel: Einst war Bill ihr Liebhaber und Chef und schickte sie als fähigste aller Killerinnen der Viper Assassination Squad nur zu den schwierigsten Jobs. Doch er hat sie verraten und versucht, sie bei ihrer Hochzeitsprobe zu töten.
Als die Schöne vier Jahre später aus dem Koma erwacht, kennt sie nur einen Gedanken: eine Rache, die so groß ist, dass Tarantino sich schräg durch sämtliche Variationen des Revenge Movies (von Spaghetti-Western über Eastern bis "Ein Mann sieht rot") zitieren muss, um ihr gerecht zu werden.
In der Summe ergibt das intensives Actionkino von außergewöhnlicher Virtuosität und Härte. Der abschließende, fast halbstündige Fight im House of Blue Leaves, in dem sich Uma mit Lucy Liu, ihrer Kämpfertruppe und 50 weiteren Schurken misst, ist in seiner Unerbittlichkeit jetzt schon ein Klassiker.
Uncool ist an diesem Film wirklich nur, dass man auf "Volume 2" vier Monate warten musste.
| Darsteller: | Uma Thurman | als die Braut | |
|---|---|---|---|
| Vivica A. Fox | als Vernita Green | ||
| Lucy Liu | als O-Ren Ishii | ||
| Daryl Hannah | als Elle Driver | ||
| David Carradine | als Bill | ||
| Michael Madsen | als Budd | ||
| Michael Parks | als Sheriff | ||
| Shin'ichi "Sonny" Chiba | als Hattori Hanzo | ||
| Chiaki Kuriyama | als Go Go Yubari | ||
| Julie Dreyfus | als Sofie Fatale | ||
| Gordon Liu | als Johnny Mo | ||
| Jun Kunimura | als Boss Tanaka | ||
| Kazuki Kitamura | als Boss Koji | ||
| Akaji Maro | als Boss Ozawa | ||
| Regie: | Quentin Tarantino | ||
| Drehbuch: | Quentin Tarantino | ||
| Produzent: | Lawrence Bender | ||
| Quentin Tarantino | |||
| Ausf. Produzent: | E. Bennett Walsh | ||
| Harvey Weinstein | |||
| Bob Weinstein | |||
| Erica Steinberg | |||
| Kamera: | Robert Richardson | ||
| Schnitt: | Sally Menke | ||
| Musik: | RZA | ||
| Produktionsdesign: | Yohei Taneda | ||
| David Wasco | |||
| Daniel Bradford | |||
| Kostüme: | Kumiko Ogawa | ||
| Catherine Thomas | |||
| Ton: | Mark Ulano | ||
| Casting: | Johanna Ray | ||
Er sieht schon mal 15 Filme am Stück und verfasst Kritiken, die niemand liest. Kult-Regisseur Quentin Tarantino ist total filmverrückt - und hat ein neues Genre im Visier.
Kino for one: Quentin Tarantino lässt Filmfestspiele nur für sich alleine steigen (Foto: Universal)
Quentin Tarantino liebt Filmfestivals. Er war bereits Chef der Jury in Cannes, derzeit übt er das Amt bei den 69. Filmfestspielen in Venedig aus. Wer einen Goldenen Löwen will, muss den "Kill Bill"-Schöpfer begeistern können.
Aber das genügt dem filmverrückten Tarantino nicht. Deshalb veranstaltet er eigene Filmfestspiele. Nur für sich selbst. Er stellt eine Auswahl von etwa 15 Filmen zusammen, ernennt sich flugs zur Jury, schaut sie dann am Stück an - und wählt seinen Favoriten. Deutschlands Top-Regisseur Tom Tykwer kam so zu unerwarteten Ehren. Quentin Tarantino ließ ihn wissen: "Hey, ich hab' ein kleines Filmfestival für mich selbst gemacht. Dein "Parfum" hat gewonnen."
"Ich bin wirklich ein Spinner", lacht der "Inglourious Basterds"-Macher über sich selbst. "Oft verfasse ich nach einem Kinobesuch eine Kritik über den Film, den ich gerade gesehen habe. Die würde ich niemals veröffentlichen, ich schreibe das nur für mich selbst. Das ist ein gutes Training für die grauen Zellen und hilft mir, mehr über diese Arbeit zu erfahren."
Quentin Tarantinos Markenzeichen sind Hommagen an Filmgenres, die er liebt. "Sehr gerne würde ich eine romantische Komödie drehen und das Genre aus dem Ghetto holen, in dem es gelandet ist" wiederholte er seinen Wunsch, mal was Lustig-Kuschliges zu produzieren. "Love Stories habe ich ja schon öfter erzählt, und auch der Titel von 'True Romance' war nicht ironisch gemeint."
"True Romance" ein Liebesfilm? Dazu der Meister: "Gut, James Gandolfini schlägt Patricia Arquette halb tot und dann muss sie ihn mit einem Schrotgewehr über den Haufen schießen - aber das heißt noch lange nicht, dass das nicht romantisch wäre. Es ist eben meine Art, das so zu zeigen." Und genau wegen dieser Art und weil er so ein Movie-Maniac ist, wird Quentin von seinen Fans so geliebt.
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