Hervorragende Szene-Doku über Münchens Fluss-Surfer und zugleich ein begeisterndes Porträt von sechs Sportfanatikern. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz14/z1014401/b150x150.jpg Keep Surfing

Filmdetails

Keep Surfing

Hervorragende Szene-Doku über Münchens Fluss-Surfer und zugleich ein begeisterndes Porträt von sechs Sportfanatikern.


Keep Surfing
Start: 20.05.2010

Dokumentarfilm / Sport

Deutschland 2009
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Dieter Deventer
Walter Strasser
Quirin Rohleder

Regie: Björn Richie Lob
Verleih: Prokino (Fox)

So werten die bisherigen Besucher:

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In der Voralpenmetropole München hat sich eine ganz besondere Subkultur gebildet: Die Eisbach-Surfer, sportfanatische Beach Boys, die auf einer stehenden Welle im Isarableger Eisbach direkt am Englischen Garten vor Zuschauern ihre Tricks zeigen. Aber eigentlich wollen Dieter, Walter, Quirin, Forian, Gerry und Eli ihre Ruhe haben und sind lediglich dem Spaß verpflichtet. Neben der spektakulären Sucht nach Freiheit und Lebenslust führen sie ein ganz normales Leben als Zivilisten, die ein besonderes Hobby pflegen.


Kritik

Keep Surfing

Mit der fabelhaften Szene-Doku über Münchens Fluss-Surfer ist Björn Richie Lob ein begeisterndes Portrait von sechs Sportfanatikern gelungen.

Die Beach Boys der Voralpenstadt haben "Surfing I.S.A.R." zum Lebensmotto deklariert und auf einem winzigen Nebenarm des Flusses - dem Eisbach direkt am Englischen Garten -, ihr kleines Paradies eingerichtet, um auf einer stehenden Welle im flachen, aber reißenden Wasser fast ganzjährig auf dem Surfbrett zu stehen. Vor 35 Jahren zog es die ersten Verrückten in die Strömung und Björn Richie Lob rekonstruiert die Historie der Subkultur anhand von sechs gestählten Recken des circa 20 Mann umfassenden harten Kerns unentwegter Boarder. Dass der Regisseur selbst dort surft, hat ihm erst ermöglicht, einen umfassenden Einblick in eine verschworene, von außen fast unzugängliche "Familie" zu erhalten, die erstmals offenherzig Auskunft über Passion und Privatleben gibt, gewürzt mit famosen Surf-Aufnahmen.

Unterlegt mit einem klasse Soundtrack folgt die rasant montierte Doku den Sportlern auf der Suche nach dem Kick, den schon mal die Polizei auf der offenen, Hochwasser führenden Isar bei lebensgefährlichen Strudeln beenden muss. Denn nichts und niemand kann die Leidenschaft zügeln und Lob versteht es blendend, diese Energie an die Zuschauer weiterzugeben. Sechs Lebensentwürfe, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch vereint sind in der Liebe, um nicht zu sagen, Sucht nach jener Freiheit und Lebenslust, die gut gelaunte Surfsongs besingen. Schnell, aber nie hektisch sind die Interviews sätzeweise aneinander montiert, um übergangslos thematisch tief in die Szene, ihre Mentalität, Denkweise und Ansichten einzudringen. Rotstichige Super-8-Filme beleuchten die Pionierzeit, als "Brettl fahren" noch ein Geheimtipp war. Heute sind bis zu 200 Regulars dabei und wenn die internationale Surf-Elite mit viel Medien-Tamtam aufkreuzt, um auf der extrem schwer zu reitenden Welle jämmerlich baden zu gehen, feixen die Lokalmatadoren, die eifersüchtig ihren Turf verteidigen. Schließlich hat Walter, der "Hausmeister vom Eisbach" und heutiger Didgeridoo-Baumeister (!) vor vielen Jahren in einer Guerilla-Aktion auf eigene Faust eine Schiene installiert, um ganzjährig die perfekte Welle nutzen zu können. Dort führen die Surfer ihren Tanz auf der nassen Bühne vor Zuschauern auf, eingedenk dessen, dass sie alle schon fast mal ertrunken wären. So informativ, unterhaltsam, mitreißend und auch wehmütig geht es zu, dass "Keep Surfing" den Zuschauerpreis beim Filmfest München einheimste und problemlos ein breites Publikum begeistern sollte. tk.

Keep Surfing

Darsteller:  Dieter Deventer  
  Walter Strasser  
  Quirin Rohleder  
  Florian Kummer  
  Gerry Schlegel  
  ELi Mack  
 
Regie:  Björn Richie Lob  
Drehbuch:  Björn Richie Lob  
  Benjamin Quabeck  
Produzent:  Björn Richie Lob  
  Tobias N. Siebert  
Kamera:  Lars Liebold  
  Björn Richie Lob  
Schnitt:  Benjamin Quabeck  
Musik:  Lee Buddah  
Ton:  Sebastian Tesch  
  Florian Beck  

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