Drama http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Kids Return

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Kids Return


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Kritik

Nach dem Überstehen seines schweren Motorradunfalls reflektiert der japanische Star-Regisseur Takeshi Kitano mit dem semi-autobiografischen Drama "Kids Return" seine eigene Jugend und skizziert mit scharfen Linien die japanischen Gesellschaftsstrukturen, innerhalb derer ein Heranwachsen nur in scheinbar vorgezeichneten Bahnen möglich ist.

Einmal mehr macht Kitano Außenseiter und Verlierertypen zu seinen Hauptfiguren. Der Film folgt den Lebenslinien zweier Jungen, wie sie zunächst parallel laufen, sich dann voneinander entfernen, sich kreuzen, weiter auseinanderlaufen und schließlich zum Ende hin wieder zueinanderfinden: Shinji und sein bester Freund Masaru, von ihren Lehrern als Taugenichtse abgeschrieben, erpressen von ihren Mitschülern das Milchgeld, mit dem sie sich die Nachmittage in einem auch von der Yakuza frequentierten Café vertreiben. Als Masaru eines Tages von einem boxerfahrenen Jungen eine Abreibung bekommt, beschließt er, selbst mit dem Training anzufangen. Shinji folgt ihm in die Sporthalle und erweist sich bald als das größere Talent. Während Masaru schnell wieder das Interesse verliert und sich stattdessen als Gangster-Rekrut versucht, holt Shinji sich seine ersten Pokale. Erst nach einigen Jahren sehen sich die beiden wieder: Shinji ist auf der Suche nach einem väterlichen Freund unter den Einfluß eines abgehalfterten Boxers geraten und auf der Verliererseite gelandet, Masaru wegen seines respektlosen Auftretens mit zwei blauen Augen aus der Yakuza ausgeschlossen worden. Der Film endet mit dem Anfangsbild - die Freunde drehen auf einem Fahrrad im Schulhof ihre Kreise - und mit der Andeutung, daß den beiden trotz ihres schmerzhaften Reifeprozesses alle Wege offen stehen. Kitanos offensichtliche Vertrautheit mit dem Vorstadtmilieu, das für Heranwachsende scheinbar nur eine Sportler- oder Gangsterkarriere als Perspektive kennt, erinnert stark an Martin Scorsese. Anders als in seinen früheren Filmen interessiert sich Kitano bei "Kids Return" allerdings nicht mehr für den Weg in einen ehrenhaften Tod, sondern für die Möglichkeiten der an den Rand Gedrängten, allen Umständen zum Trotz etwas aus sich zu machen. Kitanos vorsichtiger Optimismus freilich wird konterkariert durch seine nüchterne, distanzierte Erzählweise. Schnörkellos und bei aller Emotionalität unsentimental inszeniert er seine beiden Laienhauptdarsteller, und deren Natürlichkeit läßt fast vergessen, daß "Kids Return" "nur" ein Spielfilm ist. Nachdem Takeshis Filme in den letzten Jahren auf Festivals in Deutschland mit wachsendem Erfolg liefen, wäre zu wünschen, daß sich endlich auch ein deutscher Verleih dieses wunderbaren Filmemachers annimmt. evo.

Kids Return

Darsteller:  Masanobu Ando  
  Ken Kaneko  
  Leo Morimoto  
  Hatsuo Yamaya  
  Mitsuko Oka  
  Ryo Ishibashi  
  Susumu Terajima  
 
Regie:  Takeshi Kitano  
Drehbuch:  Takeshi Kitano  
Produzent:  Masayuki Mori  
  Yasushi Tsuge  
  Takio Yoshida  
Kamera:  Katsumi Yanagishima  
Schnitt:  Takeshi Kitano  
Musik:  Joe Hisaishi  

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