Knallharte und komische Comicverfilmung über einen Teenager, der von Superhelden träumt und schließlich mit schmerzlichen Nebenwirkungen versucht, selbst einer zu sein.
Matthew Vaughns Comicverfilmung über selbst ernannte Superhelden hält, was ihr Titel verspricht: teilt reif für den Pathologen aus und ist cool.
"Warum hat noch nie jemand versucht, ein Superheld zu sein"? Fragt sich Teenager Dave (Aaron Johnson), Protagonist von "Kick-Ass" und des Comics von Mark Millar, der noch nicht einmal auf dem Markt war, als bereits am Skript gearbeitet wurde. Dass es im Kino längst jemand, wenn auch relativ unbemerkt versucht hatte, beweist die Obskurität von "Nunzio" (1978), einem geistig Zurückgebliebenen, der sich als Superheld versuchte. Ob Zufall oder Zitat - genau mit einer solchen Figur und drastischen Wahrnehmungsverzerrungen beginnt "Kick-Ass", wenn sich nach "Superman"-ähnlichen Credits ein heroisch Maskierter vom Wolkenkratzer stürzt, bis der schöne Flug zerschmettert endet. "Einen Verrückten", nennt ihn Dave, der Erzähler, um sich abzugrenzen, obwohl er die gleichen Träume träumt.
Superhelden sind Daves Obsession, die er mit maximaler Intensität auslebt, als er selbst einer wird. Im grünen Taucheranzug attackiert er zwei Diebe und Schläger und kassiert ein Messer im Bauch - einer von vielen Momenten, in denen der Unterschied zwischen Fantasie und Realität knallhart markiert wird. Bereits im Titel ist dieser Kontrast angelegt. "Ass-Kick" nämlich nennt Big Daddy (Nicolas Cage) den etwas tölpelhaften Crimefighter, der mehr einstecken muss, als er austeilen kann. Und Big Daddy muss es wissen. Im Neo-Batman-Outfit säubert er zusammen mit Hit Girl, Künstlername seiner elfrigen Tochter (Chloe Moretz), die Stadt. Die Kleine ist eine Killermaschine und seine wichtigste Waffe im Kampf gegen Gangsterboss Frankie, in den nicht nur Kick-Ass, sondern auch Frankies Sohn hineingezogen wird - auch er ein Comicfreak, allerdings mit Bad-Guy-Träumen.
Zwei Nerds tanken Super - eine von vielen absurd-komischen Ideen, die der neue Film von Matthew Vaughn ("Der Sternwanderer") mit Selbstbewusstsein transportiert. Am stärksten polarisieren wird dabei das süße Mädchen und die Blutspur, die es als Erbin von Gogo Yubari ("Kill Bill") und Mathilda ("Leon, der Profi") hinterlässt. Für ein R-Rating hat Hit Girl in den USA bereits gesorgt, Kontroversen werden folgen, obwohl der Film klarmacht, dass man hier nur die Liebe zu den Comics und die Sehnsucht nach Helden ernst nehmen soll. Unsentimental, mit schwarzem Humor und lustvoll over the top präsentiert "Kick-Ass" eine recht simple Rachestory. Warum Big Daddy und Hit Girl so lange auf die direkte Konfrontation mit Frankie warten, erklärt er nicht. Warum der Film voller Comic- und Filmzitate steckt, muss er nicht erklären. Das versteht der Kinofan, denn auch er liebt andere Realitäten - kennt aber den Unterschied zu den eigenen. kob.
Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Kurztext:
Das grüngelbe Superhelden-Outfit macht aus dem unbeachteten Schüler-Nerd die umjubelte Ikone Kick-Ass. Schon bald gesellen sich weitere Actionhelden wie Hit Girl, Red Mist und Big Daddy um Dave, die es jedoch nicht alle gut mit ihm meinen. Was hier im Sinne einer knallbunten High-School-Komödie beginnt, wird schon bald zum knallharten Actionstreifen mit absurdem Humor, der Fans und Liebhaber überdrehter Comic-Verfilmungen mit einer Fantasiewelt aus Anspielungen, (Film-)Zitaten und überspitzer Gewaltexzesse mit Martial-Arts-Elementen begeistern kann. Regisseur Matthew Vaughn ironisiert das Genre in gleichem Maße, wie er Grenzen überschreitet und neue Maßstäbe setzt. Schnell geschnitten, ästhetisch ausgefeilt und voller moderner Pop-Mythen abseits jeder Realität. Ein Film, der es zu polarisieren versteht - für ein reifes Publikum!
Jurybegründung:
Die Superheldenparodie KICK-ASS basiert auf dem gleichnamigen Comic-Buch von Mark Miller und John Romita Jr. und ist im Highschool-Milieu angesiedelt. Dave - alias Kick-Ass (Aaron Johnson) - ist ein eher schwächlicher, unscheinbarer Teenager, ein Nerd, der Comics über alles liebt und regelmäßig mit seiner Clique im 'bookshop' abhängt. Gelangweilt und enttäuscht von der Mittelmäßigkeit seiner realen Existenz, beschließt er eines Tages, selbst aktiv zu werden und sich mit Hilfe eines passenden Kostüms zum leibhaftigen Helden seiner Comic-Welten zu transformieren.
Ein über den Versandhandel bestellter Super-Helden-Anzug verspricht seine kühnsten Träume wahr werden zu lasen. Einmal reingeschlüpft in die giftgrüne Ganzköper-Hülle, scheinen Spider-Man & Co nicht mehr fern, sondern leibhaftig an Gestalt zu gewinnen. Zumindest für Dave, der sich sogleich mutig, bewaffnet mit zwei Cricket-Schlägern, auf den Weg macht, um das Verbrechen zu bekämpfen. In einer düstren Seitenstraße in Downtown Manhattan stellt er sich sogleich zwei Autoknackern in den Weg. Den beiden gewaltbereiten Junkies kommt der spindeldürre Junge im lächerlichen Neopren-Anzug gerade Recht. Und so endet diese erste Superhelden-Episode, wie vorhersehbar, böse und brutal. Nachdem Dave mühsam wieder zusammengeflickt aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, beschließt er, sich von nun an zu beschränken und sich auf Katzenrettungs-Aktionen und ähnliche Gut-Mensch-Taten zu spezialisieren sowie seinen Einsatz auf einige festgelegte Stunden pro Woche zu reduzieren.
Dieser neu eingeschlagene Weg bringt Dave den ersehnten Erfolg. Trotz hin und wieder eingesteckter Schläge, Schrammen und Stürze bringt ihm sein Einsatz viel Sympathie und Zuspruch der angebeteten Katie Deauxma (Lyndsy Fonseca) ein und dazu noch 16.000 neue MySpace-Freunde!
Alles wäre gut, wenn nicht plötzlich Hit-Girl (Chloe Moretz) in sein Leben treten würde, eine messerscharfe Switchblade-Sister und andere Superhelden ('Red Mist') im World-Wide-Web ihr Unwesen trieben. Keiner beherrscht den Umgang mit den tödlichen Wurfgeschossen so kunstvoll wie Hit-Girl, denn niemand anderes als ihr Vater Big Daddy (Nicolas Cage) - ein schwarz gekleideter Superheld zwischen Batman, Midnighter und Phantom of the Paradise - hat die 12jährige dazu ausgebildet, gemeinsam mit ihm und dem Bürgermeister von New York gegen eine gemeine Verbrecherbande anzutreten, die seit langem die Stadt terrorisiert...
Die rasante Actionkomödie steckt voller Überraschungen und ist heiter, grotesk und spannend zugleich. Eine geschickte Dramaturgie treibt die Story auf mehreren Ebenen voran, paart Grauen mit Erstaunen und Humor und kühlt blutige Gewaltexzesse in einem Bad aus Witz und Ironie wieder ab. Hit-Girl ist Unschuld und mitleidslose Kampfmaschine zugleich. Wenn die niedliche Kleine im Schottenrock mit rosa Haaren beim Pförtner des Hotels, in dem die Verbrecherbande logiert, schüchtern um Einlass bittet, weiß der Zuschauer, dass sich nun eine Supernova entzündet, die ihresgleichen sucht. Anschließend will Kick-Ass, der im finalen Showdown über sich hinauswächst und zu ihrem Retter wird, nichts mehr vom Superhelden-Dasein wissen, und auch Hit-Girl geht nach dem Massaker im Gangster-Nest und dem Tod von Big Daddy wieder zur Schule und will von nun an ein ganz normales High-School-Girl werden.
Die facettenreich eingeführten Helden und Anti-Helden verweisen auf beliebte Figuren aus dem Comic-Universum und wecken beim Betrachter das Vergnügen am Dechiffrieren. Witzige Dialoge und gut entwickelte Plots tragen die Geschichte leichtfüßig voran und geben ihr Tempo, ohne den interessierten Zuschauer jemals dabei zu verlieren. Da alle Figuren mit einer eigenen Legende ausgestattet sind, Hit-Girl und Big Daddy neben ihrer Existenz als todbringendes Rächerpärchen auch liebender Vater und Tochter sind, ist man stets nah bei ihnen und bei ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Als die 'Räuber-Höhle' ausgehoben wird, gewinnt das Szenarium die Struktur eines Computerspiels, und die unzähligen Leichen, die ihren Weg pflastern, kommen so unwirklich daher wie in einem Comic-Märchen. Damit positioniert sich Regisseur Matthew Vaughn auch gegen gängige Darstellungen von Gewalt im Internet. Hier liegt allerdings die Demarkationslinie, an der sich die Meinungen der Jury ganz grundsätzlich teilten. Weder Highschool-Komödie noch klassische Superhelden-Geschichte, erhielt der Film für das unterhaltsame Überschreiten von Genre-Grenzen das Prädikat wertvoll.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Dave liebt Comics. So sehr, dass sich der Teenager selbst als Superheld versucht. Als Crimefighter "Kick-Ass" stellt er sich dem Bösen und bezahlt teuer. Obwohl er verwundet, verprügelt und angefahren wird, kämpft er weiter - ohne Kräfte, nur mit Courage. Als er plötzlich populär wird, wird er von echten Helden kontaktiert. Big Daddy und seine elfjährige Tochter, die Killermaschine Hit Girl, wollen den Terror von Gangsterboss Frankie beenden. Ein Plan, der Kick-Ass zeigen wird, wie brutal und blutig die Superhelden-Realität ist.
| Originaltitel | Kick-Ass |
| OV | Ja |
| OmU | - |
| Genre | Action / Komödie |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | 16.04.2010 |
| Kinostart (D) | 22.04.2010 |
| Besucher (D) | 194.519 |
| Einspielergebnis (D) | € 1.301.947 Bes. (EDI) 194.519 Bes. (FFA) 194.489 |
| FSK | ab 16 Jahre |
| WWW | - |
Lyndsy Fonseca
Katie Deauxma
Evan Peters
Todd
Corey Johnson
Sporty Goon
Dexter Fletcher
Cody
Jason Flemyng
Lobby Goon
Randall Batinkoff
Tre Fernandez
Nicolas Cage
Damon Macready
Jane Goldman
Drehbuch
Matthew Vaughn
Produzent
Brad Pitt
Produzent
Kris Thykier
Produzent
Adam Bohling
Produzent
Tarquin Pack
Produzent
David Reid
Produzent
Pierre Lagrange
Ausf. Produzent
Stephen Marks
Ausf. Produzent
Mark Millar
Ausf. Produzent
Johnny Romita
Ausf. Produzent
Jeremy Kleiner
Ausf. Produzent
Mark Millar
Buchvorlage
Russell De Rozario
Produktionsdesi gn
Ben Davis
Kamera
Jon Harris
Schnitt
Pietro Scalia
Schnitt
Eddie Hamilton
Schnitt
Ilan Eshkeri
Musik
Sammy Sheldon
Kostüme
Sarah Finn
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